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„Mgstmrger Po Leitung."
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Nr. 12. Mittwoch, 11. August 1880.
Natur, Gottes Spur:
Der Mensch, Gottes Bild:
Christus des Vaters Ebenbild:
Gott, das Leben, das Licht, die Liebe. Mich. Saller.
Der Zerr Daran.
(Fortsetzung.)
Enrichetta hatte aufmerksam aus einiger Entfernung den Auftritt verfolgt und alsfetzt der Mensch, die unsinnigsten Verwünschungen vor sich hinmurmelnd, der nächstenStraße zustolperte, trat sie rasch auf ihn zu: Sie wollten den Baron Bloomhaus sprechen?
Einen Augenblick starrte der Mensch die Fragerin verwundert an, dann antworteteer mit der beschränktesten Rücksichtslosigkeit eines Trunkenen. Natürlich. Wen dennsonst? —
Und Sie haben ein wichtiges Geschäft mit ihm abzumachen?
Hm, Geschäft, brummte der Mann. Er ist mir Geld schuldig, viel Geld und daswollt' ich haben. Aber die Kanaille ist mir entwischt.
War dies rohe Schimpfen nur ein Ausfluß der Trunkenheit oder verbarg sichdahinter etwas Anderes? Enrichetta mußte darüber Gewißheit haben und sie forschteweiter: Der Baron ist ja sehr reich, der wird Sie schon bezahlen.
Ja, bezahlen, lachte der Trunkene höhnisch auf. Er ist ja nur ausgerissen, um mirnicht zu geben, was er mir versprochen hat.
Er hat Ihnen etwas versprochen, forschte die Italienerin von Neuem. Das istetwas Anderes. War es eine große Summe?
Natürlich. Sonst würde ich ja weiter kein Aufhebens davon machen. Aber derSchurke hat mich an der Nase herumgeführt! Warum war ich Narr genug, seinen Wortenzu trauen. Ich hätte gleich 10,000 Francs fordern sollen. Das war nicht zu viel.
Obwohl Enrichetta bei dem Zustande des Trunkenen nicht fürchten durfte, durchallzulebhaftes Forschen sein Mißtrauen zu erregen, wollte sie doch mit der größten Vor-sicht zu Werke gehen und ihn nicht durch zudringliches Fragen kopfscheu machen, sie sagtedeshalb: Ja, das wäre klüger gewesen, denn Baron Bloomhaus hält leider nicht, wa8er verspricht. Ich könnte auch ein Liebchen davon singen und sie blieb dabei hartnäckigan der Seite des Mannes.
Der Trunkene öffnete verwundert seine kleinen verschmitzten Augen, so gut er esvermochte und rief dann lebhaft aus: Also Sie kennen den Baron auch? Das ist jamerkwürdig.
Ich kenne ihn sehr gut, ich hab' ihm einen sehr großen Dienst erwiesen und zumLohn dafür hat er mich aus dem Hause gejagt. Ja, lieber Freund, trösten Sie sich mit