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wenn er von drei Gemahlinnen Rudolfs von Habsburggesprochen hat; in dem Familiennamen der ersten Ge-mahlin, Gertrauds, aber, die er eine Freburg-Hochenbergnannte, hat er sich ohne Zweifel geirrt?") Wenn nunauch nach dem Stande neuerer Forschung zugegebenwerden muß, daß die größere Wahrscheinlichkeit dafürspricht, daß die Königinnen Gertraud und Anna nur alseine Person aufzufassen sind, so ist doch der wirklicheThatbestand auch jetzt noch nicht zweifellos festgestellt,und scheint mir insbesondere der Umstand der Beachtungwerth zu sein, daß Tschudi den Vater Anna's nichtBurkard, sondern Albert genannt hat. Da wir alsVater des Priors Albert zu Oberaltaich Albert II. postu-lirt haben und postuliren mußten, so könnte dieser derChronologie zufolge wohl auch der Vater Anna'S ge-wesen sein.
Ich habe wiederholt auf die Urkunde vom 12. Ja-nuar 1271 hingewiesen?") in welcher ein Graf Albertvon Hohenberg von Friedrich dem Erlauchten, Grafenvon Abenberg-Zollern, uvrmouluo d. h. Mutterbruder(Oheim) genannt worden ist. Nun sollen aber der Vaterdes Priors Adalbert Albert (II.) und seine Gemahlin schonvor dem Eintritt des Sohnes ins Kloster gestorben sein.Ware dieses wirklich der Fall gewesen (die Vita. ^Ilisrtienthält, wie schon gesagt, hierüber nichts Bestimmtes),dann wäre in der Urkunde vom 12. Januar 1271 nichtunser Albert II , sondern Albert III., Burkards III.Sohn, gemeint, und avunoulus hätte hier thatsächlich nichtdie ursprüngliche Bedeutung von Oheim oder Mutter-bruder, sondern nur diejenige einer durch eine Frau ver-mittelten ziemlich nahen Anverwandtschaft, in welchemSinne das Wort im Mittelalter ebenfalls gebrauchtworden ist. Albert III. (bei Schmid II.) und Friedrichder Erlauchte waren Geschwisterkinder, avrmculuo würdedemnach in der betreffenden Urkunde in diesem Sinne zuerklären sein.
Elisabet, die Gemahlin Friedrichs mit dem Löwen,hat vr. Schmid "*) unter Vorsehung eines Fragezeichensmit dem Edelherrn Berthold von Blankenstein vermählt,womit wir uns aus mehrfachen, theilweise schon bekanntgegebenen Gründen nicht einverstanden erklären können.
Ebenso wenig wie die Gemahlin Werts II. demNamen und Geschlechte nach bisher bekannt geworden,läßt sich Name und Geschlecht der Gemahlin Burkards II.,der Mutter Burkards III., Werts II., Diepolds,Bertholds von Mühlhausen und Elisabets, näher nach-weisen. Der in der gräflichen Familie ungewöhnlicheName Diepold ist wohl aus der Verwandtschaft unddem Geschlechte der Mutter Diepolds herübergenommenworden, allein Diepolde hat es in gar vielen Grafen-geschlechtcrn (Dilltngen, Lechsgemünd - Graisbach, Mark-grafen von Cham-Vohburg u. s. w.) gegeben. Schmidhat es für sehr wahrscheinlich gehalten, daß Burkards II.Gemahlin dem Hause der Grafen von Aichclberg, O.-A.Kirchheim, angehört habe; in seiner ersten Stammtafeldes Grafenhauses Zollern-Hohenberg hat er jedoch hiezuMit Recht ein Fragezeichen gesetzt?")
Ich habe die heftigen Fehden, welche in der zweiten
"") Vcrgl. Gertrud-Anna , Gemahlin Rudolfs von Habs-ßurg. von Dr. NemigiuS Meyer. Beiträge zur vaterländischenGeschichte V. Bd. Basel 1851. S. 177 insbes. 181.
Siebe A. 78 l
"*) Geschichte der Grafen von Zollern-Hohenberg 1862S. 334 und I. Stammtafel derselben.
«-) i. o. S. 12.
Hälfte des 13. Jahrhunderts zwischen den Grafen vonAbenberg-Zollern und Zollern-Hohenberg wegen Haiger-lochs entstanden sind, mit der Verschwägerung dieser Ge-schlechter und mit dem Eintritt des Grafen Albert vonHaigerloch in den Benediktinerorden in Verbindung ge-bracht. Ueber den Kampf der Streitstheile nun beiHaigerloch am Feste Allerheiligen (1. Nov.) 1267 habenuns die Sindelfingcr Annalen ziemlich verlässige Kundeüberliefert. Dieselben notirten zu diesem Jahre:"")
1267. §rs.vis xugva, tuib LMä HaiZerlooliin tssto oinmurn sunetorura intsr comitss äs 2oIrsat äs HodsnbsrZ. Dbi ooines äo 2oIrs xotsntsrtriunixsta-vit?
Die Annalen von s. Georg im Schwarzwald lassenden Kampf zwischen Friedrich Graf von Zollernund dem Grafen Albert von Hohinlo (richtigHohinberg) stattfinden, den Grafen Albert Sieger bleibenund viele Gefangene machen?') Der hier genannte GrafAlbert von Hohinberg ist ohne Zweifel Graf Burkards III.Sohn Albert III. (Schmid II.), und Friedrich Grafvon Zollern kann nur Friedrich der Erlauchtesein, der Sohn Friedrichs mit dem Löwen und ElisabetSvon Hohenberg.
Dw NonuwsntuOsrinanius haben hiezu bemerkt:^)„Friedrich ist nachher von Kaiser Rudolf zum Burggrafenvon Nürnberg ernannt worden," eine Behauptung, dieentschieden als unrichtig bezeichnet werden muß. ZwischenFriedrich dem Erlauchten, vermählt mit Elisabet vonHohenberg, und dem gleichzeitigen Friedrich II., Burg-grafen von Nürnberg , dem Gemahl der Herzogin Elisabetvon Meran, muß genau unterschieden werden; man kannund darf sie nicht mit einander verwechseln.
In den achtziger Jahren des 13. Jahrhunderts ent-standen neue Streitigkeiten und Kämpfe zwischen Aben-berg-Zollern und Zollern-Hohenberg, veranlaßt vielleicht,durch das Ableben der Königin Anna 1281 oder jenerAnna, welche im nämlichen Jahre auf Hohenberg lediggestorben sein soll"") und eher eine Tochter Werts II.als III. dieses Namens gewesen sein dürfte.
Am 23. Oktober 1286 hatte nämlich Graf Bur-kard (IV.) mit dem Grafen Friedrich bei Balingen einen Conflikt. Auf Seite des Grafen Burkard und desGrafen Albert von Hohinberg, der damals vor Stuttgart lag, sind viele gefangen genommen und geiödtet worden?")Auf dem Tage zu Ulm am 10. November 1286 wurdensodann zur Beilegung des Krieges zwischen dem von Zolreund seine kint ainhalp und grave Albrecht anderhalpMaßregeln getroffen und als Obmänner des SchiedL-gerichteS der Burggraf von Nürnberg und derGraf von Oettingen aufgestellt, welche eine Sühneund einen dauerhaften Frieden herstellen sollten;"') abererst Kaiser Rudolf ist es zu Weihnachten 1286 in Hoheu-
»") U. 0. 88. XVII. 301.
LI. S, 88. XVII. 298. 1267 .. Loäsm anno kaeta 68tpuAna intsr sowitem kriäsrioum äs 2olrs st ooinitom^Ibortnm äo IloliinbsrK st ooinss Ltbertns mnltosoaxtivanäo triuinxbavit. Für Llbsrtnm äo bobinto ist Loodiu-bor§ berichtigt 1. o. A. a.
°°) I. o. A. 14 gni xostsa a Rnäolto oaesaro bni'AgravinzXorimborgensis rsnuntiatus sst. Ll.
°°) Geschichte der Grafen von Zollern-Hohenberg 1862S. 117 (Schmid nach Memminger O--A--Beschreibung vo»Notcnburg S. 14).
-°) Ll. O. 88. XVII, 304.
Schmid, Geschichte der Grasen von Zollern-Hohenberg