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Gcheimrcith Pros. Carl Weigert (Frankfurt ) verbreitetesich über neue Fragestellungen in der pathologischenAnatomie, ein Vertrag, dessen fachwissenscvastliche Feinheiteneiner populären Berichterstattung noch ungünstiger sind, als dieübrigen Vortrage des Congresses.
Die Sitzung wurde alödann unter den üblichen Förmlich-keiten geschlossen, und damit hatte der csficielle Theil der68. Naturforscher-Versammlung sein Ende erreicht.
Recensionen nnd Notizen.
Beissel Stepb. (s. I.), Die Verehrung U. L. Frauin Deutschland während des Mittelalterö.8°, VI -s- 154 SS. Freiburg i. Br., Herder 1896.M. 2.00.
s Die Verehrung der Gottesmutter ist so alt, wie die ka-tholische Kirche , denn sie ist im Evangelium selbst begründet.Und wer etwa meinte, die Gegenwart leiste etwa in diesemPunkte gar zu Uebersckwängliches, der kaun durch einen Blickin vorliegendes kirchcn- Wie cultui geschichtlich sehr interessantes,auf genauestem Quellenstudium beruhendes Werk gründlich einesBesseren belehrt werden. Dem Geschmacke bleibt es immerhinaubeimgestcllt, einzelnen Aeußerungen und Neußerlickkeiten dermittelalterlichen Marienverehrnng den Beifall zu versagen, aberauch die moderne Art deö Cultus trägt Manches an sich, dasgegen Ernst nnd Würde verstößt. Daß der mittelalterlicheMariencult auch manche zarte, ja unvergleichliche Blütbe derPoesie gezeitigt hat, ist allbekannt und bringt uns auch k. Beisselin gebührende Erinnerung. Das reich beigebrachte Quellen-material zeigt uns den deutschen Charakter von der schönenEigenschaft der Gemüthstiefe. Die treffliche, historische Arbeitverdient von allen Gebildeten, vorab aber von dem Lesepöbel,der über Alles urtheilt, ohne es zu kennen, genauestens ge-würdigt zu werden. _
Predigten und kurze Ansprachen von Dr. JohannesKatsckthaler, Wcihbischos von Salzburg. X. Bdch.tJesuS, unser Erlöser. Salzburg , Mittermüller. 2 M.
Die nunmehr in 10 Bündchen erschienenen Predigtendes hochwürdigsteu Herrn W.chbischofs von Salzburg sind wohldie gediegenste Leistung, welche seit dem Erscheinen deS Eber-hard'schen Werkes auf homiletischem Gebiete der Ocsfentlichkeitübergeben worden ist, und verdient darum die ganz besondereBeachtung des Seelsorgsklerus. DaS vorliegende 10. Bündchenbehandelt in 8 Vortrügen, welche im Jahre 1895 im Dome zuSalzburg gehalten worden sind, die Fragen: Wovon hat JesuS uns erlöst? wodurch hat er uns erlöst? Daran reiht sich dieSchilderung des übergroßen Reichthums der Erlösung, sowiedie Darlegung der Bedingungen zur Theilnahme an der Er-lösung. Der ganze Prcdigt-Cyclns findet seinen würdigen Ab-schluß in einer tiefergreifenden Betrachtung über Oelberg undCalvarienbcrg. Ein reiches Material ist hier geboten in einerlichtvollen, klaren Darstellung, welche die Anpassung auch füreinfachere Verhältnisse leicht ermöglicht; das Ganze durchziehtzugleich ein so glaubcnsiunigcr, warmer Ton, der die Wirkungaus das Herz nicht Verfehlt. Jedenfalls ist das Studium solcheines einzelnen Bündchens der Katschthaler'scheu Sammlung füreine gediegene Fortbildung des Predigers ungleich wirksamer,als so mancher Jahrgang einer homiletischen Zeitschrift.
Brüder, seid nüchtern und wachet! ZeitgemäßeFrenndcSworte an reich und arm von k. Gratianvon Linden, Orcl. 6ap. Paderborn , Schöniugh.oy. Der Alkoholmißbrauch ist der Krebsschaden, der amWohlstände, an der Gesundheit, an der sittlichen nnd religiösenLebenskraft des Volkes zehrt. Zu einem guten Theile wirddarum die Lösung der socialen Frage auch die Aufgabe haben,das christl. Volk zur Mäßigkeit, Enthaltsamkeit und Sparsamkeitanzuleiten. Einen äußerst daukeuswertben Beitrag lüczu liefert dasdurch und durch praktische und Interesse weckende Schriftchen deSbereits rühmlich bekannten Verfassers. In ebenso ernsten alsWahren nnd überzeugenden Worten wird im ersten Theiledie Uninüßigkeit als eine gefährliche Wunde unserer Zeit ge-kennzeichnet. Dem Urtheile deö göttlichen Wortes, der Kirchen-lehrer und der Vernunft über die maßlose Genußsucht schließtsich die Lehre der Erfahrung aller Zeiten an; dieser letztereAbschnitt führt durch das bcigegcbcnc statistische Material eineso l>credte, überzeugende Sprache, daß ihr gegenüber jede Aus-flucht unmöglich erscheint. Im zweiten Theile werden die Mittelgezeigt, durch welche die so verderbliche Leidenscb.ait Heilungfinden kann. Von den unersetzbaren Mitteln ausgebend, welche
- Migiiiw. Redacteur:
der Glaube und die Gnadenmittel der Kirche bieten, nimmtder Verfasser Anlaß, über -Organisation, Zweck und Thätigkeitdes deutschen Vereins gegen den Mißbrauch geist-iger Getränke Aufschlüsse zu geben und ungerechte An-femdung dieses Vereins zurückzuweisen. Den Schluß bildeteine Aufzählung von Getränken, welche nicht bloß dem Durst-gefühle Genüge leisten, sondern zugleich jenen Reiz ersetzen, derdem Trinker die Alkobolgetränke so unentbehrlich macht. Wirwünschen dieses Schriftchen in die Hände reckt vieler Leier.Ist es ja Pflicht eines jeden Standes, jeder Confeistou undjeden Geschlecktes, sich an der Bekämpfung dieses Lasters zubetbeiligcn. Insbesondere wird aber der priesterlicke Standaus dem Schriftchen nicht nur reiche Anregung zu opferwilligerLiebe schöpfen, sondern auch erprobte Mittel darin finden, uman diesem großen und edlen Werke mit Erfolg mitzuarbeiten.
HeilgerSJ., Die Gründung der afrikanischen Mis-sion durch den ehrw. U. Lib ermann: Anweisungenund Belehrungen für seine Missionäre, nach seinen Briefendargestellt. Paderborn, F. Schöningh, 1896. 8°, VIII u.259 SS. M. 3,00.
S k. Libermann, der Stifter der Congregation „vom bl.Geiste" ist eine äußerst sympathische, Wahl hast apostolischePriestergestalt. Briese geben stets einen tieferen, unverfälschterenEinblick in das Geistesleben eines Mannes, als etwa andereliterariscke Arbeiten; da zeigt er sich im wahren Lichte undoffenbart er sein Herz, um so mehr, wenn er nickt ahnt, daßdie Nachwelt, was er geickrieben, einmal auch gedruckt lesenkönnte. Libermann's Briefwechsel offenbart einen durchausvornehmen, von heiligster Begeisterung durchglühten Charakter,dessen wohlthuende Innerlichkeit auch den Leser zu erwärmenim Stande ist. Heckgers gibt auS der Sammlung der Briefeeine Auswahl in deutscher Sprache; vorliegendes Buch bildetden dritten Band dieser Auswahl (Bd. 1 n. II erschien.::: 1893)und schildert die Bemühungen deö eifrigen Paters für die Mis-ston in Afrika mit dessen eigenen Worten. Niemand wird dieseBriefsammlunz aus der Hand legen, ohne erbaut und innerlichgebobcn zu sein.
Ziele und Wesen der Freimaurerei . Eine Studie vonFranz Ewald. Verlag von Rudolf Abt in München Preis 50 Pf.
In den letzten Jabren, besonders seit dem Erscheinen derbedeutungsvollen Eucyklika Leo'S XIII., den Enthüllungen Taxilsu. a., lenkten sich daS Augenmerk und daS Interesse der christ-lichen, katholischen Kreise in höherem und ausgedehnterem Maßeauf die Freimaurerei. Eine ganze Anzahl, zum Theil dick-bändiger Werke erschien auf dem Büchermärkte. Auch die obengenannte Broschüre von Ewald verdient Beachtung und Ver-breitung. In einer kurzen und übersichtlichen Darstellung undin effektvoller Schreibweise zeigt uns der Verfasser das Wesenund die Ziele der geheimen Großmacht auf socialem, politischem,sittlichem und religiösem Gebiete, Ziele, die im SatanSculteihren deutlichsten und blaSphemischen Ausdruck finden. Alledie vielen Belege sind auS Zeitschriften und Werkender Freimaurerei , welche dem Verfasser in außer-ordentlich reichem Maße zur Verfügung zu stehenscheinen, entnommen; die Freimaurerei wird mitihren eigenen Waffen bekämpft. Die kleine Schrift hatfür alle Interesse, insbesondere aber für jene Glieder des Klerusnnd der Laienwelt, welchen die Zeit zum Studium größererWerke über die Freimaurerei mangelt.
Stimmen vom Berge Karin el. Monatsschrift für daskatholische Volk. Herausgegeben von Fr. Scrapion a. S.Andrea Corsini. Graz , 1896. Verlag des Karmeliten-conventes.
Inhalt deS soeben erschienenen Heftes: Maria, Himmels-königin. (Gedicht.) — Die Bitte eines Missionärs. — Ist derAusdruck: Der Mensch solle Gott die Ihm „gebührende"Ehre erweisen, vollkommen entsprechend nnd sachgemäß? —Mailand. Verein zum gnadenreichen Jesnkiudlciu von Prag .— Gottheit Christi. — Tirol. Herz-Jesu-Bund. — Die heiligeEommnuion. Sprüche nnd Beispiele. — Maipredigten. DasPräger Jesulein . — Bekehrungen. — Gebets-Erhörnngen. —Maria, Unsere Liebe Frau von Czeustochau oder Frevel nndStrafe, Verehrung und Lohn. — Q-Lensnachrichten. — DerDritte Orden. — Die heilige Theresia. — Protestantismus . —Die erste katholische Prozession in London . — Opfergaben. —Corrcspo ndcnz. — GebctS-Jntentioneu. _