32
Erinnerung an meine Jugend, ein Geleit- und Gcdeuk-buck für unsere Kinder. Von Adolf Müller, Stadt-kaplan in Augsburg . Regenöbnrg bei H. votier.
Ein ganz eigenartiges Buch, in welchem ein guter Gedankesinnig ansgefükrt wird: cS soll die Memorabilien des Kindesin Wort und Bild festhalten: Gebunstag und Geburtshaus,Taufe und Täufer , Firmung, Palhcn, Vater und Mutter, Gc-sckwistcr und nähere Verwandte, Schulzeit. Lehrer, Katecheten,Pfarrer, erste Beicht und Conrmuiiion. Wenn Eltern sich dasBuch anschaffen und zu gegebenen Zeiten in die vorgesehenenUmrahmungen die betreffenden Photographiern einkleben, sowiedie einschlägigen Daten einschreiben, kommt für das Kind eindurch das ganze Leben werthvollcs Andenken zu Stande. DasBuch wird in prachtvollem Einbande geboten. K.
Deutscher Hausbesitzer-Kalender für 1896. Im Auf-trage des CcntralvcrbandcS der HauS- und städt. Grund-besitzer-Vereine. Von Nechtöanwalt Dr. GünSburg.Berlin, Verlag von N. Kühn, Leipzigerstr . 115.
* Der Zweck des Kalenders erhellt aus seinem speziellenTitel. Es finden sich darin zahlreiche praktische Abhandlungenund Informationen, die, soweit sie auf reichörechtlimer Basisberuhen, auch für die süddeutschen Interessenten von Bedeutungsind. Die Ausstattung ist gut und gefällig.
„Die heilige Familie." Monatschrift für die christlicheFamilie, insbesondere für die Mitglieder des allge-meinen frommen Vereins der christlichen Familien zuEhren der hl. Familie von Nazaretb. Herausgegebenvon mehreren Welt- und Ordenspricstern. Jährlich12 Hefte, 16 — 32 Seiten stark, mit Illustrationen.Preis M. 1.—, mit Post direkt M. 1.10. Durch mehrerebischöfliche Empfehlungen ausgezeichnet. Verlag von Dr.Franz Paul Dattcrer in Freising (Bayern ).
IV. Jahrgang, Heft 1 soeben erschienen und enthält: Neu-jahr-Gedicht. Ueber die gute Meinung. Zur Geschichte derhäuslichen Gesellschaft. Zum Namen Jesu-Fest. Etwas ausJapan . Frevel und Strafe. Die Anbetung der bl. drei Königemit Bild. Die Mutter des HI. Franz von Salcs. Das ehr-liche Mädchen. Eine schöne Antwort im Munde eines Kindes.Allerlei. Ablaßtage. — Abonnements bei allen Buchhandlungen,Postanstalten und unseren Agenten.
Die Afrika -Zeitschrift „Kreuz und Schwert", hcrausg.von W. Helmes in Münster , hat auch in ihrem abge-schlossenen III. Jahrgang an Verbreitung und Wirkung wiederzugenommen und es auf 12.000 Abnehmer gebracht; und dieGaben, welche sie für afrikanische MissionSzwecke seither ein-sammeln und abliefern konnte, belaufen sich bereits aus 30,000 M.Möge sie auch im neuen Jahrgange weitere Tausende von Ab-nehmern wie an frommen Gaben gewinnen! Der sehr niedrigePreis bleibt 75 Pf. für daö Halbjahr, 90 Pf. bei portofreierZusendung. Das 1. Heft des neuen Jahrgangs zeigt eine an-genehme Verbesserung. Es bringt noch mehr Text als bisherund 2 schöne Vollbilder. Außer den amtlichen Veröffentlich-ungen des Asrika-Vcreins fanden wir darin Originalbriefe vonMissionären auS Afrika, Togo, Kamerun, vom Sambesi undaus dem Kaffernlande, alle sehr unterhaltend.
Bei der Firma Eberle L Rickenbach in Einsiedeln (Schweiz ) und St. Ludwig (Elsaß) erscheint eine „Kathol-ische Zehnpfcnnig-Bibliothck", welche sehr viele guteErzählungen von hervorragenden katholischen Schriftstellern ent-hält. Es sind hübsche, gebundene Heftchen, welche um denfabelhaft billigen Preis von 10 Pfennig per Nummer zuhaben sind, so daß man für 10 Mark eine ganze Biblio-thek von 100 Nummern erhält. Jede Nummer hat 64 Seiten.
Miscellen.
6. (Eine statistische Berichtigung.) Ueber die ka-tholische Mission in China ging unlängst ein irrtbümlicherBericht durch die Presse, welchen die „kath. Missionen" Nr. 12richtig stellen. — Mit Berufung auf daß Zeugniß des Pro-testanten vr. G. E. Morrison wurde im Bericht ein Vergleichzwischen der katholischen und der protestantischen Mission aus-geführt, der glänzend zu Gunsten der ersteren ausfiel. Dabeigab aber Morrison die Zahl der Katholiken Chinas offenbarViel zu hoch an. Er sagt, daß allein „die Jesuiten jährlich über
4000 bekehrten und China 1,200,000 Katholiken zähle. That-sächlich ist die Zahl der eingebornen Katboliten nach den Ilis-sionss datiiolieas 1895 (Propagandaberichk) bloß 581,775.Vielleicht hat der wohlmeinende Reisende irrrbümlich die Katbo-likenzabl der indochinesischen Millionen Hmienndicnü (1895:769 660) dazu gerechnet, waö eine Gesammtzahl von 1,351,435ergäbe. Aehnlich dürste die Schätzung des deutschen Reisendenv. Hesse-Wartegg auf 1,072,818 zu erklären uns zu corrigirensein. Was sonst Herr Morrison über die Unfruchtbarkeit derprotestantischen Propaganda sagt, fechten wir nicht an.
0. (Das Vordringen des Islam in Vortu giesisch-Ost-Afrika .) Nach der Schätzung eines mit den Verhältnissensehr gut bekannten Correspondemen der „katholischen Missionen"wohnen allein in der Jnsclstadt Mozainbique gegenwärtig schonüber 5000 sogenannte MonhöS, d. h. znm Islam bekehrte Neger,ca. 2000 eigentliche MonroS (Mauren ), ca. 1000 indiiche Baui-anen, ca. 1000 andere heidnische Jndier und vielleicht 1000europäische oder goancsische Christen. Der Handel ruht fastganz in der Hand der Mohammedaner und Banianen, und derreichste Mann der Stadt soll ein Baniane sein. Sobald dieneu angekommenen Schwarzen einige Wochen in der Stadt sind,siebt man sie bereits im weißen arabischen Hemde und mit Tur-ban auf dem Kopfe cinherstolziren. Sie sind im Dienste einesMoölini, d. b. sie sind Molwö geworden. AIs solche dürfen siefreilich nickt die Moscheen der eigentlichen Moslemin betreten,allein ant Ponta-da-Jlha stehen zahlreiche Scrohbautcn, die alsMoscheen dienen und wo fanatische Denvi'cke und MaraSntsden Koran lehren. lind was hier im Kleinen geschieht, wieder-holt sich aus dem Festland längs der Küste überall ini Große».Wie traurig muß dies ein katholisches Herz berühren! AmSchluß des mohammedanischen Ramadan, am Osterfeste der Mos-lemin, sab unser Gewährsmann, wie die Blechmusik der portu-giesischen Lreola ü'artss s okücüos sich dazu bergab, in vollerIluisorm bei der lärmenden Prozession der MonroS und Mondesmitzuwirken — und dies für lumpige 14 Mark! Daß die Ge-setze gegen den Sklavenhandel bei solchen Zuständen im portu-giesischen Gebiete vielfach nur auf dem Papiere bleiben, ist klar.Armes Portugal , wie hast du deine glanzvolle Vergangenheitvergessen!
ä. 6. (Bcuroner Benediktiner in Südamerika und Entdeckung eines KirckensckatzcS.) Durch diekirchemeiudliche Regierung Brasiliens in den lctzren Decennienwurde die (im Jahre 1827 vereinigte) Benediktincr-Congregationin Brasilien zum Aussterben vernrtbeilt. Im Jahre 1883 zähltedie Congregation neck 37 Mönche in 7 Abteien und 4 Primaten.Die endlich erfolgte Trennung von Kirche und Staat — so ver-werflich sie auch an sich ist — ermöglichte die Neubclebuugdieser Congregation. Nach dem weilen Plane des PapstesLeo XIII . soll der alte, in den laugen Kämpfen und Leidensehr geschwächte Stamm dieses Ordens durch einen frischen,kräftigen Sprößling neu verjüngt werden; und zur Lösung dieserAusgabe wurden Mönche aus dem berühmten Benediktiner -Kloster Beuron berufen. Am 17. August l. Iß. trafen die Be-rufenen — 15 an oer Zahl — in Pernambuco ein (4 Profeß-paircs, 2 Brüder-Novizen, 7 Laienbruder, 2 Ponulanten). Vonhier aus ging der Zug durch eine wahrhaft paradiesische Land-schaft nack Olinda — dem Ziclorie. Olinva, dessen Nameaus dem entzückten Ausruf „O Linda!" sO Schöne!) entstandensein soll, hat seine frühere Größe und Bedeutung verloren undhat nur noch 2000 Einwohner. Es liegt malerisch an einemHügel-Gelände, von dessen unterm Abhang die Abtei beruiedcr-grnßt. Die neuen Apostel wurden von den versammeltenbrasilianischen Aebten herzlich empfangen, und der greise Abtvon Olinda weinte Freudenthräncn. Feierlich wurden dieBcuroner Mönche in die öde Klosterkirche geleitet. Als siedann ihr neues Heim in Augenschein nahmen, erkannten sie mitfreudiger Genugthuung, daß wenigstens der äußere Anblick eingroßartiger war und gegen alle Erwartung keine Spur desVerfalles zeigte. Die ersten Tage schon brachten den neuenKloster-Insassen eine große und freudige Überraschung. Alssie hinter dem Hochaltare Jagd auf die vielen Fledermäusemachten, fanden sie ein geheimes Versteck. Sie erbrachen einTbürchen, das in eine Mauervertiefung führte. Hier lag —welch' ein Erstaunen — der Kirchen schätz: eine große An-zahl von Kelchen und Ciborien, eine große Monstranz mit kost-baren Steinen, das Kreuz eines Abtes, Platten und Känncken,ein Dutzend ungeheuer großer Lampen rc. rc. — alles aus reinstemmassivem Silber. Der Generalabt wußte zwar, daß ein Schatzvorhanden, hatte jedoch denselben nie gesebcn. Wie lange schonmag der Kirchenschatz in seinen alten Kisten gelegen haben?