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(12.6.1896) 24
 
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1237 schon tobt, er kann sohin den i« Jahre 12 3 8/9geborenen Benediktiner nicht erzeugt haben, ebensowenigwie Burkard II. , der schon 1225 gestorben war. VonBurkard III., dem Sohne BurkardS II., wissen wir, daßer drei Söhne und zwei Töchter hinterlassen hat, darunterjenen Grafen Albert III. (Schmid II ), welcher imKampfe gegen Herzog Otto von Niederbayern 1298 ge-fallen ist und Burkard IV. und Ulrich zu Brüdern, dannGertraud, die Gemahlin Kaiser Rudolfs von Habsburg ,und Mechtilde, Aebtissin von Wald, zu Schwestern ge-habt hat. Burkard III. (1237 1253), welcher am14. Juli 1253 vom Blitze erschlagen worden ist,kann als Vater des Priors ebenfalls nicht in Betrachtkommen, wohl aber ein ungenannter und bisher unbe-kannter Bruder Burkards III., welchen wir Albert II.nennen, weil dieser Name bei den Grafen von Hohen-berg herkömmlich war und keiner Generation gefehlt hat.

Nur hat StMn im II. Bande seiner Wirtemberg-rfchen Geschichte nachstehendes Regest angeführt:1249,25. XI. Haygerloch. ^Iksrtus oomss äs LolisirdsrZ(Bruder? Sohn? des Grafen Burkard?) siegelt eine Ur-kunde Burkards von Wachcndorf für Kloster Kirchberg.Wirt. Urk.-Bnch." Schmid hat dagegen, ohne Stalin zunennen, erklärt, daß die im Kirchberger Copialbuch zum25. Nov. 1249 aufgeführte Urkunde nicht zu diesemJahre gehöre, da das Original deutlich 1299 hat?«)

Wir können die Nichtigkeit der Zurückweisung Stalinsdurch Schmid 7«) nicht beanstanden, gleichwohl aber mitgutem Wissen und Gewissen die Erklärung abgeben,daß die Eltern des seligen Adalbert in der Mitte des13. Jahrhunderts, ja gerade im Jahre 1249 noch gelebthaben müssen. Sieht man nämlich der Sache näher aufden Grund, so muß man sich an der Hand der Chrono-logie für die Alternative entscheiden, daß Adalbert II. ,der Vater des gleichnamigen Priors von Oberaltaich, einSohn der Hohenbergischen Brüder, entweder Vurkhards II.oder Adalberts I., mithin unser Benediktiner ein Enkelder Letztgenannten gewesen sei.

Als Brüder erscheinen Burkhard II. und Adalbert I.bereits am 6. Februar 1207 in der Urkunde KönigPhilipps?'*) worin der Freie Konrad von Schwarzenbergdem Stifte Salem Rausthal rc. überlassen hat. Sieheißen hier ü-atrss st eoinitss äs cvlri, und folgt ihnenunmittelbar Ouuraäus comss äs Aolri nach, höchstwahrscheinlich der ältere Sohn Friedrichs I., Burggrafenvon Nürnberg , aus dessen Gemahlin Sophia (Ursula),Gräfin von Zollern, der Tochter Friedrichs III. vonZollern. Der Name Konrad ist im Hause der Grafenvon Zollern neu und ohne Zweifel aus der illustrenDynastie der Grafen von Abenberg -Ragze herüber-genommen worden.

Graf Albert I., Herr von Notinburc, der BruderBurkards II. und weiland des Grafen Burkard von ZolreSohn,75) bediente sich in der Urkunde aus dem Jahre

") t. o. S. 27 A. 1.

Vergl. I. s. S. 157 A. 3. Siehe im Urk.-Buch zum85. Nov. 1299. Haigerlock. Burkard von Wachcndorf verkaufte(1299) an das Kloster Kirchberg alle seine Besitzungen zu Zim-mern. Die Zurückweisung Stalins scheint mir an beiden Stellenetwas zu kurz angebunden.

") dlou. 2oit. I irr. 75. Llon. HobsuberAensia nr. 20Seite 8.

Hgo albsrtns cloiniuns äs rotinburo guonäam vo-rn i t i s bnrolraräj äs Ltotrs trlins »otikieo . . at-bsrtms gnonraw siAiItum uou Iradso nsuo snmsiKiIIo kratris mög oomrtis burobaräs äskunotiguoä suis titiis rsti^urt guoruw st s§o kni xro-

1225 bet Entscheidung eines Streites des Klosters Kreuz»lingen des Siegels seines verstorbenen Bruders Burkard,welches dieser seinen Söhnen hinterlassenhatte, deren Prokurator Albert I. gewesen.

Zu den hinterlassenen Söhnen Burkards II. rechnenwir Burkard III., den als Pfarrer von Weildorf urkund-lich beglaubigten Diepold?«) und Berthold von Mühl-Hausen, weil die letzteren xatrui d. h. Vaters-BrüderAlberts III. genannt werden;^) außer diesen aber auchnoch Albert II., den Vater des Priors, welchen wirfrüher für einen Sohn Alberts I. gehalten haben?«)

Als Burkards II. Tochter und als Schwester Bur-kards III. und Alberts II. dürfen wir wohl jene Elisabetbetrachten, welche mit Friedrich II., Burggrafen vonNürnberg und Grafen von Abenberg-Zollern, dem Stamm-vater der Fürsten von Hohenzollern , vermählt gewesen.Ich habe die eheliche Verbindung der Grafen von Abenberg-Zollern mit den Zollern-Hohenberg aus einer Urkundevom 12. Januar 1271 und aus einem alten Zeugnissebei unserem Felix Oefele^) gefolgert und die Ansichtvertreten, Elisabet, die Gemahlin Friedrichs mit demLöwen, sei aus dem Hause Zollern-Hohenberg, nicht ausdem Hause Habsburg hervorgegangen. Ich halte dieseAnsicht auch jetzt noch fest, weil sich nur aus einemnäheren Verwandtschafts- und Erbverhältnisse jene blutigenFehden der gräflichen Häuser Abenberg-Zollern und Zollern-Hohenberg aus den Jahren 1267 und 1286 in genügen-der Weise erklären lassen, wozu der Eintritt des GrafenAdalbert in den Benediktinerorden zu Oberaltaich (1261)und dessen förmliche Einkleidung nach dem Probejahr(1262) ohne Zweifel die entferntere Veranlassung ge-geben haben.

Elisabet, Gräfin von Hohenberg, würde demnach alsSchwester Burkards III. und Alberts II., dann als Tantedes Benediktinerpriors Adalbert und der beiden KaiserinnenMechtild und Anna von Habsburg aufzufassen sein, wennTschudi recht hätte, daß Kaiser Rudolf nicht einmal undnicht zweimal, sondern dreimal verehelicht gewesen ist,wie dieser Schriftsteller dieses in seiner Schweizerchronikganz bestimmt behauptet hat?°)Die erste GemahlinRudolfs, sagt derselbe, Gräfin Gertraud von Frobergund Hochenberg, wird von etlichen Unwissenden Anna vonHohenberg , von andern Anna von Hayerloch genannt.Es ist aber Frau Anna von Hayerloch, nachdem er zumKönig gekrönt, sein ander Ehgemahel gewesen, deren erdrygehept", und an einer andern Stelle:«*)dyser Zit(1275) verhyratet sich Künig Rudolf mit seinem Eh-gemahel Anna von Haierloch, Graf Albrechts vonHaierloch Tochter. Er für mit Jr herauf in seineGrafschaften zu Ergow und Turgow."

Wenn man erwägt, daß der Kaiserin Anna Todes-tag sehr verschieden zum 16. Januar, 16. Februar,29. März und 18. April 1281 angegeben wird unddie Jdeniifizirung der Gräfinnen Gertraud und Annavon Hohenberg (Geschwisterkinder?) sehr leicht möglichwar, so dürfte Tschudi nicht ganz unrecht gehabt haben,

ourutor. Llon. 2oI1. 1 nr. 112. ülon. Uobeub. nach SchmidNr. 26 S. 10 u. 11.

Llon. Hobsnb. Nr. 40 u. 41 S. 21 u. 22.

") Geschichte der Grafen von Zollern-Hohenberg von Dr.L. Schmid. 1862. S. 330.

Beilage zur Augsb. Postzeitnng 1894 Nr. 25 S. 198,Separatabdruck L>. 16.

'°) Beilage zur Augsb. Postzeitung 1861 Nr. 33 u. 1894Nr. 25; Separatabdruck S. 15.

°°) Obronio. Ilslvst. I, 141-°>) t. o. I. 183.