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zuweilen in tiefem Schlummer liegende Pflichtbewußtsein unsererjungen Dämchen wecken, die Verschrobenheiten moderner Bildungbekämpfen, der Vergnügungssucht, dem Luxus, der weiblichenEitelkeit den Geist der Entsagung, der Einfachheit und derDemutb entgegensetzen — den Maricnkindern wird er dieSegensbotschast der Himmelskönigin verkünden, und allenthalbenwird er ihr neue Töchter zuführen. Welche katholischen Elternund Erzieherinnen dürften also wohl dem Marienboten ihreThüre verschließen? _
Sophie von Künsberg , Marienleben. 8°. 32 S.
Negensburg, Nat. Verlagshandlung (G. I. Manz) 1896.
7r. In „tiefem Waldcsfrieden ein schlichtes Muttcrgotles-bild" am Stamme einer Linde hat sich die Verfasserin erwählt,um dasselbe nach dem Laufe der marianischcn Festzeiten mitsinnigen Blumen der Poesie zu schmücken. Das lauschige, zurstillen Andacht stimmende Plätzchen an der „Maricnlinde" wirduns im ersten hübschen Gedicht geschildert. Nun folgen dieMaricntage des Kirchenjahres; ein paar EinleitungsstrophenVersetzen uns in eine wahr empfundene Naturbetrachtung, umdann in weiteren Versen das betreffende Festgeheimniß damitin Zusammenhang zu bringen. Wir treffen in den kurzen undformell abgerundeten Gedichtchen keine erkünstelte Gedankentiefe,sondern den Erguß einer schlichten, aufrichtigen Andacht ver-bunden mit der Gabe poetischen Natursinnes. Der Uebelstanddes einerlei Versmaßes, den sovicle derartige Versuche haben,ist sehr glücklich vermieden, und erfreuen wir uns einer Ab-wechslung in der Metrik, welche die lieblichen Strophen nielangweilig und langathmig macht. Bei der Fülle religiöserPoesien ist das Unternehmen der Verfasserin immer ein Waguißgewesen, aber wir sind der Ansicht, daß sich ihre Gabe auchneben den besten Erzeugnissen dieser Gattung mit Ehren sehenlassen kann. Von absonderlichen Wortbildungen, sowie vontrivialen Phrasen sind die 32 Seiten frei, auch merkt man denZeilen eine gewissenhafte Feilung an. Das sehr hübsch ausge-stattete Büchlein verdient gewiß empfohlen zu werden sowohlWegen seines eigenen Werthes, wie auch wegen deS guten Zweckes,nämlich zum Besten der Afrika-Missionen.
Meschler M. (s-9.), Die Gabe des bl. Pfingstfestes.
Betrachtungen über den hl. Geist. 8", VIII -s- 518 S.
Freiburg i. Br., Herder 1896 (III.) M. 3,50; gebd.
M. 5.00.
s. Die in kurzer Zeit nöthig gewordene dritte Auflage dieserBetrachtungen beweist zur Genüge, daß sie einem Bedürfnißentgegengekommen sind. In der That ist die Literatur überdiesen Gegenstand äußerst spärlich; gut aber ist es, unsermVolk, das die dritte Person der hl. Trinität in der Andachtüber Gebühr zurücksetzt, auch den hl. Geist und den Glaubenan ihn, der das Leben der Gnade auswirkt, zuni Bewußtseinzu bringen. Das geschieht durch k. Meschler anerkannter Weisein vorzüglicher Form. Man kann für das Buch also nurdankbar sein.
Warum gründen wir katholische Arbeiterv ereine?Von I. Eckard, Präses des katholischen Arbeiter-vereins in Stuttgart. Stuttgart 1896. Buchdruckereider Act.-Ges. „Deutsches Volksblatt". Preis 20 Pfg.
R. Herr Redakteur und Laudtagsabgeordnetcr Eckard, derin Württemberg unermüdlich thätig ist für Gründung katholischerArbeitervereine, weist in dieser kleinen Broschüre, in welcherdie innerste Ueberzeugung des Verfassers und dessen Begeisterungfür die Sache der katholischen Arbeitervereine zu beredtem Aus-druck kommt, die Nothwendigkeit dieser Vereine nach. DieBroschüre ist in erster Linie nicht an die Arbeiter gerichtet, ob-wohl auch diese über Zweck und Organisation der katholischenArbeitervereine aus ihr sehr vieles entnehmen können, sie wendetsich vielmehr an alle jene — Geistliche wie Laien — die ver-möge ihrer socialen Stellung berufen sind, die Gründung eineskatholischen Arbeitervereins zu veranlassen, einen solchen Vereinzu leiten oder irgendwie zu unterstützen. Wir können dieBroschüre aufs wärmste empfehlen und wünschen, daß sie einegute Aufnahme und weite Verbreitung finden möge.
„Die Wahrheit." Herausgegeben von Ph. Wasserburg.Verlag von Rud. Abt in München . (Erscheint monatlichzweimal. AbonnemeutSpreis pr. Jahr 8 M.; Einzel-hefte 50 Ps.)
* Von dieser Halbmonatsschrift liegen uns die ersten 12Hefte vor, welche im Ganzen und Großen die Erwartungen
rechtfertigen, welche an die Gründung dieses litcrarischen Unter»nebmens seitens der Leser geknüpft wurden. Eine Reihe vor-trefflicher Aufsähe behandeln theils aktuelle Fragen der Tages-geschichte, theils allgemeine Themen aus den Gebieten der Ge-schichte, Socialwissenschast, der Kunst u. s. w., und zwar der-art, daß die betr. Aufsätze in jedem Hefte ein abgeschlossenesGanzes bilde». Der Aufgabe der Zeitschrift entsprechend, tragendie Abhandlungen vielfach apologetischen Charakter, wodurchdiese Zeitschrift zu einer Quelle der Belehrung und zu einemArsenal für die Discussion mit Gegnern sich gestaltet. Sinkauch, wie natürlich, nicht alle Abhandlungen von gleichem Werthund Interesse, so darf man doch das Unternehmen, das voneiner tüchtigen Redaction Zeugniß gibt. auf's beste empfehlen.Sehr lobenswerth ist auch die gute Ausstattung und das gutgewählte Format der Hefte.
Theologisch-praktische Monatsschrift. Monatlich er-scheint 1 Heft in der Stärke von 5 Bg. od. 80 S. gr. 8°.Preis ganzjährig 5 Mk.
Inhalt des 7. HefteS 1896: Jakob Greiser alsApologet der Gesellschaft Jesu . — Vollständigkeit der Beichtbezüglich der vergessenen, nachher wieder erinnerlichen Sünden.
— Ueber das Wallfahrten und die Verhütung der dabei unter-laufenden Ucbelstände. — Lehrreiches vom „Moraluntcrricht"in der französischen Volksschule. — Rechtliche Natur des sogen.Pfarrgeldes und Einfluß des Religionsbekenntnisses aus diePflicht zu dessen Entrichtung. — Verweigerung des elterlichenConsenses zur Verebelichung. — Die Erziehungsfehler, welchedie Ursache der Nervosität sind. — Sind schwach begabte Kinder,sobald sie das gehörige Alter erreicht haben, zur ersten bl. Beichtezuzulassen? — Pflicht der Gemeinden zu Scbulhausl anten. —Das Werk vom Brode des hl. Antonius, eine „sociale Andacht".
— Mehrere Aemter äs Lsgniom an einem Tage in der näm-lichen .Kirche. — Appellation von der geistlichen an die welt-liche Regierung in Vcrwaltungssachen. — BeachtenswcrtheKleinigkeiten. — Neueste Entscheidungen der römischen Congre-gationen. — Erlasse der obersten Verwaltungsstellen und Ent-scheidungen der obersten Gerichtshöfe. — Novitätcnschau.
Stimmen aus Maria-Laach. Katholische Blätter. Jahr-gang 1896. Zehn Hefte M. 10.80 (oder zwei BändeL M. 5.10). — Freiburg im Breisgau. Herder'scheVerlagshaudluug. Durch die Post und den Buchhandel.Inhalt des 6. Heftes: Die Naturgesetze der culturellenEntwicklung und die Volkswirthschaft. I. (H. Pesch 8. 9.) —Herbarts Ansichten über Religion. (A. Schwabe 8. 9.) — Diehistorische Vorlage zu Shakespeares Falstaff. (O. Pfüls 8. .1.)
— Das Hexenwesen in Dänemark . I. (-s- W. PlenkerS 8. 9.) —Des hl. Ambrosius Lied vom Hahnenschrei. (G. M. DrcveS8. 9.) — Recensionen: Gutbcrlet, Der Mensch. Sein Ur-sprung und seine Entwicklung (E Wasmaun 8. 9.); Brandts,Die katholischen Wohlthätigkeits-Anstalten und -Vereine (H.Pesch 8. I.); Uam^, Oalsris illnstrss äs la DompaZnis äs9ssvs (St. Beissel 8.9.) -- Empfehlenöwerthe Schriften.
— Miscellen: Zum Jubiläum der Dublin Lovlorv; ZolaSBuch über Rom; Die Universitäten Italiens .
Charitas. Zeitschrist für die Werke der Nächsten-liebe im katholischen Deutschland . Unter Mit-wirkung von Fachmännern herausgegeben vom Charitas-Comits zu Freiburg i. Br. Erster Jahrg. 1896. Er-scheint, 16 Seiten stark, je am 1. des Monats und kanndurch die Post und den Buchhandel bezogen werden.AbonnementsprciS jährlich 3 Mark. — Freiburg i. Br.Herder'sche Verlagshandlung.
Nr. 7 enthält u. A.: Die Liebesthätigkeii der Cistercienserim Mittelalter. — Wie kann das Vermögen von Wohlthätig-keitsanstalten, Vereinen und Kongregationen am besten sichergestellt werden? II. (Schluß.) — Ueber das Sammeln vonBriefmarken u. dgl. im Dienste der christlichen Charitas. —Kleine Mittel zur Verbesserung der Armenwohnungen. — DerOrden und die Genossenschaften der Barmherzigen Brüder. I.— Zum Kampf gegen den Alkohol. (2. Die nichtkatholischcnBestrebungen.) — Marianischer Mädchenschutzverein. — Die Be-kämpfung des Concubinats zu München . — Eine Haushaltungs-schule für Bauernt ächter. — Katholische Trinkerheilanstalt inder Centralschweiz .