Ausgabe 
(14.8.1880) 13
 
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Miseellen.

Ueber die Bedeutung des farbigen Lichtes für das gesunde und krankeAuge theiltBöttcher's Polytech. Notizblatt" aus dem mit obigem Titel versehenenWerkchen von Dr. Magnus Folgendes mit: Die Ergebnisse dieser Arbeit sind insofernvon Bedeutung und beachtenswerth, als aus ihnen hervorgeht, daß die gegenwärtig nochallgemein verbreitete Licht-Therapie, welche bei allen Erkrankungen des Auges (welchenCharakter dieselben auch immer haben mögen) nur eine Lichtsorte, nämlich das blaue Licht,als geeignet und heilsam erachtet, doch nicht wissenschaftlich so fest begründet ist, wie mandies bisher annahm, vielmehr einer sehr ernstlichen und gründlichen wissenschaftlichen Re-form dringend bedarf. Die Resultate, zu denen Dr. Magnus im Laufe seiner Unter-suchung gelangt ist, führen im Allgemeinen dahin, daß das erkrankte Auge in keiner ein-zigen Lichtsorte den erforderlichen Schutz, die nothwendige Schonung findet, daß namentlichdie wenigstens bei uns in Deutschland noch sehr verbreitete Anwendung des blauen Lichtesals Schutzmittel des erkrankten Auges in Wahrheit durchaus nicht im Stande ist, dasAuge wirklich gegen alle Reizmomente des Lichtes zu schützen. Wendet man daher blaueBrillengläser als Schutzmittel des erkrankten Auges an, so wird man allerlei, unangenehmeund störende Wirkungen beobachten können, welche lediglich auf Rechnung einer reizendenEigenschaft des blauen Lichtes zu schreiben sind. Die Kranken klagen bei dieser Behand-lung über Blendungserscheinungen, Schmerzen und Drücken der Augen bei hellerer Be-leuchtung rc., alles Erscheinungen, welche bei Vermeidung des blauen Lichtes sofort zuverschwinden pflegen. Als vollkommensten und durchaus befriedigenden Schutz gegen dasallzu stark reizende Licht bezeichnet Dr. Magnus schließlich eine durch graue (sogenannteRauch-) Gläser erzielte Beleuchtung. Er hat diese Gläser experimentell geprüft undgefunden, daß sie in gleicher Weise, sowohl die Quantität als die Qualität des LichtesHerabstimmen, also dem Auge gegen alle im Licht liegenden Reizmomente in gleicher WeiseSchutz gewähren.

(Oxford.) Der junge, geistreiche und witzige Fürst von P. ward eines Morgensvon seinem General-Adjutanten um die Tagesparole ersucht.Was gibt's Neues heute?"fragte der Fürst.Nichts Ew. Durchlaucht," lautete die Antwort,als daß der Prinzvon H. diesen Morgen abgereist ist." (Der Prinz von H. war wegen seiner Arroganzund Stupidität ein Gespött des Hofes.)Nehmen Sie zur Parole Oxford," erwiderterasch der Fürst.

Meister Bader," sagte ein Bauer zu seinem Barbier,das Getreide ist ja jetztso wohlfeil, Ihr könntet mich nun wohl auch um den halben Preis rasiren!"Kannnicht sein, Meister Speck," versetzte der Bader,ich sollte sogar jetzt den doppelten Preisbekommen, denn wenn das Korn so tief im Preise steht, machen die Bauern so langeGesichter, daß ich zweimal so viel Fläche abschaben muß."

(Rücklings gesessen.) Ein junger Oesterreicher machte mit seinen Eltern einsReise nach Rom und Neapel . Nach seiner Zurückkunft wurde er in einer Gesellschaftaufgefordert, Etwas von seinen Reisen zu erzählen, allein er erwiderte:Halten's znGnaden, das kann i nit."Und warum nicht?" fragte man.Ja schaun's, i habHalter rücklings g'sefsen, un da hab i gar nix g'seh'n."

Buchstabenrebus.

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Mr die Redaktion verantwortlich: Alphons Planer in Augsburg . Druck und Verlag desLiterarischen Instituts von vi-. M. Hnttlcr.