geistlichen Rathes, Philobiblius; Hohenadel, Kloster-richter zu Steingaden , Pisistratus; der Benediktiner-mönch k. Placidus Herler im Kloster heil. Kreuz zuDonauwörth wurde Viucentius Garaffa benannt, wahrendDompropst Kobenzl zu Eichstätt Arminius hieß. Bene-fiziat Lanz trug den Namen Sokrates ; Lang, kapitlischerBeamter in Eichstätt, jenen von Tamerlan ; der HofrathBaron MontgelaS hieß Musäus ; Michl, Priester undHofmeister beim Baron Weiden zu Freising, Solon ;Graf Pappenheim, Stadthalter zu Jngolstadt, Alexander;die beiden Pettenkofer wurden Pylades und Orestes be-nannt ; Graf Preysing in Moos Pelopitas; Graf Seinsheim,Oberlandes-Negierungs-Viceprüsident, Alfred; Sauer,Kanzler zu St. Emmeran, hieß Attila; Speer, geheimerKabinetskanzlist beim Bischöfe zu NegenSburg, Argus;Sedlmaher, Pfarrer zu Biburg, Cäsar d'Avalos; GrafSpauer, Domherr zu Salzburg, Diogenes ; Socher,Pfarrer von Haching, Hermes; Kanonikus von Schneidin Straubing Horatius; Trexel,") Weltpriester undSchuldirekior in Jngolstadt, Pythagoras ; Winterhalter,Physikus zu Landsberg, Democedes ; Zwack, Regierungs-rath in Landshut, Cato; der Pfarrer zu Windisch-Eschenbach , dessen bürgerlicher Name in der Liste nichtgenannt ist, hieß Demetrius Valerius; von Löwenthall,Kanzler zu Amberg, Ephorus; Baron Egcker zu Amberg ,Negierungsrath, Periklcs; Pfarrer Niedermayer zu WilliugSuetonius u. s. w. (Hist.-pol. Blätter 1883 Bd. 103S. 926—941.)
Fragen wir nunmehr nach der Ausbreitung desOrdens, so war die Mitgliederzahl anfänglich eine sehrbeschränkte; im Jahre 1778 belief sich dieselbe auf40 Köpfe. (Einige Originalschr. S. 297.)
In Eichstätt hatte Weishaupt selbst im September1776 Boden zu gewinnen versucht; als erster wurdeLang unter dem Ordensnamen Tamerlan im Dezember1776 aufgenommen; im Laufe des nächsten Jahresfolgten noch einige Neuwerbungen, so daß Weishaupt unterm13. März 1778 berichten konnte: „In Eychstätt werdensie die wenigsten kennen. Genug 2. 12. 13. 6 (d. h.Lang) unter dem Namen Tamerlan dirigirt und seinemEifer habe ich zu danken Odin (Gerstner), Tasso, Osiris (Barth), Lukullus (Klug), Sesostris und Moyses (Stark-
es Derselbe wurde 1802 Professor an der Universität Lands-hnt, 1618 Pfarrer in Viechtach . Von ihm liegt oaS Stamm-bucbblatt vor: „Welches ist die Religion eines Menschen oderVolkes ohne Aufklärung? Nichts weiter als Gedächtnißwerk,als Cäremoiüeuwerk, als Heuchlerdienst, als Selbstbetrug. Dieniedrigsten Begriffe von der Gottheit und ebenso niedriges,knechtisches, kindisches Verhalten gegen dieselbe, die abergläubigstenVorstellungen von der Wunderkraft gewisser Worte (Trexelmeinte wohl die Consccrationöworte) und feierlichen Gebräucheund Außenhandlungcn, und ein ganz blindes Vertrauen aufdiese Worte und Gebräuche und Handlungen, ängstliche Ge-wisscnbastigkeit in glcichgiltigen und roher Leichtsinn in denwichtigsten Dingen, sklavische Furcht und eitle Hoffnung. Eiferohne Verstand, Glaube ohne Tugend, Frömmigkeit ohne Menschen-liebe, strenge Beobachtung willkürlicher Vorschriften und Geboteund gemeinschädliche Entbindung von den unablässigsten Pflichten!And welches ist die Religion des aufgeklärten Mannes und einesVolkes, wo man das Licht nicht scheut, wo man ihm den Zugangzu dem Verstände des Menschen gerne öffnet? Das Gegentheilvon jenem." >
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vises saxoro et lastari.
Jngolstadt, den 9. Junius 1785.
. Dehnliche Anschauungen hegte Wolfgang Hobmann, Priesterbei den Bartholomäern in Jngolstadt, der 1808 als k. b. Obcr-Schul- und Studicnrath das Elemcntarschulwescn des ganzenKönigreichs Bayern in die Hände bekam. Past.-Bl. des Bislh.Eichstätt 1865, 211.
mann). Sind diese nicht gute Progressen?" (Ebend.S. 221.) In einem anderen Briefe, datirt aus Erzerumden 25. Merdedmeh 1148 (Eichstätt den 25. August 1778),bemerkt er: „Ich wünsche, daß in Athen (München ) mitso vielem Eifer und Fortgang gearbeitet werde, als esin hiesiger Gegend geschieht. Dieser Tagen wird vonTamerlan ein allhiesiger Domherr B. v. 17 — (Ried-heim?) engagirt werden.^) Und ich habe auch vorkurzem wiederum einen angetroffen, der an Eifer undArbeitsamkeit Tamerlan übertrifft. Hier ist es den Leutenwirklich Ernst. Ihre Genauigkeit in Befolgung ihrerneuen Pflichten ist äußerst und sie lassen sich sozusagenmaschinenmäßig dirigiren. Mit den Freisingern bin ichnicht zufrieden." (Ebend. S. 257.) Die Eichstätter Logehieß zu den Plejaden (ebend. S. 311 )^) und war imjetzigen bischöflichen Palais rückwärts eingerichtet. InMünchen konnten im Jahre 1778 zwei Convente undzwei Logen eingerichtet werden. (Ebend. S. 219.) Nachden Angaben Schreibers (Geschichte Bayerns II, 245)lebten damals (1778) in München allein über 300Jlluminaten aus allen Beamtenzweigen, sowie der höherenund niederen Geistlichkeit, darunter der Vicepräfident des„Geistlichen Rathes" Häffelin, welche ihre Loge in einerEcke der Hackergasse hatten. In Rücksicht auf die vonDr. Max Lingg in den Historisch-politischen BlätternBd. 103 mitgetheilte Liste der Mitglieder vor 1782dürfte jedoch diese Zahl zu hoch gegriffen sein, da sichdaselbst nur 227 Namen verzeichnet finden, welche abernicht ausschließlich auf München entfallen. Weishauptselbst schreibt unterm 2. September 1778 von Eichstätt nach München : „Denn waren in dem elenden Erzerum8 bis 10 tüchtige Personen aufzutreiben, warum solltees in dem weitläufigen Athen ebenfalls nicht geschehenkönnen?" (Einige Originalschr. S. 263.)
Freilich waren nicht immer die besten Männer An-hänger des Jngolstüdter Geheimbundes. So jammertWeishaupt über München : „Urtheilen Sie weiter, wennein solcher Mann, wie Markus, erführe, wie elend es inAthen (München ) aussieht: welchen Auswurf von un-moralischen Menschen, von Hurern, Lügnern, Schulden-wachern, Großsprechern und eitlen Narren Sie unter sichhaben? wenn er das alles sähe, was glauben Sie, daßder Mann denken würde?" Ja, Weishaupt steht nichtan, den harten Ausdruck zu gebrauchen: „Diese Lumper-leute find ohnehin nicht zu erhalten; sind keinerDisciplin fähig, versprechen und zahlen nicht, wie esihre Ausstände beweisen." (Nachtrag von Originalschr. I,42—44.)
Unterm 12. Februar 1781 beklagt sich der Stifterdem Cato (Zwack, Regierungsrath in Landshut ) gegen-über in einem vertraulichen Briefe: „Der Zustand ihrerProvinz ist erbärmlich, so elend, daß ihm nicht mehr zuhelfen ist. . . . Wenn Philo (Knigge) das alles erführe,so ging er den Augenblick zurück, er, der in dem Ordenauch nach der Entdeckung nichts als Ordnung, Schön-heit und das vortrefflichste Gebäude zu finden glaubt.Nicht nur ihre Provinz, auch alle, die unter demDirektorio der athenienser Areopagiten stehen, sind elend,verwahrlost." (Einige Originalschr. S. 867—368.)
Noch schlimmer stand es in Freistng: «Von Theben,schreibt Weishaupt, höre ich fatale Nachrichten, sie habendas Skandal der ganzen Stadt, den liederlichen Schulden-
") Sich, Die Bischöfe und ReichSsürsten von Eichstätt II, 690.
>°) Saö. I. °. II. 686. II. 659.