Ausgabe 
(14.8.1896) 33
 
Einzelbild herunterladen

264

belebt. Immer, in jeder Lage, gegen jede Person, zeigt er sichin bewunderungswürdiger Weise als der vor allem von Seelen-eifer entflammte Apostel. Der erste Theil (1. und 2. Band)umfaßt die allgemeine Korrespondenz: Briefe von ver-schiedenem Inhalte und verschiedener Wichtigkeit an die Mit-glieder der Kongregation sowie an Auswärtige jeder Classe undjeden Standes, an Vornehme, Geringe, Verwandte, Freunde usw.Der zweite Theil (3. Band) bringt die spezielle Kor-respondenz: und zwar zunächst wissenschaftliche Briefe,welche sich auf die Werke des hl. Kirchenlehrers beziehen, auf ihreHerausgabe, auf den Zweck, die Art und Weise und Zeit ihrerAbfassung, auf die Erklärung, die Entwicklung und Begründungseines Moralsystems usw.; ferner die Pastoralschreiben,welche irgendwie die Pflichten deö SeelsorgeramteS betreffen,sei es nun hinsichtlich der Verwaltung der Diözese oder derPredigt des göttlichen Wortes. Dahin gehören die Verfügungen,Verordnungen und Dekrete, welche er als Bischof für den Klerusund das Volk erließ, die Berichte an die heilige Kongregation,die Briefe zur Vertheidigung der Rechte seiner Kirche oder zurguten Verwaltung der Diözese, und endlich zwei Unterweisungenüber die Art und Weise, mit Erfolg die heiligen Missionen unddie geistlichen Uebungen für den Klerus zu halten. Der Ueber-sichtlichkeit wegen sind alle Briefe sowohl des ersten als zweitenTheiles chronologisch geordnet. Jedem Bande ist das Inhalts-verzeichniß der in demselben enthaltenen Briefe beigcgeben.Ein vollständiges alphabetisches Generalregister derbcmerkenswertbestcn Gegenstände am Schlüsse des dritten Bandeserleichtert den Gebrauch des ganzen Werkes, insbesondere daöNachschlagen bestimmter Punkte, über welche sich der Heiligemehrmals ausgesprochen hat. Dem innern Werthe des Werkesentspricht durchaus die äußere Ausstattung, und ist deßhalb zurwärmsten Empfehlung nichts weiter beizufügen.

Dr. Ludwig Hoffmann.Das Recht des Adels undder Fideicommisse in Bayern." München , 1896.I. Schweißer (Jos. Cichbicblcr). 8°. Eleg. gebd. mitstilgem. Dcckcnpreffung u. Nachschnitt Preis M- 5,,hocheleg. mit Goldschn. Preis M. 6,.

Dr. Hoffmann's Arbeit ist nicht bloß, wie auS dem Titelvermuthet werden möchte, den adeligen Fidcicommißbesitzerngewidmet, sondern thatsächlich ein Nechtshandbuch des ge-stimmten bayerischen Adels, welches in gedrängter, abergleichwohl erschöpfender Darstellung eine Uebersicht über alleRechtsverhältnisse der Adeligen Bayerns gewährt. In kurzen,lichten Umrissen gibt der Verfasser den Begriff und die Ge-schichte des Hohen und niederen Adels, erörtert dessen Arten(Ahnen- (alter), Ur- und Brief-, Erbadel), dessen Erwerbdurch Geburt, Heirath und Verleihung und dessen Verlustin Folge Verheirathung und Verzichts, schildert die Standes-rechte, insbesondere das Recht der HauSvcrfassung des hohen,die Rechtsgrundsätze in Bezug auf die Ebenbürtigkeit des ersteren(standesherrlichen) wie des niederen AdelS. Ein Kapitel ist demAdelszeichen (Familiennamen, Prädikat und Wappen), einweiteres den Vorrechten kraft Satzung oder Rechtsgeschäft(statutarischer oder rcchtsgcschäftlicber Abhängigmachung des Er-werbes bestimmter Rechte, wie Zulassung zur Mitgliedschaftadeliger Institute, zu Würden, Pfründen, Stipendien rc., Erb-folgebcfähigung in gewisse Güter vcm Besitzer des Adels über-haupt oder eines besonders gearteten Adels) gewidmet. Inder folgenden Darstellung deS Adels und seiner Verhältnisse inBayern kommen die Kronämter, die Standesherren, ihre Rechte,Ehrenvvrzüge und Auszeichnungen unter stetem Hinweis aufdie einschlägigen Normen des bayer. öffentlichen Rechtes ein-gehend zur Besprechung, dann die Reichsritterschaft und derLandcsadcl. Von allgemeiner Bedeutung für sämmtliche KlassendeS Adels sind die Bemerkungen über das ReichShcroldamt unddessen Wirkungskreis, Adclsinatrikcl, Ahnenprobe, Wappen-prüfung, adelige Stiftungen, Siegelmäßigkeit, Orden und Aus-zeichnungen. Den I. Theil des Buchesdie Lehre vom Fidei-commisse im allgemeinen und in Bayern insbesondere" vervoll-ständigt als dritter Theil ein Abdruck des VII. Verfassungs-cdiktcs mit Hinweis auf die Parallelstellen deö preußischen Land-rechtS und von zahlreichen erläuternden Noten begleitet, fernerder erste Anhang: die Instruktion über die Behandlung derFvmilienfideicommisft von, 3. März 1857. Den zweiten An-hang bildet ein interessanter NcchtSfall, ein Prozeß, in dem essich um die Stammzuts- bezw. Familienfidcicommißeigenschafteiner Familie deö vormaligen unmittelbaren Reichsadels handeltund der bis zu einem gewissen Maße als Einführung in die

praktische Anwendung des FideicommißrcchtcS dienen kann.Das Buch, 255 Seiten Octav, ist gemäß seiner Bestimmung,weniger dem geschäftlichen Handgebrauch in den Bureaux, als denPrivatbibliotheken und Büchertischen des höherenund niederen AdelS zunächst in Bayern zu dienen, höchstelegant und vornehm ausgestattet und zur bequemenBenützung mit einem sorgfältig gearbeiteten Sach-register versehen, der Preis ein im Verhältnisse zur Aus-stattung sehr mäßiger. V/r.

Die glückliche Ehe. Lehr-und Gebetbüchlein für Erwachsene»welche in den Stand der Ehe zu treten gedenken, sowieim besonderen für Braut- und Eheleute, von AntonHäuser, Priester der Diöcese Augsburg . Mit ober-hirtlichcr Approbation. 6. Verb. Auflage des Trauungs-Andeukens. Donauwörth 1896. Druck und Verlag vonL. Auer.

* Kein Buch wird mehr zur geistigen und leiblichen Wohl-fahrt eines Volkes beitragen, als dasjenige, welches auf dieHeilighaltung der Ehe, des Familienlebens und eine wahrhaftchristliche Kinder-Erziehung wirkt. Das vorliegende Lehr- undGebetbücklein wird dieser Aufgabe in unübertroffener Weise ge-recht. Könnten wir dasselbe in allen christlichen Familien ein-führen und ihm dort bereitwillige Herzen erschließen es er-wüchse ein starkes Geschlecht, das aus eigener Kraft den gord-ischen Knoten der socialen Frage löste und alle anderen Welt»verbcsserungSmittel überflüssig machte.

Müller Gust. Ad,, Christus bei JosephuS Flavius ,eine kritische Untersuchung. 8°, 60 S. Inns-bruck , Wagner 1895 (II).

S Die weltberühmte Stelle in denLntiguitatss (18, 3)"des JosephuS Flavius , welche sein Urtheil über Christus ent-hält und weil sie so gar nicht nach dem Wunsch deSaus-crwählten Volkes" lautet so hartnäckig als unecht angefeindetwird, ist hier einer fleißigen historisch-philologischen Kritik unter-zogen. Wer sich über die vielunistrilteuen Worte kurz. ein-gehend und genau belehren will, dem kann vorliegende Schriftbestens empfohlen werden, mit der fast gleichzeitig eine andere(Bole Fr., Flavius JosephuS über Christus und die Christen.8°, VIII -s- 72 S. Brixcn, Wcger 1896. M. 1,50) erschienenist, welche denselben Gegenstand behandelt.

Die Erziehung der Kinder. Rathschläge für katholischeEltern von P. F. Peters, Priester der Kongregationdes Allerh. Erlösers. 2. Auflage. Mit kirchlicher Gut-heißung. Mainz , 1896. Kirchheim. 16. (VIII und136 S.) 75 Pf.

Der inzwischen leider verstorbene Herr Verfasser hat durch35 Jahre als Missionar an Hunderten Plätzen, in Städten undDörfern gewirkt. Das Werkchen ist in einem, dem einfacherenSinne leicht zugänglichen Stile abgefaßt, aus der Praxis heraus-gewachsen und hat sich bei seinem ersten Erscheinen schon dieerste Auflage war rasch vergriffen viele Freunde erworben.Wir können unsere katholischen Eltern nur dringend auf daSbillige Büchlein zum Wohle ihrer Kinder aufmerksam machen!

Die Perle der Tugenden. Gedenkblätter für die christlicheJugend von k. Adolf von Doß 8. ll. Mit bischöfl.Approbation. 7. Auflage. Mainz , 1896. Kirchheim.'18. (160 S.) gebd. M. 1,20.

Die beste Empfehlung für dieseGedenkblätter für diechristliche Jugend" ist der Name des Verfassers, eines wahrenJugendfreundes, und die Zahl der Auflagen, welche diesesSchristchen bereits erlebt hat.Die Perle der Tugenden" istdie Reinheit. Deren Vorzüge, die Mittel zu ihrer Bewahrungund ihre herrlichen Früchte werden in 38 kurzen Kapiteln leb-haft geschildert und durch ebenso viele gewählte Erzählungenerläutert. L. v. Doß war im Leben der erklärte Liebling derstudirenden Jugend; sie hat er auch vornehmlich bei AbfassungdieserGedenkblätter" im Auge gehabt. Wer sie einem Jünglingzum Geschenke macht, stiftet sicher viel Gutes.

j »Für unsere Kleinen." Jllustr. Monatsschrift für Kinderi von 410 Jahren. HerauSgeg. von G. Chr. Dieffen»I bach. Verlag von F. A. Perthes.g Vom 12. Jahrgang liegen uns die Hefte 710 vor. DieI Zeitschrift ist sehr nett ausgestattet und dem kindlichen Auf-» fassungSvermögen gut angepaßt._,

ÄMlltlv. Nchacteur.: Ad. Haas in Angöbnrg. Druck u. Verlag deö Lit. Instituts von Haas L Erabherr in Augsburg .