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I)s trlkn8 opiaeopia 8I08vio. I'rimis und vs Lka§. Lstamo.vrernmwi (Wurm), Erb Das LUcstcr Nheinan und die helvct.N-volution (G. Meier), Finke Laiuprc.cht über die kirchlichen»nd kirchcnpolitischcn Verhältnisse zu Ende des MittclaltcrS(Sl. Pieper), Pknroan-Van gll.r 8t. voruarüin äs 8ionna(Paulus), Pfister Der Dom zu Bambcrg (Hcimbucher), I.Wein Die musikal. Instrumente in den Büchern deS AltenTestamentes (W. Däumkcr), H. Pcsch Grundwahrheiten derchristlichen Gesellschastölchre (Huppcrt). — 13 Notizen überAdoli Arudcr'S Leben und Schriften, Braig'S Grundzügeder Philosophie, Atzbcrgcr's Geschichte der voruicäuischenEschatologie und verschiedene andere neue Erscheinungen (Hüls-kamp). — Novitätcn-Ncrzcichniß.
Der Katholik. Ncdigirt von Joh . Mich. Naich,12 Hefte, At. 12. Mainz, Kirchhcim. Inhalt von 1896.Heft VI, Juni. DaS Beichtgeheimnis vor Gericht. — vr. Selbst,Die Bibclwissenschaft des Protestantismus im Kampfe gegen dasAlte Testament. — vr. L. Bendix, Die Deutsche Ncchtseinheit.— v. Kcnrad Eubcl, Der hl. Pbilipp von Zell im BiSthnurSpeycr. — Zwei Kundgebungen in Sachen der christlich-socialenGeistlichen. — Literatur: 3. Xuakenkauar, 8. 3., Oom-montarins in guatnor s. oranZolia Oomiui hl. 3. OK. — Vavraueo ekrötleuno clans 1'kistoiro.— vr. Alois Knöpf ler,Johann Adam Mähler. — Vr. äs vummelauer, 3. ll.,hloelitationum et contomplationum punota s. I§natii elovoz-wla. — Miscelle: Zur religiösen Stellung Albrechts V. von Bayern .
Historisches I a h r b u ch der G ör r es g esel l s ch äst.
CommissionSvcrlag von Herder u. Cic., München . XVII.
Jahrgang. 2. Heft.
Inhalt: Aufsähe: Helmolt, Die Entwickelung derGrenzlinie aus dem Ercnzsaume im alten Deutschland . Lang,Passauer Annalen. Forschungen zur Passauer Geschichts-schreibung im Mittclaltcr. Meister, Zur Kenntniß desvenetianischcn Chiffrewesens. — Kleine Beiträge: v. Funk,Die Zeit des ooäsx vossanonsis. Falk, Zur Geschichte deröffentlichen Vüchcrsaiumlungcn Deutschlands im 15. Jahr-hundert. — Recensionen und Referate: Mirbt, Quellenzur Geschichte des Papst thumS (G ic tl). v. Zallinger, DasVerfahren gegen die landschädlichcn Leute in Süddcntschland(Beyerle). Oeniklo-Okatolain, Okartniarinm vni-rorsitatis varisisnsis III — ^.netarinm I (Ortercr). —Zeitschriftcnschau. — N o v i t ätc ns ch au. — Nach-richten: Neue Unternehmungen. — KantauSgabc der preuß.Akademie. — Funde. — Archivalicnaustausch zwischen Bayern und Oesterreich-Ungarn . — Bayer. Gruppe der Gesellschaft fürdeutsche Literatur und Schulgcschichtc. — Preiöerlhcilungcn undPrcisausschrciben. — Vierter internationaler wissenschaftlicherKatholikencougrcß. — Streitfrage über den Ursprung deS sieben-jährigen KrjegeS. — Nekrol. Notizen. — Erwiderung Sepx-Grupp.
Miscelten.
ll. O. (Kirchlicher Auflösungsprozeß in Lnthcr-anismuS.) Msgr. Falliza, apostol. Vikar von Norwegen ,berichtet in Nr. 0 „Die kathol. Missionen" (Juni-Hcst) voncincni „neuen, außerordentlichen Zeichen der Zeitauf protestantischem Gebiete". Der hervorragendstelutherische Dogmatiker NorwcgcuS, vr. Krogh-Touniug,der einen sehr großen Anhang im Klerus der StaatSkirche be-sitzt, veröffentlicht eben im „Morgenblatt" (Christiania ), demHauptorgan der lutherischen, orthodoxen, conservativen Partei,eine Reihe von Artikeln unter dem Titel „Der kirchliche Auf-lösungsprozeß rc." In diesen Artikeln weist er nach, daß derProtestantismus , speciell der Lutheranismus, in Auflösung be-griffen ist, weil er die apostolische Succession verloren, die Un-fehlbarkeit des kirchlichen Lehramtes leugnet, die Bibel alleinals ElaubcnSnorm aufstellt und so Glaubens- und Sittcnlehre,Guadenmittcl und Organisation der Kirche selbst der persönlichenAuffassung und Deutungswillkür des Einzelnen preisgibt. Ineinen: seiner letzten Artikel sagt er ohne Vorbehalt: „Es gibtfaktisch keiiw größere Kirchenabtheilung mehr, welche positiv undbekenntnißmäßig den ganzen, unverkürzten Christenglauben be-wahrt hätte, außer der katholischen Kirche ." Msgr. Fallizaweist nun darauf hin, daß diese Thesen im lukhcr. Norwegen öffent-lich aufgestellt werden von einem luthcr. Theologen, ohne daß irgendJemand seine Stimme dagegen erhebt; ebenso wie erst neulich
constatirt werden konnte, daß kein einziger norwegischer, luther-ischer Theologe gegen die These desselben Verfassers Einsprucherhob, nach welcher die Lutheraner durch eine „stille Reformation"die wesentliche Lehre der Reformatoren ausgegeben und zu derGnadenlehre der katholischen Kirche zurückgekehrt sind. ImGegentheil — auch andere lutherische Theologen, z. B. Bröch-ln ann, sind seither in ihren Schriften mit derselben Entschieden-heit für die katholische Gnadenlehre eingetreten.
ll. 6. (Der Ukercwe-Archipcl auf dem Victoria-Nyanza-Sce.) Vor einiger Zeit haben wir Näheres überden Sessc-Archipcl im Norden deS Nyauza mitgetheilt. ImMachest der „Katholischen Missionen" berichtet der Missionärv. Brard Näheres über die bisher noch gar wenig bekanntenUkerewe-Juseln im Süden bezw. Osten dieses großen Sce'S.Die Jnselreihe setzt sich zusammen aus etwa zwanzig be-wohnten Eilanden. Die Hauptinscln sind: Ukcrewe mit50,000 (!) Einwohnern, Ukara mit 10,000, Jrugwa 4000,Bwiro 2000, Naufuba ebenfalls mit 2000 Einwohnern.Die andern Inseln sind auch stark bevölkert, so das; vie Ge-sammtzahl der Bewohner dieses Archipels 150,000 beträgt.Die Eingeborenen theilen sich in die Stämme und Basita undBaruri; Völkcrstämme, welche in Sitte und Cultur den Ba-L-ukuma nahe stehen. Vier kleine Könige, vom HäuptlingLukonge erst vertrieben, von den Dcurschcn aber wieder ein-gesetzt. theilen sich in die Herrschait dieses JnsclrcichcS im „MeeredeS süßen Wasserö". WaS nun daS ChristianisirungSwerk diesesArchipels betrifft, so ist sein Erstehen der göttlichen Fügung zuverdanken. Vor 3 Jahren wollte ein junger Mann aus demHeidenthum zum Mohammcdanismns übergehen und sich deß-halb zu Arabern in den Unterricht begeben. Die Vorsehungführte seine Barke nach Bnkuiubi (der Hauplstation der kath.Mission). Er entschloß sich, erst die katholische Religion kennenzu lernen. Dieselbe gefiel ihn: derart, daß er nicbls mehr vomIslam wissen wollte. Nach einem Katechumenar von 3 Jahrenerhielt er die heilige Taufe. Im Jahre 1L92 wurde er Katcchistauf der Insel Ukcrewe und ist beute Vorsteher eines Christen-dorfcS von 290 Einwohnen:. Ende des Jahres 1895 befandensich auf dem Ukcrewe-'Archipel 600 Katecbumcncn; 4 Kapellen
— für dieses Land „monumentale Bauten" — erheben sich überdie elenden Hütten. Wenn keine äußeren Schwierigkeiten ein-treten, wird sich daS Christenthum auch auf Ukcrewe — gleich-wie cS auf Sesse der Fall — folgcrcich entwickeln.
ll. 0. (Die Armenier in Rußland .) Bekanntlichsind die Armenier ein geistig hochbegabtes Volk — und sindfür daS Lanv, in welchem sie nicht geknechtet, gerade kein Un-glück; das beweisen sie in russisch Armenien — in Kaukasicn.Nach russischen Berichten kommt Kautasicn durch die Armenierimmer mehr empor. DaS Land ist sehr fruchtbar, jedoch schlechtbestellt. Für einen geringen Preis erwerben die ArmenierGrund und Boden und gelangen rasch zu Reichthum undMacht, so daß der beste Theil des Landes, sowie Handel undIndustrie immer mehr ausschließlich in ihre Hände kommen.Sie halten fest zusammen und arbeiten sich gegenseitig in dieHand, was um so leichter geschehen kann, da sie zahlreiche undwichtige Aemter inne dabei:. Sollen doch nach der „NowojeWrcmja" in den kaiserlichen Finanzen 38 °/„, in der Gcrichtö-ve: Wallung 40 °/o, in den StaatS-Domänen 50 und inrMinisterium des Innern sogar 70 °/o der AmtSstellen mitArmeniern besetzt sei::(!).
ll. 6. (Rühmliches Urtheil eines protestantischenGeistlichen über die katholische Mission in Nord-amerika .) Ein höherer Geistlicher der englischen Hochkirche —Reynolds Hole— vav. 8. — schreibt in seinem unlängsterschienenen Ncisebuche über die Vereinigten Staaten in Bezugauf die Mission und die Katholiken: „Ich bewundere aufrichtigihren begeisterten Eifer, durch den Amerika (Bereinigte Staaten)mehr als 10,000 Kirchen und mehr als 6 Millionen Gläubigeauszuweisen hat. Nicht bloß sind ihre Kirchcnbautcn die schönsten
— keine Kirche in New-Uork kann sich mit der St. Patricks-Kathedrale vergleichen —, sondern sie werden auch zu gotteS-dienstlichcn Zwecken mehr besucht, als andere Plätze der Gottes-vcrcbrung. Obgleich schon drei amerikanische (anglikanische)Bischöfe in den Ncucugland - Staaten an der Arbeit waren,bevor der erste römische Bischof John (Carrol) auftrat, hatdoch die katholische Kirche zehnmal mehr Fortschritte ge-gemacht, als die unsrige. Dieses Ergebniß ist die Fruchtlanger, mühevoller und geeinigter Arbeit und jener edcl-mülhigen Opfer an Zeit und Geld, Zie selten ohne Erfolgbleiben."