zwei seiner Töchter mit Fürsten daselbst, nämlich Beatrixmit Philipp von Tarent und Rumänien , und Marie mitdem Thronfolger des Königreiches Cypern. Als nunam 1. Oktober 1333 Philipp von Valois mit denKönigen von Böhmen, Navarra und Aragon das Kreuznahm, war natürlich Ludwig der erste, der sich anschloß.Jedoch wurde erst drei Jahre später, während einesAufenthaltes Philipps am Hofe Benedikts XII. inAvignon , ernstlich an die Ausführung des Beschlussesgedacht. Es kam damals auch der König von Serbien an den Hof des Papstes und bat um Hilfe gegen dievordringenden Türken. Der Papst predigte selbst amCharfreitag den Kreuzzug, und sein Wort zündete derart,daß man überall Anstalten zu demselben machte, dessenFührung der König selbst übernehmen wollte. Bekannt-lich nöthigte aber das Auftreten Eduards III. von Eng-land Philipp vor allem zur Vertheidigung gegen diesenGegner, und so konnte der Wunsch unseres Fürsten, derübrigens seinen Einfluß für die Versöhnung geltendmachte, aber auch auf dem Congresse von Arras imJahre 1341 nur die Verlängerung des Waffenstillstandesum 2 Jahre erlangen konnte, abermals nicht befriedigtwerden. (Schluß folgt.)
Recensionen und Notizen.
* Die Jllustrirte Zeit. So betitelt sich eine neueZeitschrift im Verlag von L. Weber in Düsseldorf . Preis2 Mark per Vierteljahr. Sie erscheint alle 14 Tage, ist vor-nehm ausgestattet und gibt sich als „Rundschau für die christ-liche Welt". Sie will die brennenden Fragen der Gegenwartin den Kreis der Erörterung zieben, und zwar politische, sociale,gewerbliche, wissenschaftliche und technische Fragen, und danebenauch das Untcrhaltungsbedürfniß Pflegen. Es bandelt sichalso um ein Mittelding zwischen einer politischen Zeitung undden illustrirtcn Nntcrbaltnngs-Zeitschriften. Die Idee ist nichtübel, aber fraglich ist uns, ob bei der Fülle von katholischenZeitungen und katholischen Unterhaltnngsschriften, die gegen-über der liberalen literarischen Prodnction ohnehin zum Theileinen schweren Existenzkampf führen, eine weitere Vermehrungder Concurrenz im katholischen Lager besonders Vortheilhaft istfür die Sache selbst. Nun darüber wird der Erfolg des neuenUnternehmens selbst am besten richten. Die vorliegende ersteNummer enthält n. 2l. folgende Aufsähe: „Lernen unsereKinder zu viel oder zu wenig?" „Die Jubilare deS Eentrnms"(mit vortrefflichen Porträts), „Eine wiedererstandene Cultur-stätte" (die Prämonstratenser -Abtei Krechtstcden), „Der bib-lische Joseph und die Denkmäler des Pharaonenlandes", eine„Politische Rundschau", eine große Zahl von Notizen aus ver-schiedenen Gebieten und den Ansang eines Romanes „Heimath-los" von Hekt. Malot, u. s. w.
NepetitionSbüchlein zur Wiederholung des Nothwendigstenaus dem Katechismus rc. EinBeitrag znrKatechis-musfrage. (Drei Bändchen zusammengebunden 60 Ps.Köscl, Kempten .)
* Hierüber schreibt uns ein langjähriger erfahrener Ka-techet aus dem -Oberland: Das Rcpetitionsbücblein hat mirmit seinem I. Bändchen gar frolie Hoffnungen auf einen guten,bedeutenden Fortschritt in der Lösung der brennend gewordenenKatechismnSfrage erweckt — mit seinem dritten, vor uns liegen-den Bändchen hat es diese frohen Hoffnungen vollauf bestätigt.Das Büchlein ist mehr geworden, als was sein Name besagt:es dürfte kühnlich als die Grundlage eines Schul- und Volks-KatcchiSmnS bezeichnet werden, wie man ihn braucht und wieman ihn seit Jahrzehnten sucht. Ich will nicht sagen, daß dasZiel schon erreicht worden, aber das Bücklein ist demselbennahe gekommen. Dasselbe folgt im Allgemeinen und in deneinzelnen Abschnitten dem Gang des Deharbe'schen Katechismus.Das Repetitionsbüchlein dürfte in seinem Großdrücke soziemlich alles das enthalten, was die Kinder zu wissen noth-wendig haben und dies in einer Sprache, wie der Schul-mann sie spricht, einfach, unmittelbar, concret, Ab-straktionen, wo nur immer möglich, vermeidend. Aufdiese Weise würde von vorneherein die harte unnöthig Zeitraubende, nur zu oft erfolglos bleibende Arbeit der Wort-
erklärung, großentheils Hinwegfallen. Daß ein solches Neli-gionsbüchlein auch ohne Katecheten in Nothfällen zumSelbstunterricht Dienste leisten kann, ist ein für unsereVerhältnisse nicht zu unterschätzender Vortheil. Durch Weg-fall vieler Worterklärnngen fände der Katechet die Zeit zu somanch' anderer praktisch religiöser Unterweisung der Jugend,und im Besondern die nöthige Zeit, um den Einfluß dergöttlichen Wahrheit auf Verstand, Gemüth, Wille und Lebendes Kindes im Unterricht zu fördern. Anleitung und Anregungdazu gibt ihm der Kleindruck im Repetitionsbüchlein. Der-selbe könnte, weil nicht zum Auswendiglernen bestimmt, aberdie Vorbereitung des Katecheten ganz bedeutend erleichternd,ohne Schaden, ja mit Nutzen durch weitere kurze An-deutungen, namentlich Hinweise auf die biblische Geschichte,noch vermehrt werden. Wir rufen jedem Katecheten, doppeltdem Anfänger das „tolle, lege" zu. Das Büchlein thutbei jedem Katechismus dankenswerthe Dienste,um sich in Auswahl des Denkstoffes zu beschränkenund überschaulich in verständlicher Form die ein-zelnen NeligionSwahrhciten dem Verstand unddem Herzen des Kindes nahe zu bringen. Von Interessemag die Notiz erscheinen, daß gleichzeitig auch in Amerika eineRcformbewegung in der Katechismusfrage in Fluß gerathenund einen neuen, äußerst beachtenswertben approbirtenKatechismus von W. Färber, Vfarrer in St. Louis, zu Tagegefördert hat. Ein Vergleich desselben mit dem obengcnanntenBüchlein dürfte von besonderem Werthe sein, denn nirgendsmehr als hier gilt — die Verfasser des NepetitionSbüchleinSsind davon überzeugt — nsitis viribus! Für eine Neu-auflage empfiehlt sich für den Großdruck eine noch größere,wenigstens fettere Schrift, damit derselbe vom Lesestoff für dasAuge des Lesenden deutlich sich abhebe. Schließlich Allen diezur Herausgabe des Büchleins mitgeholfen, ein wohlverdientesOratnlor
Sagen, Gebräuche und Sprich Wörter des Allgäns.Von Dr. K. Reiser. Verlag von Kösel in Kempten .Preis des Heftes 1 Mark.
* Das vorliegende 4. Heft dieser verdienstvollen Arbeit
bringt eine reiche Fülle von Material und bietet vielfach einlustiges Lesen über Hexen und Trndcn, Zauberei und Schwarz-künstler, dann Natnrmythcn und Sceensagen, Sagen über ver-sunkene Schlösser und Dörfer. Zahlreiche Illustrationenschmücken das Heft. _
Ta usen d Jahre Bayerns unter Scheyern-Witt els-back>, 895-1895. Erinnerungen an Fürsten , Landund Leute von Jgnaz Ricdle, Pfarrer in Endorf ,Mitglied des historischen Vereines von Oberbayern .Frcising, Dr. Franz Paul Datier er. Preis 50 Pfg.
* Herr Pfarrer Ricdle hat sich eine ebenso patriotische als
dankbare Aufgabe gestellt. Er führt uns in seinem Buche dieGeschichte Bayerns in zusammenhängender knapper Fassungvor und widmet den Episoden, die ein besonderes Interesseverdienen, besondere Beachtung. Zum tansendjäbrigcn Regier-unasjubilänm des Hauses Scheyern -Wittelsbach hätte keinepassendere Gabe erscheinen können. Es ist die Entwicklungdes Hauses WittelSbach in außerordentlich übersichtlicher unvverständlicher Form bebandelt, mit peinlicher Genauigkeit undleicht faßlich für Schüler sind die verschiedenen Teilungenund Kriege der WittclSbacher unter sich, die Machtstellung derWittelöbachcr in allen Zeiten, die finanzielle Lage des Hausesund des Landes, kurz Alles zusammengestellt, was ein Bayervon der Geschichte seines Landes und seiner Dynastie wissenmuß. Als Anhang ist eine Geschichte des Hochstifts Freisinzbeigebeben. _
Grill, Handbuch des bayer. Staatsbürgers. Verlagder C. H. Bcck'schcn Buchbandlung in München .
* Von diesem trefflichen Werk, das in 10 Lieferungens 80 Pfg. vollendet sein wird, liegt nun bereits die 7. und 8.Lieferung vor. Sie umfassen n. Ä. sociale Materien (Vcrehe-lichnngswescn, Armenpflege, Kranken-, Unfall-, Alters- undInvalidenversicherung), sodann die Verwaltung aus dem Ge-biet des wirthscbafil. Lebens (Handels- und Gcwerbekanuner,Zollgesetzgebung und Handelsverträge des deutschen NeicbeS.das Bankwesen, Maß- und Gcwicbtswesen, bayer. Verkehrs-wesen). Die Darstellung und Anordnung ist überall klar undgeeignet, den nicht juristisch gebildeten Staatsbürger in gemein-verständlicher Weise mit den wichtigsten Zweigen des Reichs-und Staatswesenö und der Verwaltung desselben vertraut zumachen.