Ausgabe 
(14.8.1880) 13
 
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nach Westen dreht und sich dort erhält, während der Barometer fällt, so wird für einigeTage schlechtes Wetter eintreten»

Der Westwind ist indeß nicht immer mit Regen verknüpft; er ist es vielmehr na*dann, wenn der Barometer gefallen ist. Hält er sich dagegen hoch, so dauert vielmehrdas schöne Wetter an, trotz der Wolken, die der Westwind stets herbeiführt.

Der reine Südwind bringt gewöhnlich keinen dauernden Regen, obschon der Baro-meter bei Beginn der südlichen Windrichtung fällt. Dauert aber dieses Fallen fort, sowird der Wind wahrscheinlich bald nach Westen übergehen und Regen eintreten. Wenndagegen der Barometer ein wenig steigt, während der Wind aus Süden weht, so ist eswahrscheinlich, daß er sich nach Osten wenden und baß schönes Wetter eintreten wird.

Eine vollständige Windstille geht gewöhnlich einer Witterungsänderung voraus. Indiesem Falle zeigt das Steigen oder Fallen des Barometers die bevorstehende Witterung an.

Wenn während des Regens der Barometer fortfährt zu fallen, so wird der Regenanhalten und nicht eher aufhören, als bis sich der Wind ändert.

Wenn während schönem Wetter der Barometer steigt, so wird es so lange schönbleiben, bis der Wind eine andere Richtung annimmt.

Wenn im Winter Ostwind herrscht, so zeigt das Steigen des Barometers Kältein. Wenn er zu steigen fortfährt, so ist dies ein Zeichen stärkerer Kälte; wenn er da-gegen füllt, so wird sie nicht von Dauer sein, sondern wahrscheinlich Schnee fallen.

Wenn während starker Hitze der Barometer steigt oder seinen hohen Stand nichtverändert, so folgen auf die Hitze weder Gewitter noch Regen, wenn er dagegen fällt,so ist schlechtes Wetter zu erwarten.

Wenn im Monat Juli der Barometer etwas steigt und die Luft ein wenig ruhigist, so soll man keine Zeit verlieren, die Feldfrüchte einzubringen, denn wenn sich der Winderhebe, so würde er Wolken Hertreiben, der Barometer würde fallen und Regen eintreten.Dies wäre nur dann nicht zu fürchten, wenn der Wind aus Osten wehte und die Luftein wenig kühl wäre.

Schnelle, häufige und bedeutende Barometerveränderungen zeigen veränderlicheWitterung an; langsame und fortgesetzte Veränderungen sichern die Dauer desjenigenWetters, das sie anzeigen.

Wenn der Barometer des Nachts und nicht bei Tag steigt, so ist ein sicheresZeichen von schönem Wetter.

Wenn sich der Stand des Thermometers gleich bleibt, während der Barometerfällt, so regnet es.

Wenn der Barometer und der Thermometer zugleich wesentlich fallen, so ist in derRegel viel Regen zu erwarten. Wenn dagegen beide zugleich wesentlich steigen, so istes ein Zeichen von schönem Wetter. (Fundgr.)

Nach dem Gewitter.

Noch eben DonnergerolleIn flammender Wolkenschlacht.

Und nun die zanbcrvolleSelige Stille der Nacht.

Es flohen die RuhestörerDes Tages vor ihr hinWie die besiegten EmpörerNor ihrer Königin.

Hell schwimmt im WasserspiegelDer ganze Himmesdom,

Es drückt sein SternenfiegelDer Himmel auf den Strom.

Nur matt vom Himmelssauine.Leuchtet's noch ab und zu,

Wie sich der Geist im TraumeNoch regt in Schlafesruh'.

Fr. v. Bodenstedt.