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maurer-WeltbnndeS gegen die katholische Weltkirche sucht dieLoge alle möglichen Factorcn in ihren Dienst zu stellen, sich zuihren Bundesgenossen zu machen: Literatur und Kunst. Theaterund Presse, Gesetzgebung und Erziehung, öffentliche Meinungund Bildung.
Angesichts dieser greifbaren Thatsachen ist cö nothwendig,ist cö hl. Pflicht, daß wir alle, die wir nicht zum Weltbundder Loge, sondern zum Gottesbau der katholischen Weltkirchegehören, uns enge und enger zusammenschaare» und Schulteran Schulter stehen wie eine festgehämmcrte Mauer, in der Handjene Fahne, auf die wir uns cingeschworcn seit wir leben undauf der die Worte prangen: Orocto in unrein sanotam catdoli-oam ob axostolioam eedesiam.
Und noch eines ist nothwendig. Wir muffen nämlich demvorzüglich organisirten Gegner — der Freimaurerei — durcheine womöglich noch vorzüglicher organisirtc, internationaleGegenorganisation entgegentreten. Diese Gegcnorganisation abersollte ihr Centrum iin katholischen Wcltccntrum, in der ewigenKoma haben und von dort aus über den ganzen katholischenErdkreis ihre wohlgeordneten Fäden spannen, hinaus undhinein in die einzelnen Länder und Diöcejcn. Das gäbeSystem, Ordnung, Leben, Halt und Rückhalt. Durch einesolche Organisation werden wir den Sieg beschleunigen, derkraft göttlichen Wortes unserer heil. Kirche verheißen und ver-pfändet ist, über deren bräuilicher Stirne auch inmitten desaugenblicklich tobenden Kampfes die Flammenworte prangen:Tu so kotrus, 6t super staue petrain aecliüeasto eoelosiammoaw, 6t xortas iukeri non prasvalestuut aclvorsns oaw.
Recensionen nnd Notizen.
kraueonia saera. Geschichte und Beschreibungdes BiSthums Würzburg. Begonnen von Dr. I.B. Sta mming er, fortgesetzt von l)r. A. Amrhein ,Pfarrer in Roßbrunn . DaS Kapitel Lcngfurt. 2. Abth.v. Herausgeber. Würzburg , Fr. X. Buckier'iche Verlags-handlung, 1696. S. 200—468 nebst Jnhalts-Vcrzcichniß.Preis M. 3,20.
§. In rascher Aufeinanderfolge erschien die 2. Abtheilungfür das Kapitel Lengfurt von der mit Freuden begrüßtenPublikation der Geschichte des Bisthums Würzburg. Für alle,die ihre Heimath lieben und sich gerne mit geschichtlichen Studienbefassen, wird dies Werk ein wabrcr Genuß sein. Mit Talentund Geschick, aber auch mit großer Ausdauer hat der Verfasseraus den besten Quellen unermüdlich zusammengetragen, aberauch klar, gründlich und bündig verwerthet, was von Interesseist von den Kirchen, Pfarreien, Filialen, Schulen nndsonstigen Verhältnissen der 14 Pzarrcicn des DekanatesLeugsurt. Topographie, Statistik, Orts- und Stiftungrgcschichte,Reckte und Pflichten werden eingehend behandelt. Ein sehrgenaues Register erhöht den Werth des ganzen Bandes (1. und2. Abth.). Es ist dies ein Werk, das in keiner Pfarrcibibliolbekfehlen darf und auch auf Kosten der Kirchcnstiftung beschafftwerden kann. Die Fortsetzung des Werkes läßt nicht langeauf sich warten, da bereits für ein weiteres Capitel (Mcllrich-stadt) das Material schon bearbeitet ist.
Die Frauen in der Heilkunde. Ein Beitrag zurFraucn-sragc von vr. msll. B. Langer. Wiesbaden , H. Lytzen-kirchen, 1894. 27 S. M. 0,60.
In der zur Zeit so viel verhandelten Fraucnfrage spieltdie „Acrzün", speciell die „Frauenärztin" eine wichtige Rolle.Unter der diesbezüglichen, enorm angewachsenen Literatur ver-dient das- vorliegend: Schristckeu Beachtung und Anerkennungwegen der klaren und sachlich ruhigen Behandlung seines Gegen-standes. Den ersten Grund, warum die Frau von dem Studiumder Medicin und dem ärztlichen Berufe ausgeschlossen bleibensoll, sieht Langer in der Unzweckmäßigkeil der Zulassung schlecht-hin, denn der Bcrui ist zur Zeil übcriültt. Das medicinischcStudium sowie die spätere Praxis stellen 'vdann die größtenAnforderungen an Nerven und physische Kraft. Diese Schwierig-keiten aber zu überwinden nnd dann in der Ausübung des Be-rlins wirklich und concnrrcnziähig neben dem Manne zu be-stehen, könnte der weiblichen Natur mir m Ausnabmesällen ge-lingen. Ein kürzlich erschienener Detanaidberiebi der mcdicin-ischcn Facnltät in Genf über das Meoicmstndium ter dortigenStudciilinncn lautet denn auch für die Allgenieisbeir ganzaußerordentlich imaünstig. Geeignete Erwerbszw-'ige für dieFrauentbätigkeil erkennr der Verfasser mii Neet". m dem Bernsder Krankenpflege, wo immer aroße Nachfrage na«> weib-lichen Kräften herrscht, in oem dem ärztlichen Berns nahestehen-
den Hebammen stand, der sich leider noch mmer aus denuntersten Ständen rckrntirt und dem „einige Procent Bei-mischung besseren socialen Blutes sehr noth thäte" (S. 24),sowie in der Heranziehung weiblicher Gehilfinnen sür denApothekerberuf. Möchten die Vorkämpfer der Frauen-frage hier die Hebel ansetzen!
Dulcamara. Harmlose und unmaßgebliche Gedanken überGott nnd die Welt, Religion und Philosophie, Kunstlind Wissenschaft, Gesellschaft und Politik und vielesAndere, von Paul Garin. Ncgenslmrg, Wnnderlina,1896. 8°. 325 S.
Stellenweise eine sehr anlegende und fesselnde Lek-türe. Allein vvr lauter Bemühen, ja etwas recht Geistreichesund AparteS zu sagen, sagr der vielbelcsene Plauderer nichtselten etwas recht Alltägliches und Affckiirtes. ES steht keinemarkante Individualität hinter diesen Ccw.serien, ihnen mangeltder sichere Boden einer einheitlichen, harmonischen Weltanschau-ung obne Schwanken. Darum meinen wir noch nicht, daß die„süß-bitteren" Gedanken unter die Schablone von SchlagwörternL la. „Liberalismus ", „Idealismus" passen sollten. Allein durchein solches systemloses Ab und Auf und Hin und Her von„unmaßgeblichen" und ausgeklügelten Ideen und abgerissenenNaisonnements sich durchzulcsen, gewährt keinen ruhigen, künst-lerischen Genuß und hinterläßt keinen conccntrirten Eindruck.Dazu kommt noch, daß diese „Gedanken" nicht immer ganz„harmlos" und unanfechtbar sind.
Geschickte der Franziskaner in Bayern , nach ge-druckten und eingedruckten Quellen bearbeitet vonk. Parthenius Minges. München, Lenin er (Stahlsuii.). Lcx.-8°. XV. 302 S. M. 5.00.
Der Verfasser ist sichtlich vorn Streben nach Obj.ctivi-tät uns Aufrichtigkeit geleite:. Daö stattliche Material für seineGeschichte — 1. von der Ankunft der ersten Franziskaner inBayern bis zur Einführung der ersten Reform; 2. von derersten Reform bis zur zweiten Rciorm; von der zweiten Ncscrmbis zur Gegenwart — hat er mit lobenswertbestem Fleißeallerorts zusammengesucht, gewissenhaft und im ganzen stilistischrecht geschickt verarbeitet. Schade nur, daß die mittelalterlicheZeit gar so kurz abgethan wird! Und da hätte es gar viel zusagen gegeben, so daß der hier zugewiesen: Raum entschiedennickt in dem gebührendeil Verhältniß steht zur Bedemmig undGröße seiner Zeit. Wer für diese Zeil in oem vorliegendenBuche eine gründliche und ausgiebige Belehrung sucht, wirdnicht immer ganz befriedigt werden. Der Nachdruck der Dar-stellung lieg: mehr auf der Neuzeit, die sehr eingehend undinteressant behandelt ist. Aus Einzelheiten des BuchcS einzu-gehen, speciell zu berichtigen, wo der Vcisasser öfter auf dieprimären Quellen hätte zurückgreiscn sollen, vazu ist hier nicktder Ort. Das thut auch keinen wesentlichen Eintrag den: Ge-sammtuntcruehmen, welches als ein verdienstliches und ge-lungenes bezeichnet werden muß. Verfasser hat dies seinhistorisches Erstlingswerk seinem ehemaligen Lektor, Magisternnd Provinziell gewidmet, dem Hochwürdizsten Herrn Bischofvon Augsburg .
Von der protestantischen Theologie zum kathol-ischen Priestcrthum. Von einem Priester der Tiö-ccse Würzbura. Ersurt, Brodmaim, 1896. 56 Seiten.Preis 0.60 M.
In der von Herrn Donicapittllar Dr. tBeol. Scltinann tuVreStau trefflich redigirteu katholischen Monatsschrift Cd omussnimm erschien im Lause der letzlcn Monate eine Reihe vonAufsätzen, welche allseitige Beachtung landen und nun. zurBroschüre vereinigt, noch mehr Aufmerksamkeit erregen dürften.Der Verfasser ba: die Geschickte seiner inncren Kämpfe undäußeren Führungen dem öffentlichen Urtheil unterbreitet, einmalweil es nicht zu den gewöhnlichen Fällen gehört, daß geradeein protestantischer Theologe den Weg zur katholischenKircke findet, und dann in der richtigen Ueberzeugung, daß derLeser in diesem Lebensgange manches Lehrreiche und Erbaulichefinden werde, das ihn mi: Freude erfüllt über die wundervollenWege der Gnade, die dock alle, so verschieden sie sein mögen,zu dem eine» Ziele führen. Gerade in einer Zeit, in welcherdie Pastoren des „Evangelischen BnndcS" die gehässige Kamps-weile der wäteren Jabrzehnle des 16. Jahrhunderts wieder auf-genommen haben nnd das protestantische Volk zur Feindselig-keit gegen die katholischen Mitcbristen aufzureizen suchen, ist essehr angemessen, daß ein evangelischer Theologe vssent/H