Ausgabe 
(14.8.1880) 13
 
Einzelbild herunterladen

dunkeln Nachthimmel, der Zug setzt sich in Bewegung und hineingeht's in die schöneSommernacht. Es ist über 9 Uhr, als der Zug in den Augsburger Bahnhofeinfährt.

Es war ein Tag des Herrn da oben auf dem sonnigen, waldbegrenzten Burg-Plätze von Oberwittelsbach und der Tag wird fortleben in der Erinnerung; der Samen,der dort in die empfänglichen, Herzen gefallen, wird wachsen und immer fester wirdwurzeln die Liebe und Treue zu unserm angestammten FürstenhauseWittelsbach."

A. Planer. ,

Der Barometer, -er Wind un- -er Thermometer als Wetteranzelger.

Der Barometer hat eigentlich nur die Bestimmung, den Druck der Luft anzuzeigenund in Folge davon als Höhenmesser zu diene». Da sich indeß der Druck der Luft beibevorstehenden! feuchten oder trockenen Wetter vermindert oder verstärkt, so läßt sich bisauf einen gewissen Grad sein Werth für Vorausbestimmung der Witterung nicht in Abredestellen. Es gibt in dieser Beziehung gewisse Regeln, die ein Resultat der Beobachtungund Erfahrung sind und wir glauben deshalb, daß deren Mittheilung für unsere Lesernicht ohne Interesse sein dürfte.

Vor Allem ist es nothwendig, zu wissen, daß die Anzeigen des Barometers jedes-mal unzuverlässig sind, wenn gleichzeitig zwei Luftströmungen herrschen; eine in der Höhe,die andere in der Nähe der Erde. So, wenn z. B. zwei Winde herrschen, der eine ausNorden in den unteren Schichten der Atmosphäre, der andere aus Süden in der oberenSchichte, so kann der Barometer sehr tief stehen, ohne daß es regnet und umgekehrt,wenn der Wind in den unteren Regionen aus Süden und in den oberen aus Nordenweht, so kann der Barometer sehr hoch stehen und doch Regen stattfinden.

Stets muß man auch berücksichtigen, daß selbst wenn es regnet, der Barometerbei Nordwind in der Regel hoch steht. Er wird dann gewöhnlich nicht eher fallen, alsbis sich der Wind. nach Süden dreht, ausgenommen den Fall, wenn, wie eben erwähnt,zwei entgegengesetzte Luftströmungen herrschen.

Wenn im Winter der Wind aus Osten oder Südosten weht, so steht der Barometergewöhnlich sehr hoch und wenn er auf dieser Höhe stehen bleibt, und der Wind sich nichtändert, so kann man eine länger anhaltende Kälte erwarten.

Wenn Gewitter sich am westlichen Himmel sammeln, so steht der Barometer stetsniedrig, und wenn er dann weiter bis auf seinen niedrigsten Stand herabgeht, so wirdder Sturm sehr heftig und der Regen stark und anhaltend sein.

Wenn während eines Gewitters oder heftigen Regens der Barometer wieder steigt,so wird es bald wieder schön.

Wenn wahrend schönem Wetter der Barometer fortwährend fällt, und dieses schöneWetter dessenungeachtet den Anschein längerer Andauer hat, so darf man sich dadurchnicht täuschen lassen; es ist im Gegentheil sehr wahrscheinlich, daß binnen Kurzem vielRegen fallen, und daß, wenn der Wind aus Südwesten weht, ein Gewitter oder Sturmbevorsteht.

Bei sehr heißer Witterung zeigt das Fallen des Barometers Donner und fernesGewitter und wenn das Fallen .sehr rasch und stark ist, ein nahes Gewitter an.

Wenn im Winter der Wind aus Westen weht und es dabei gefriert, so zeigt dasFallen des Barometers fast immer Schnee an.

Wenn zur Zeit eines Gewitters oder Donners der Barometer sich nur ein wenigändert, so muß man den Wind beobachten Die Gewitter ziehen fast immer von derdem Wind entgegengesetzten Seite auf.

Wenn, nachdem ein Gewitter vorüber ist, der Wind sich nicht ändert oder wenner, nachdem er sich verändert hat, wieder seine frühere Richtung annimmt, so wird dasschöne Wetter zurückkehren. Wenn aber während oder nach einem Gewitter sich der Wind