die nach ihm benannten, nachher von regulirten Chor-herren besetzten St. Bernhardhospize, welche in der ganzenWelt zu großer Berühmtheit gelangt und:
„Der Wandrer starrt vorn Eise,
Sein Odem friert zu Scknec,
Ein Glöckcken dumpf und leiseTönt fern vom Alpenice.
Der Hohlweg senkt sich tiefer,
Durch Felsenzackeu blicktDes Klosters dunkler Schiefer,
Mit weißem Kreuz geschmückt." (Matthisson.) ^°)
Für Frankreich brachte 996 einen Thronwechsel.Hugo Capst, der Vater einer großen Reihe von Königin,welcher es verstanden hatte, trotz des schwierigsten Stand-punktes einen glücklichen Anfang damit zu machen, demKönigthum zum Sieg über die Vasallen zu verhelfen,starb in diesem Jahre, und ihm folgte sein Sohn Robertder Heilige (996 — 1031). Sterbend ermähnte Hugoseinen Sohn, nie auf die Stimme von Schmeichlern zuhören und unter keinerlei Umständen klösterliches Eigen-thum anzutasten. Von König Robert, einem SchülerGerbcrts, wird denn auch erzählt, er sei fromm, weise,in den weltlichen und geistlichen Wissenschaften wohl be-wandert, namentlich aber ein ausgezeichneter Tonkünstlergewesen; viele kirchliche Lieder habe er in Musik gesetztund nachher dem Papst überreicht; er soll unter Anderemauch der Verfasser des Vani sairete sxiritrw sein; fernerhabe er oft im königlichen Gewände die Kirche von St.-Denys besucht, mit den Mönchen gesungen und den Chorgeleitet; auch habe er jede Lüge verabscheut und sich stetsder größten Demuth beflissen?")
1096.
Eine nie dagewesene Begeisterung, eine unbeschreib-liche Bewegung durchwallt die christlichen Völker Europas ,es ist das Jahr des ersten Kreuzzuges. Am 15. Novemberdes vorhergehenden Jahres hatte Papst Urban II. inFrankreich auf freiem Platze zur Rettung des hl. Landesbegeistert aufgefordert, und „Gott will es! viax Is vaulb!Darm!a volt!" antwortete tausend-und tausendstimmigerRuf, „gewaltig wie der Donner der Brandung desMeeres". Im Jahre 1096 erfolgte nun der Aufbruch.„Es war eine urgewaltige Bewegung, sagt Weiß?") EinZeitgenosse schildert, wie vielen Alles, was sie bisherliebten, auf einmal zuwider wurde, den Reichen ihreSchlösser, den Männern ihre Frauen und Kinder, undwie sie nur aus hl. Land dachten, wie manche, welcheheute über das ganze Unternehmen spotteten und ihm eintrauriges Ende voraussagten, morgen durch plötzlichenAntrieb all ihre Habe Hingaben, um sich an dem Unter-nehmen zu betheiligen, gerade mit Jenen abzogen, welchesie kurz vorher verhöhnt hatten. ,Wer soll die Kinder,die alten Frauen herzählen, die sich zum Kriege rüsteten,wer die Jungfrauen; wer die Greise, die unter der Lastdes Alters zitterten; wer die Armen, die ihre Kühe anden Wagen spannten, der ihre Habe und ihre Kindertrug, die bei jedem Schloß, bei jeder Stadt . . in ihrerEinfalt fragten: ist das Jerusalem ? Nicht bloß dieFranzosen , auch die Schotten kamen in ihren gewürfeltenPlaids. Leute landeten, Gott sei mein Zeuge, in unserenHäfen, die wir, die uns nicht verstanden: aber sie legtenihre Finger zum Kreuze zusammen, und wir schlössen
Vgl. den Artikel: Bernhard v. Mcnth. Kirchenl. II,433 f.; dazu Scptemberbest der Passaucr Monatsschrift: DieHospize an den Alpenpässen, des. xag-. 624.
Weiß, Weltaesch., IV, pa§. 265 ff.
") Weltgeich. (3. Aufl.) IV. pax. 607 f.
daraus, daß sie fürs hl. Grab streiten wollten? E»schien ein Feuer über die Völker ausgegossen, das in jederStadt, in jedem Verein eine neue Flamme entzündete.Streit, Fehde. Gewaltthat hörten auf; man sah Wunderund Zeichen, Kreuze, Schwerter, Kämpfer in den Wolken,Engel, die zum Aufbruch mahnten; die Heiligen, die altenHelden, Karl d. Gr., stiegen aus ihren Gräbern. Allenwar ein hohes, ideales Ziel gesteckt, das zugleich einenrealen Anhalt hatte, und Tausende und Tausende er-hoben sich dafür, bald aus den reinsten, bald aus deneigennützigsten Beweggründen; die himmlische Flammewar nur zu oft vom Rauche niederer Zwecke, fleischlichenSinnes umhüllt u. s. w."
(Fortsetzung folgt.)
Endlich hat sie gesprochen,*)
nämlich die „Ex-Pallat»stin" Diana Bau ghan. In demneuesten (14.) Heil ihrer „Memoiren", das gleich die MonateAugust bis November umfaßt, leider aber auch nur 32 Seitenzählt, schlägt sie ihre Widersacher mit wuchtigen Hieben zuBoden.
Unter den Leichen befindet sich auch die Kölnische VolkS-zeitung. Zwar beschäftigt sich die streitbare Dame auch mitBr.'. Finde!, gelegentlich mit Hildcbrand Gerber, der zuerst inDeutschland der Katze dieScbclle anhängte, mit dem englischenFreimaurer Waffe u. s. w. Aber das wird unsere Leser weniginteressiren, und es kommt auch wenig darauf an.
Die Angriffe gegen die brave Miß Vaughan sind — soerklärt sie schon auf dem Titelblatt — „das letzte Manöver".„Der Aeolus dieses Sturmes ist kein anderer als Satan, derKönig dieser Welt, der Inspirator und das Idol der Frei-maurerei ." Abgesehen von sonstigen untergeordneten Streichen,bat Satan sich mit besondcrm Euer der Kölnischen Volkszeitungbedient, und das kam so (S. 426 ff.).
Da die Freimaurerei die Nutzlosigkeit ihrer Bemühungenerkannte, Miß Vaughan zu entdecken, verfiel Bruder Neubau(Lcmmi) aus den Gedanken, ihre Existenz ableugnen zu lassenund damit einen gewaltigen Scandal anzustiften. Dafür beschloßman Hrn. Hacks-Bataille zu kaufen. Das kostet Geld,viel Geld, und da Nathan-Lcmmi nicht in der Lage war. sprangder Große Orient von Frankreich ein. Hacks-Batailleforderte zuerst 300 600 Francs, ließ sich aber auf 100,000 herunterhandeln. Für diese Kleinigkeit verpflichtete er sich, urplötzlich ineinem katholischen Blatt eine Erklärung zu erlassen, er habemit seinem „Teufel im 19. Jahrhundert" daS verehrlicke Publicumzum Besten gehalten. Auf dem Trienter Congreß solle dieVaughau-Frage ausgeworfen und mitten in der Aufregungdarüber nach dem Congreß die Erklärung losgeschossen werden.Für das Detail wurde Br.'. Fmdel als Berather zugezogen.Er rieth zur Wahl eines deutschen katholischen Blattes, da inDeutschland das Terrain am günstigsten sei, und die Wahl fielaus die Kölnische VolkSzeitung.
Nun kommt die Hauptsache. „Ich bitte zu beachten,"schreibt Miß Vaughan (S. 430), „daß ich nicht bloß Redens-arten mache. Einige Zeit vor dem Trienter Congreß begab sichDr. Bataille (also vr. Hacks) nach Köln ; er hielt sich dortauf; er versprach der Volkszeitung einen Bries, indem er sich als Gottlosen erklären und seine eigenen Schi Utenals Lügen behandeln würde. vr. Carvauns. der Hauptrcdactcurder Volkszeitung, wird diese höchst bezeichnende Thatsache nickt läug-uen. Die Volksztg., für deren Leitung der Plan einer erregtenDiScussion in Trient nicht unbekannt sein konnte, zog vor, denBries des Dr. Bataille nach, anstatt vor dem Congreß zuveröffentlichen. Die VolkSzeitung hat kein Wort von demAufenthalt dcö Dr. Bataille in Köln gesagt; als. sie später denversprochenen Brief veröffentlichte, hat sie gethan, als ob vr-Baraille ihr unbekannt sei, als ob er lediglich auf den Sen-sationS-Ariikcl (der Volkszeitung) vom 13. Oktober geantwortethätte. Wenn das preußische Blatt bloß die Katholiken auf-klären wollte, wozu diese Komödie? Warum bat es denn nichtseine Karten offen auf den Tisch gelegt und gerade herausgesagt: Dr. Bataille ist nach Köln gekommen, hier ist seine unSgegebene Erklärung? Die Volkszeitung hat das nicht gethan,denn es gehörte zu reu Plänen der Freimaurerei , vor allemeine gewissermaßen öffentliche Sitzung (deö Trienter Congresses)