Ausgabe 
(19.6.1896) 25
 
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erstehung zu verhelfen so wäre gänzliche Aufhebungvorzuziehen; besser kein Adel als ein Adel, der für dieNation nicht das bedeutet, was er bedeuten soll! Armuthund Arbeit schänden nicht; beide sind vielmehr der wahrenchristlichen Gesinnung und Lebensweise förderlich. DieTrennung des Adels-Begriffes vom Geldgewicht, Prunk,Pomp, Glanz und Schimmer, von Bequemlichkeit, Modeland,Sportspielerei usw. wäre die Voraussetzung zur Rückkehr zuden altehrwürdigen christlichen Adelstraditionen; siegreichmuß die Erkenntniß die heutigen Geschlechter wieder durch-dringen, daß unser göttlicher Heiland Jesus Christus inWahrheit der Musteredelmann und daß eine Vereinigungvon Gottesehrung mit Pflege religiöser Wissenschaftlichkeitund religiöser Kunst, mit musterhafter Gesinnungstreueder Kirche und dem Throne gegenüber das wahre An-recht ertheile, seinen Namen ehrenvoll eingetragen zu sehenin das Adels-Negisterl

Hat das Leben durch den wiederauferstandenenchristlichen Adel an Vertiefung gewonnen, so wird vondiesem, zum christlichen Vorbild berufenen Stande einefür das Gute förderliche, heilsame Wirkung ausgehen aufdie breiten Schichten des Volkes, die nach Oben blickensollen; es wird sich in christlichem Sinne eine Erneuerungdes Volksgeistes vollziehen!

Die Broschüre: ^odlssss osiliZe, deren Darleg-ungen wohl in der Hauptsache jeder christliche Edelmannunterschreiben wird, wenn auch der da und dort ange-schlagene Ton als zu sehr aggressiv der christlichen Liebevergißt schließt mit dem Kapitel: Der Zweikampf!

Schreiber dieser Zeilen bekundet sein Einverständnißmit diesen Aufstellungen, erinnert an die jüngst gefaßtenBeschlüsse des norddeutschen Adclstages in dieser Frageund ladet alle hierüber ernstlich und gründlich Nach-denkenden ein, von einer gründlichen Studie Einblicknehmen zu wollen, des Titels:Das Duell im Lichteder Vernunft". (Stimmen aus Maria-Laach, KatholischeBlätter Jahrgang 1894. 4. Heft. Herder's Ver-lagshandlnug.)

Das fünfte göttliche Gebot, die weltliche Gesetz-gebung und die Erkenntniß der Thorheit, die darin sichfindet, daß ein Beleidigter dadurch Ehre und Gerechtig-keit wieder gewinne, wird er vom Beleidiger verletzt odergetodtet das Alles sollte vernünftigen und gewissen-haften Männern das Unstatthafte, Widersinnige undFrevelnde Gott gegenüber mit aller Schärfe erkennenlassen. ÜInZna ssd veritus et praevalakit!

Ein deutscher Edelmann.

Der Bilderzauber und die modernen Zaubererin Frankreich .

Von Charles Saint-Paul.

(Schluß.)

Gua'üa fährt in seinem Brief an den RedacteurdesGil BlaS" fort:

Nach diesen Andeutungen kehren wir zu dem zurück,was mich nunmehr persönlich angeht! Ich hatte zuerst dieAbsicht, das Schweigen der Verachtung zu wahren. Ichhabe es bis zum heutigen Tage beobachtet, vollständig; diepaar Zeilen zur Berichtigung imFigaro" gehen von dessenDirection aus, nicht von mir. Herr Jules Avis macht sichalso einer Pcrfidie schuldig, wenn er bemerkt, daß die so sarb-lose Antwort des Herrn Stanislas de Guaita imFigaro"nicht dazu geeignet sei, seine Freunde zufrieden zu stellen.

Man verlangt von mirmit viel Geschrei" Erklärungen.In einem solchen Falle werden dieselben am besten auf einemKampsplatzc im Freien gegeben. Das ist wenigstens meine

Ansicht! Aber an wen mich halten? An Herrn HuysmanSlJedem Herrn alle Ehre!

An Herrn HuysmanS , der in seinem Roman »LL-Las«und seit der Publikation dieses Buches sich unaufhörlich zumCentralccho dieser Verleumdungen gemacht hat, an HerrnHuysmanS , der erlaubte, daß man die närrischen Briefe ver-öffentlichte, in denen Herr Boullan mich als seinen Verfolgerbezeichnet; an Herrn Huhsmans, dessen in einem Morgenblntteveröffentlichte Berichtigung in gewisser Hinsicht die Verleumd-ungen mehr bestätigt als abschwächt.

Also an Herrn HuySmans , ohne Zögern i . Sodann anHerrn Jules Bois, der mich dreimal imGil Blas" ange-griffen hat.

Ich habe deßhalb meine Zeugen an diese beiden letzterengeschickt.

Das ist es, Herr Redacteur , was ich den Lesern bcSGilBlas" wissen lassen wollte. Wenn ich gerade dieses Organ zurAntwort wählte, so geschah es deßhalb, weil Herr Jules Boismich in demselben mit unglaublicher Erbitterung verfolgt hat.

Genehmigen Sie, Herr Redacteur , den Ausdruck meinerausgezeichneten Achtung.

Stanislas de Guaita ."Auf diesen langen Brief hat nun Herr Jules Boismit einem kürzeren geantwortet, in dem unter andermgesagt wird:

Er fängt sich in den Schlingen, die er stellt, und derschwarze Magier beschreibt seine eigenen Maleficien, wie einer,der von der Sache weiß, er bewundert sich wegen seinerZaubereien.

Lassen wir ihm seinen Stolz; lassen wir ihm dieses Ver-gnügen der Neclame, das ihm die Berufung auf sein Buchmacht, das so unbekannt und doch so anziehend ist, da der besteTheil desselben in lateinischer Sprache geschrieben ist.

Wenn es sich jedoch darum handelt, sich gegen den Verdachtdes Satanismus zu vertheidigen, weicht Herr von Guaita ausund versucht eine Abschweifung. Er wechselt das Terrain; ergeht von der Diskussion ab; er läßt die Feder fallen und er-greift den Degen, dessen er sich sicherer glaubt!

Gut, da er von Perfidie spricht, kann ich ihm laut ant-worten, daß, da ich ihn offen angriff und aufrecht erhalte, daßer mit unversöhnlichem Hasse diesen Greis verfolgte, der nunnicht mehr ist, ich auch jetzt vor ihm, SianiSlas de Guaita,mit derselben ruhigen Kühnheit auf dem Kampfplätze stehenwerde. Man verleumdet nicht, Herr von Guaita, wenn maneinen Todten vertheidigt und wenn man eine Idee schützt. Sie.ja Sie richten, verdammen. Sie vollziehen Ihr eigenes Urtheil!Ihr Tribunal ist nur eine schlechte Posse. Und da Sie sichals Magier erklären, will ich Ihnen das Beispiel Ihrer Meister,unserer Meister, des JesuS, Buddha, PythagoraS, Plato , So-kratcö vor Augen fübrcn, die nur zu sterben und zu verzeihenwußten. Und nun Friede für Boullani Daß er in Zukunftruhig schlafe! M. Stanislas de Guaita weiß wohl, daß wirkeine Politiker sind, daß wir gegen ihn keinen Krieg mit geriug-wcrthigen Schriftstücken mehr beginnen.

Empsangen Sie u. s. w.

Jules Bois."

Am Abend nach der Publikation dieses sonderbarenSchriftstückes wurde die Sache plötzlich beendet durch diezwei folgenden Protokolle:

14. Januar 1893.

Durch die Artikel, welche Zerr Jules Bois imGil Blas"vom 9., 11. und 13. Januar 1893 veröffentlichte, sah sich Herrvon Guaita veranlaßt, die Herren Barrtzs und Emile Michcletzu bitten, von Herrn Jules BoiS eine Erklärung oder eineGenugthuung mit den Waffen zu verlangen, der seimricitsdiese Herren mit den Herren Jules Gusrin und Charles Couibain Beziehung setzte.

Die Zeugen des Herrn JuleS Bois haben erklärt, daß ihrFreund nur eine Kritik esoterischer und philosophischer Art gegenHerrn de Guaita vorbringen wollte, daß aber dieselbe den Cha-rakter des Herrn de Guaita , eines vollkommenen Ebrcnmannes,nicht angriff und sich in keiner Weise auf denselben beziehenkonnte.

Nach diesen Erklärungen haben die vier Zeugen einstimmiganerkannt, daß kein Grund zu einer Begegnung vorhanden fei.

Für Herrn de Guaita: Für Herrn Jnleö Bois:

Em ile M i chclct. Charles Couiba.

Maurice BarröS. Jules Gusrin.