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zwischen Rhein und Main eine bestimmte Sperrlinie an-gelegt zu haben. Wenigstens schreibt uns Tacitus ?) daßGermanicuS auf seinem zweiten Zuge gegen die Chattenbereits auf den Trümmern einer von seinem Vater, alsovon Drusus , errichteten „Schutzwehr", „suxsr vsstigiisxiuesiäü xatsrni", weiterbaut, was sich mit dem obenGesagten gut vereinen läßt.
Inzwischen war auch die südliche Grenze bis an dieDonau vorgeschoben worden. Tiberius setzte jedenfallsnach dem Tode seines Bruders diese Anlagen fort, welchewohl in einer Kette von hölzernen Signalstationen be-standen, hie und da verstärkt durch kleinere Castelle.Vielleicht sind viele der sogenannten Begleithügel amrheinischen Limes, welche auf Grund der sorgfältigen
den definitiven Grenzabschluß zwischen Rhein and Main .Diese Thatsache wird uns besonders durch Frontinus ge-sichert, der als Zeitgenosse Domitians volles Vertrauenverdient und in seinem Werke 8trat6Ziriaticc>n I, III, 10berichtet, daß Oussur vowrtianus ^uZustus eine Grenz-wehr 120 Meilen weit anlegte, um sich so von demlästigen Guerrillakrieg der Germanen zu befreien, welchevon ihren „Waldthälern" und Schlupfwinkeln aus dieRömer beunruhigten?)
Was ist dies anders als die Erbauung des Rhein «limes von Rheinbrohl aus durch den Taunus um diesogenannte Wetterau bis nach Großkrotzenburg ? Sogardie Ausdehnung von 120 römischen Meilen, etwa 177 lrm,zeigt, wie Mommsen bemerkt, keine starke Differenz mit
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Forschungen Jakobt's und Loeschke'S sich als ehemaligeHolzthürme, als erste demonstrative Grenzlinie dar-stellten, in diese Zeit zu setzen, ..
Nach der Schlacht im Teutoburger Walde (9 nachChristus) gingen für die Römer diese Punkte zwischenRhein und Main jedenfalls eine Zeit lang verloren.Doch bald, besonders nach den allerdings zweifelhaftenSiegen deS GermanicuS, scheinen die zähen Eroberer wiederfesten Fuß gefaßt zu haben, vor allem in der unterenMainebene, wozu wohl die Gegend von Wiesbaden (a^uasLluttiaeao) mit ihren heißen Quellen und sonstigen An-nehmlichkeiten vielfache Anregung gab.
Nach dem Erlöschen des julischen Hauses war esnamentlich der thatkräftige Vespasian, welcher die altenGrenzen nicht nur wieder herstellte, wo es noch nichtgeschehen, sondern auch hinausschob.
Sein Sohn Domitian bewerkstelligte schon im Jahre83 nach Christus nach einem Feldzuge gegen die Chatten
spaeitus Lnnnlss. I, 56.
der wirklichen Länge dieser Linie, wie sie durch v. Co-hausen ermittelt wurde, ist aber „viel zu klein, um aufdie Verbindungslinie von da bis nach Negensburg be«zogen werden zu können." ^) Für die endgültige undtechnisch vollkommene Vollendung dieser Anlage sprichtnoch besonders eine zweite Stelle des Frontinus, wo erdavon spricht, daß Domitianus nach dem Chattenkriegeim Lande der Ubier (?) Castelle mit Wällen anlegte?)
- Schon früher war das sogenannte Dekumatenland(sZri äsouvautas), hauptsächlich das heutige Neckargebiet,an Rom gekommen, da bereits im Jahre 6 n. Chr. diese
D -Iwpsrntor Oneonr Dow. Lngnstns, emn Osrmonimors sno s snttibns st obseuris Intsdrio snbinüs iwpnZnarent,tutuw^ns rsg'rsssuw in proknnän silvarum bnberent, liwi-tibns per OXX willia, xossnnm netto non wntnvittnntnw otntuw belli seil snbieoit äitioni snns bostes, guorumreknKin nnünvsrnt.» Drontin. 8trnteKwnt. I, III, 10.
> °) Mommscn: Nöm. Geschichte. V. Bd. S. 136.
v) >Omn in üuibns 6ubioinm (Dbiormn?) enstslln xoneretpro krnetibus toeoruw, gnns vnllo cowprsbenäedat. - Lrrnte^m.II, XI, 7.