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habe, und daß er die Welt dem rechten Glauben erobernund überall Sittlichkeit und Gottesverehrung verbreitensolle. Zugleich wurden ihm himmlische Hilfsmittel,namentlich die Sprachengabe, verheißen. Außer mehrerenselbst erdichteten Abenteuern erzählt Nisami sodann auchvon anderen Autoren (für die erste und einzige ReiseAlexanders) berichtete und im Vorstehenden genannteErzählungen.
Recensionen und Notizen.
Die Jos. Kösel'sche Buchhandlung in Kcmpten beginntsoeben ein neues literarischeS Unternehmen, das in erster LinieSeitens des kath. Klerus die grösste Beachtung verdient, dasaber auch der kathol. Laicnwett nicht warm genug cmpioblenwerden kann. Von der rühmlichst bekannten „Bibliothekder Kirchenvater", Auswahl der vorzüglichstenparristischen Werke in deutscher Ucbcrsetzung,herausgegeben unter der Oberleitung von demleider inzwischen verstorbenen Dr. Val. Thalhofe r,veranstaltet die Firma eine Neue Subscription in einer Band-Ausgabe, die cS Jedermann ermöglichen und erleichtern soll,dieses einzigartige patristischc Sammelwerk auf einfache und be-queme Weise anzuschaffen. Die kathol. Literatur wird wenigeUnternehmungen ausweisen, welche an Umfang und Bedeutungder „Bibliothek der Kirchenvater" gleichkommen. Zwei päpst-liche Anerkennungsschreiben, biscböfl. Empfehlungen des ge-summten hochw. Episkopates von Deutschland , Oesterreich undder Schweiz und die gesammte kathol. Fachpresse haben aus denhohen Werth dieser altchristlichen Klassiker-Bibliothen hingewiesen.Auch in protestantischen Kreisen, wo ein derartiges Werk gänz-lich sehlt, wird die „Bibliothek der Kirchenvater" entsprechendgewürdigt, und einzelne Schriften werden gerade von dieserSeite besonders bevorzugt. Seit Beginn der ersten Subscriptionsind nahezu dreißig Jahre verflossen, und es ist inzwischen eineganz neue Generation herangewachsen. Die Verlagshandlungverdient daher volle Anerkennung, daß sie durch Eröffnung derNeuen Subscription auch den jüngeren Geistlichen Gelegenheitgibt, das Sammelwerk anzuschaffen, das in jeder theologischenBibliothek zu finden sein soll. Naturgemäß bietet die NeueSubscription auf das abgeschlossen vorliegende Werk viele Vor-züge vor der ersten Subscription, wo daS Unternehmen erst be-gonnen und noch Niemand den genauen Umfang der Samm-lung vorauSbestimmcn konnte. Die Neue Subscription erscheintin 80 Bänden, eine dankenSwerthe Neuerung, do dadurch einviel rascherer Abschluß gesichert ist. Jede Woche soll ein Bandausgegeben werden, so daß die Subscribcnte nach etwa 1'/, Jahrenim Besitze der ganzen Sammlung sein werden. Der Bezug desWerkes in kürzeren Terminen oder vollständig auf einmal stehtselbstverständlich Jedem frei und gelten für letzteren Fall er-mäßigte Preise. Die drei letzten Bände werden jedem Abon-nenten gratis geliefert. Im Uebrigcn gibt über die Art undWeise der Subscription, über die Bezugsbedingungen rc. ein„kurzer Berichts (32 Seiten) sowie ein „ausführlicherBericht" (112 Seiten) ausreichende Auskunft. Der ersterekann gratis, der letztere für den Preis von 20 Pf. durch jedeBuchhandlung oder direkt von der Verlagsbuchhandlung bezogenwerden. Als eine sehr angenehme Neuerung begrüßen wir esa-ch, daß nunmehr auch jeder einzelne Kirchenvater sowie jedereinzelne Band ohne Erhöhung des PreiseS apart abgegebenlv rd. Wer z. B. lediglich sich für die Schriften des heiligenAugustinus oder ChrhsostomuS rc. interessirt, kann nunmehrohne Preiserhöhung die betreffenden Bände einzeln beziehen,Was namentlich allen Jenen willkommen sein wird, welchenrotz der jetzt gebotenen großen Erleichterungen doch noch dielnscbaffung des ganzen Sammelwerkes zu kostspielig ist. Wirschließen, indem wir nochmals die Verlagsbuchhandlung zu demgroßartigen Unternehmen beglückwünschen und der Neuen Sub-scripiion die gleiche Verbreitung und Anerkennung wünschen,die erfreulicher Weise das Unternehmen schon von allem An-fange an gesunden hat.
/S. Im 32. Jahresberichte des naturwissenschaftlichen Vereinsfür Schwaben und Neuburg (Augsburg 1898) findet sich einehöchst interessante gcogiiostische Arbeit: „Beiträge zur Kennt-niß der tertiären und quartä reu Ablagerungen inBayerisch-Schwabcn" von Fritz Nühl in Jssing, die
namentlich in paläontologischer Beziehung in hohem Grade nichtnur die Aufmerksamkeit der bezüglichen Fachgelehrten, sondernauch der gebildeten Laien auf sich lenken wird. Der dem geist-lichen Stande angehörende Herr Verfasser, der seit Jahrzehntentheils unter Leitung hervorragender Geologen und Paläonto-logen, theils allein seine diesbezüglichen Forschungen in demausgedehnten Gebiete von den Alpen bis zum Jura und vonder Jller bis zum Ammersee mit unermüdlichem Eifer betreibt,hat die bei seinen geognostiscben Untersuchungen erhaltenenfaunistischcn und floristischen Petrefaktenfunde sorgfältig ge-sammelt, bestimmt, nach den verschiedenen Profilen ausgeschiedengeordnet in einer sehenswerthen Privatsammlung untergebrachtund in der erwähnten Arbeit die geoznostischcn Gliederungendes Gebietes mit allen in denselben aufgefundenen Einschlüssenzu einem übersichtlichen Gesammtschichtcnbilde vereiniget. DieArbeit behandelt in 10 Kapiteln: Den Flysch und die einge-lagerten Nummulitenschichten. — DaS oligocäne Molassemccr,die bayerischen Pechkohlen und die Cyrenenscbichtcn. — Dieuntermiocäne, gelbgrane Blättermolassc, die Nngulosa- undCrepidostomakalke. — Das mittelmiocäne oder Ncogcnmeer. —Die brackischen Kirchbcrgerscbichten oder der Kirchbcrger Schlier.
— Die graue Günzburgcr Molasse. — Die gelbe Molasse oderdie oberen Ablagerungen des Obermiocäns. — Die pliocänenAblagerungen. — Die Glacialablagcrungen. — Das Postglaciale.
— In vorurteilsfreier Weise hat der Herr Verfasser durchwegdie geognostische Beschaffenheit des durchforschten Gebietes auf-gefaßt und die Ergebnisse der Untersuchung, gestützt auf einreichliches Einschlußmaterial, in objectiver Form dargestellt.Bescheiden und gut motivirt vertritt er seine hier und dort vonden bisher geltenden Anschauungen abweichende Meinung, be-nützt mit großer Gewandtheit und gründlicher Stoffbeherrschungdie von bewährten Autoren in ihren bezüglichen Werken ge-schaffene Basis für den weiteren Ausbau der gcognosiiscbenLagerungSvcrhältnisse unseres Alpenvorlandes, und hat damiteinen hochachtbaren Beitrag zur Vervcllständigung der Geognosieunseres engeren Vaterlandes geliefert.
DidioC., Die moderne Moral und ihre Grund-principien kritisch beleuchtet. 8°, VIII -j- 103Seiten. Straß-burg, B. Herder, 1896. M. 2,00.s Die „Straßbnrger Theologischen Studien", herausgegebenvon Alb. Ehrhard und Eug. Müller, haben sich in der katholischenGclchrtenwelt einen guten Klang erworben durch die kritische,wissenschaftlich-nüchterne Haltung ihrer Beiträge. Mit vor-liegendem Bündchen, das seinen Vorgängern in keiner Weisenachsteht, sind die „Studien" zum 3. Heft des II. Bandes ge-diehen. Im ersten Kapitel bespricht Didio das sittliche Problemin der gegenwärtigen Zeit, die das traurige Bild einer Auf-lösung aller sittlichen Begriffe darbietet. Der folgende Abschnittmacht den EudämoniSmus und Militarismus zum Gegenstandder Erörterung. Daran schließt sich ein Kapitel über den fran-zösischen Positivismus und den Darwinismus. Besondersinteressant ist das vierte Kapitel, welches das Moralprincip desCulturfortschrittes behandelt. Nickt minder belehrend sind diebeiden noch folgenden Abschnitte über Kants Ethik und denPessimismus. Die letzten Zeilen der lesenswertben Schriftgehen auch mit der „deutschen Gesellschaft für ethische Cultur"ins Gericht und fällen ein Urtheil, dem jeder besonnen denkendeLeser nur zustimmen kann.
Theologisch-Praktische Monatsschrift. Monatlich er-scheint 1 Heft in der Stärke von 5 Bg. od. 80 S. gr. 8".Preis ganzjährig 5 Mk.
Inhalt des 9. Heftes 1696: Die Hospize an denAlpenpässen. — Kloster VormbaS. — Ueber Predigten fürGebildete. — PastorcllcS von der Reise. — Competcnz bei Ver-änderungen von Kirchengemeinden. — Soll man in Predigtengegen die Mode eifern? — Kann ein offenkundiger Renegatund Todsündcr kirchlich getraut werden? — Der Klerus unddie Jnteressenkämpfe auf dem Lande. — Die religiösen Standes-vereine und ihre Bedeutung für die Gegenwart. — Mehr Be-achtung der Armenscclsorge, besonders der verwahrlosten Kinder.— Beleidigungen von Seite der Pfarrkinder. — Wer ist ver-pflichtet, bczw. berechtigt, die Rogationsmesse zu lesen? — Be-achtenswerthe Kleinigkeiten. — Neueste Erlasse und Entscheid-ungen der römischen Congregationen. — Literarische Novi-tätenschau.