Ausgabe 
(21.8.1896) 34
 
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Von unserem Dichter sagt Peter Walde, selbst einMuscnsohn, in einer biographischen Skizze:Ja, einDichter, wie Julius Pohl , muß mit der Zeit ein Lieb-ling unseres Volkes werden." Er vergleicht ihn mitUhland, mit dem er echte deutsche Gemüthstiefe, mitNückert, mit dem er eine erstaunliche Versgewandtheitgemein habe.

Wo man singt, dort laß Dich ruhig nieder!" sosang einer aus dem vorigen Jahrhundert. Fürwahr,noch lange möchten wir weilen in dem melodienreichenWäldchen, das wie eine liebliche Oase aus der drückendenHitze des Weltlebens, dem Rasseln der Maschinen unddem Klingeln des Mammons frisch und kräftig sich her-vorhebt. Aber einen darf ich nicht vergessen, der wirklichDichter von Gottes Gnaden ist, Leo van Heem siede,der Zeit und Geld durch Leitung derDichterstimmender Gegenwart" der Hebung und Förderung der kathol-ischen Poesie opferwillig widmet. Hcemstede ist eine weitumfassende Dichternatur, er ist Lyriker, Epiker undDramatiker mit gleich durchschlagendem Erfolg, wie wiruns noch später überzeugen werden.

(Fortsetzung folgt.)

Recensionen und Notizen.

Das Marienbild in den ersten drei Jahrhunderten.

Eine Studie von OSkar Blank. Mainz, Kirchheim.

91 Seiten.

Garucci hat in seiner Ltoria clell' arts oriskiana, notxrimi otto seeoli (krato 18721880) fast alle alten Marien-bilder veröffentlicht, jedoch nicht immer genau und mit nur be-schreibendem Text. Kraus hat in seinem Koma sottsrranea, dieForschungsresultate Nossi's mitgetheilt. Lehn er: Die Marien-vcrchrung in den ersten Jahrhunderten, 2. Auflage, Stuttgart 1886; Liell: Die Darstellungen der allerscligsten Jungfrauund Gottcsgebärcrin Maria auf Kunsidenkmälcrn der Kata-komben, Frciburg 1387; ferner Wilpert: Ein Cyklus christo-logischer Gemälde aus der Katakombe der hl. Petrus undMarccllinus, Frciburg 1891, haben den Gegenstand, letztere zweibesonders die Orantenfrage eingehend behandelt. Auf pro-testantischer Seite haben Schul tze uud Hase »clever sichmit den Marienbildern beschäftigt. Die vorliegende Broschürewillan der Hand der gesicherten Ergebnisse der bisherigenarchäologisch-monumentalen Forschungen mit möglichster Sorg-falt und historischer Objektivität die Frage nach dein Marien-bild der ersten drei Jahrhunderte einer etwas eingehenderenPrüfung unterwerfen". Demnach zerfällt die Arbeit jn dreiAbschnitte: 1) das Marienbild in den ersten drei Jahrhundertenin archäologischer, 2) in dogmengeschichtlichcr und 8) in kunst-geschichtlicher Hinsicht. Die Darstellung ist klar und ruhig undzeugt von hervorragenden Kenntnissen, die Beweisführung istgut, und der unbefangene Leser wird feinem Schlußwort vollund ganz beistimmen:Ein neuer Beweis für die Wahrheitunserer hl. Religion ist uns geworden. Wir haben gesehen, wienichtig der Ruf der Gegner ist, welche einen völligen Contrastzwischen dem llrchristcnthum und demmodernen Nomanismuö"durch die Katakomben bezeugt wissen wollten. Auf Maria, welchedie kath. Kirche als ihre mächtige Schirmherrin von jeher an-gerufen und vercbrt hat, haben auch die Christen der erstenJahrhunderte ihr Vertrauen gesetzt. Schon damals hat die Er-füllung des prophetischen Wortes begonnen:Siehe, von nunan werden mich selig preisen alle Geschlechter!"

Haber! Fr. T., Kirchcnmusikalisches Jahrbuch fürdas Jahr 1696. Regensburg , Fr. Pustet, 1896. 8".xp. Vl -s- 25 -j- 132. M. 2,00.z- DasKirchenmusikalische Jahrbuch" versteht es, all-jährlich Neues, Anregendes und Interessantes zu bieten: Keiner,der auf diesem Gebiete sich umsieht, wird es entbehren können.AuS der gewandten Feder Waltcr's stammt die Jahreschronik(Okt. 189195). Haberl gibt sehr praktische Winke für An-fertigung von Musikbibliothcks-Catalogen. Uebcrraschend undhochinteressant ist ein ArtikelRhythmische Gliederung deö >Chcrals" von dem Jesuiten Gictmann auf Grundlage der An- >

ficht seines OrdeuSgcnossen DechsvreuS, welcher die.Behauptungaufstellt, der Cboral sei anfänglich im Takte gesungen worden,eine Ansicht, welche unserer bisherigen Meinung widersprichtund ganz neu ist. Man wird mit berechtigter Ncngiersc dasBuch des gelehrten Jesuiten erwarten, in dem er seine Aus-stellung zu beweisen sucht. Gelingt ihm das, so bedeutet seineEntdeckung geradezu einen Markstein in der Musikgeschichte.Wichtige Aufschlüsse bringt Haberl über den großen TomasLuis de Victoria . Kleinere Notizen und Referate beschließenden staunenswcrth reichhaltige» Jahrgang, dem als musikalischesAngebinde einige Charwochen-Texte, von LuiS de Victoria herrlichin Musik gesetzt, mitgegeben sind.

* Von einem Priester der Diöcese Eichstätt ist unlängstbei Ludwig Au er in Donauwörth ein sogen.Schutzengel-brief" erschienen. Dieses kleine Heftchcn behandelt, wieschon der Titel sagt:Mahnruf an alle Katholikenzum fleißigen Besuche deS sonntäglichen Psarr-gotteSdienstes", ein überaus zeitgemäßes Thema. Jnschlichten, aber eindringlichen Worten spricht dieses Bricfchenvon der Bedeutung, von den Gnaden und Segnungen desPfarrgotteSdiensteS für diejenigen, welche eifrig und wohlvor-bercitet bei demselben erscheinen, aber auch von der schwerenVerantwortung und den schlimmen Folgen für solche Katho-liken, welche durch eigene Schuld ferne bleiben. Allen HerrenKatecheten, sowie insbesondere den L-eelsorgcrn in Diaspora-Gemeinden dürfte die Verbreitung dieses Briefleins recht guteDienste leisten, zumal der Preis hiefür ganz niedrig gestellt ist.DaS einzelne Exemplar kostet nur 5 Pfennige uud ist in derMichael Seitz'schen Buchhandlung in Augsburg zu haben.

Die katholischen Missionen. Jlluflrirte MouatschriftJahrgang 1896. 12 Nummern. M. 4 fl. 2.40 ö.W. Frciburg im Brcisgau. Herdcr'sche VerlagS-handlung. Durch die Post und den Buchhandel.

Inhalt von Nr. 8: Die Kapuzincrmission unter denAurakanern in Chile. (Schluß.) Die im Jahre 1895 ver-storbenen MissionSbischöfe. (Schluß.) Die Mandschurei undihre Missionäre. (Föns.) Nachrichten aus den Mis-sionen: Türkei (Die katholische Kirche auf Kreta ); China(Deutsche Offiziere; Li-bung-lfchang in Schanghai ): Vorder-indien (Puna; Bombay; Ceylon, das päpstliche Seminar);Dcutsch-Ostafrika(Kilima-Ndscharo ); Aequatorial-Asrika(Sturmauf dem Nyanza); Nordamerika (Jndianerschulen); Brasilien (Pallottinermission); Aus verschiedenen Missionen. Miscellen. Diese Nummer enthält 9 Illustrationen undeine Kartenskizze. _

Kontrovers-Katechismus, kurze Begründung deS kathol.Glaubens und Widerlegung der gewöhnlichsten Einwände.Von L. v. Hammerstein, 8. ll. Verlag der Pauliuuö-Druckerei in Trier . Preis 50 Vfg.

Vorliegende Schrift bezweckt, Nicht-Kathcliken mit dein kath.Glauben und besonders mit jenen Dunklen bekannt zu machen,welche für Andersgläubige von größerem Interesse sind. Vonden 3 Abschnitten handelt der erste über die Religion im All-gemeinen, und es kommen hier besonders die GotieSbeweise, dieGleichgültigkeit gegen jedes religiöse Bekenntniß und der Religions-wechsel treffend zur Sprache. Der zweite Abschnitt beweist dieGottheit Christi und damit die Göttlichkeit des Christenthumsals einer geoffenbarten Religion. Im 3. Abschnitt vom Katholicis-mus werden die immer neu aufgworfcnen Fragen von der allein-seligmachenden Kirche, vom Glaubenszwang, Bibelverbot, Heiligen-anbetung, Neliquienverchrung, Ohrenbeicht u. s. w. beantwortet.Die Darstellung zeigt alle Vorzüge der v. Hammerstein'fchen Bücher:einen sehr reichhaltigen, aber sicher und scharf in gefällige Theilezerlegten Stoff; eine klare, bestimmte Ausdrucksweise; Furcht-losigkeit in Hervorhebung und Beantwortung mancher tief ein-schneidenden Frage und schließlich eine eigenartige, interessanteAuffassung. ES sei hiemit Jedem, der für religiöse Fragen sichintcrefsirt und das sollten eigentlich Alle angelegentlichempfohlen. _

Sagen, Gebräuche und Sprichwörter des Allgäu'SVon Dr. K. Reiser. Verlag der Köscl'schen Buchhand-lung in Kempten .

Von diesem Werke liegt UNS das 6. Heft vor, das sich mitden Geistcr-Sagcn im Allgäu beschäftigt und eine reiche Zahl!von Abbildungen von Orten, Kirchen, Schlössern rc. rc. bietet.'Unter den vielen mitgetheilten Mythen finden sich manche rechtanmuthige.

PuMV. MMur: Ad. HM in AULÄM'g.re- Druck ».Verlag deö Lit. Instituts von Haas L Grabherr in Augsburg .