die Haut, wenn ich oaran denke, es war eine entsetzliche Nacht und der Baron bliebganz ruhig und trieb allerhand Späße. Ich weiß ja, wo meine Gattin liegt, sagte erlachend, aber der Fleischer wird künftig seine Thränen an unrechter Stelle vergießen,wenn er überhaupt ein Narr genug ist, den Verlust seiner dicken Gemahlin zu beweinen.
(Fortsetzung folgt.
Bo» Bex «ach Chamonix über Töte Rotte.
Bon Auguste Montag.
Wer A zagt, muß im gewöhnlichen Leben auch B sagen» Wenn man aber fünfWochen lang Bex (sprich Be) gesagt, dann sehnt sich das ewig verlangende Herz, imAlphabet weiter zu gehen und es einmal mit C, mit Chamonix zu versuchen. Unter-stützt der Himmel dann noch dies Verlangen sichtbar, indem er nach langen Regentagenein strahlend blaues Gewand anlegt und eine frisch lackirte Sonne aufsetzt, so packt sichder Koffer mit Windeseile, und selbst der Abschied vom liebgewonnenen Bad wird leichtim Hinblick auf die kommenden Herrlichkeiten.
Bis Martigny verdirbt die Eisenbahn den Genuß der Natur, von bort aber trittdas Beförderungsmittel unserer Voreltern, der Wagen, in sein oft geschmälertes Recht,und die Poesie des Reifens beginnt.
Anfangs geht es etwas holprig, über schlechtes Pflaster, steile Höhen entlang, dochbald bessert sich der Weg, die Luft wird dünner, reiner, die üppige Vegetation ver-schwindet, den Wohnhäusern folgen Sennhütten, und nur das melodische Glockengeläutedes ruhig grasenden Viehs unterbricht die einsame Stille.
Weise der Reisende, der diesen sonst anstrengenden Paßübergang in zwei Theiletheilt, Martigny Nachmittags verläßt und auf Tete Noire übernachtet, — glücklich Der-jenige, dem eine wohlwollende Vorsehung dazu schönes Wetter verleiht!
Der Blick ins Rhonethal von Martigny bis Sitten, schnurgerade vom Fluß durch-schnitten, von den Berner Alpen , vom Tödi bis zur Jungfrau, in erhobener Klarheitund Großartigkeit umschlossen, links begrenzt von den gelben Felsmafsen des Deut duMorcle und des Grand Muveran, an den sich eine neue Kette von Schneebergen schließt— wer diesen Blick gethan, dieses unvergleichliche Landschaftsbild in der Beleuchtungeines wolkenlosen Juni-Abends gesehen, der fühlt alles Kleinliche' alles Trübe von sichabfallen und die Brust, befreit von den Miseren, deS täglichen Lebens, von einer un-beschreiblichen Andacht erfüllt.
Nun ist der Col de Forclaz erreicht. Ein paar Augenblicke landschaftlicher Ruhe,ehe ein neues Wunder am Horizont erscheint — der leuchtende Glacier du Trieft, demder kleine Gletscherbach gleichen Namens eilig zuströmt. Noch eine halbe Stunde scharfenAbsteigens, eine kurze Fahrt durch düstere Tannen am Abgrund vorbei, in dem dieWasser tosen und mächtige Felßblöcke von der verheerenden Gewalt des Elementes zeugenund das Hotel Täte Noire ist erreicht.
Der erste Mihklang in der Harmonie der Vergreise! Das finstere Haus, das Ge-wühl vom Tanz erhitzter Bauern und Schenkmädchen, eine Meute kleiner und großerBernhardinerhunde, die hier gezüchtet werden — dies Alles giebt ein charakteristischesaber wenig einladendes Bild. Doch das ist nur eine kurze Station! — Darum getrost!drei Francs gezahlt für einen souptzon ä'iw bselsteak, in die Betten gelegt, auf derenAnzügen, angesichts der eben begonnenen Saison, erst wenige Personen geschlafen habenkönnen, und die Brühe geschluckt, die als Morgenkaffee servirt, mit dem Beefsteak anGüte und Preis rivalisirt.
Die kühle Frühlust entschädigt reichlich für die Dünste, die man in der Spelunkeemgeathmet, gern erleichtert man den Wagen, um zu Fuß allein in Gottes herrlicher