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(Kindermund.) Durch die deutschen Blätter läuft folgendes nette Histörchen:Paulchen hat seine Mama bei einem Besuch begleiten dürfen. Er mißbraucht die Frei-heit, die man ihm im befremdeten Hause läßt, einigermaßen, indem er ungebührlich lärmt.Vergeblich sind die Vermahnungen der Mama, welche des gewohnten Nachdrucks entbehren.Endlich ist das Maß des Zulässigen überschritten, und Mama ruft streng: „Wenn dunicht gleich artig bist, Paulchen, sperre ich dich zu Hause zu den Hühnern." — „Zu denHühnern kannst du mich sperren, Mama," entgegnete Paulchen trotzig, „aber das sageich dir gleich, Eier lege ich nicht!"
(Gut gemeint.) „Denken Sie sich" erzählt Jemand, „was mir gestern in meinerWohnung passirt ist« Ich sitze gemüthlich am Fenster und rauche meine Cigarre, alsmir auf einmal ein Brandgeruch in die Nase dringt. Ich schau mich um und was sehich? Ein Blatt Papier , das auf einem Tischchen unter einem Vergrößerungsglase lag,hatte sich durch die Sonnenstrahlen, denen das Glas ausgesetzt war, entzündet, und singan, lichterloh zu brennen." — „Nicht möglich," erwiederte eine junge Dame, „was fürein Unglück hätte nun da entstehen können, wenn das in der Nacht geschehen wäre?"
(Aus der Schule.) Der Lehrer bemüht sich, den Begriff „böses Gewissen" ausden Kindern heraus zu entwickeln, jedoch vergeblich. „Nun," fährt er fort, „was hatein Mensch, der nirgends Ruhe findet, der selbst des Nachts nicht schlafen kann, sondernsich auf seinem Lager hin und her wälzt?" Alkes schweigt. Endlich meldet sich ein kleinesMädchen zur Antwort. Lehrer: „Recht so, meine Kleine, antworte du!" — Mädchen:„Einen Floh!"
(Vorn Schmieren.) „Ei, ei!" sprach der Schulkehrer eines kleinen Gebirgs-städtchens zu dem Knaben, der ihm ein Körbchen Würste zum Geschenk brachte, „ei, ei,mein liebes Kind, das ist ja zu viel!" — „Ja wohl," erwiderte der Knabe treuherzig,„der Vater hat das auch gesagt, aber die Mutter meinte, man könne den Tausendsassanicht fett genug schmieren."
(Die Folge des Stottern s.) Stotterer (zum Badediener); „T—T—Tauchen"Badediener: „Recht gern." (Taucht ihn unter.) — Stotterer (wieder emportauchend,mit stärkerer Stimme): „T—T—Tauchen." Badediener taucht ihn nochmals und haltihn fast eine halbe Minute unter Wasser. Stotterer emportauchend verzweiflungsvoll,athemlos: „T—T—Tauchen hat, hat der Arzt mir — verboten."
Ein junger Herr war beim Essen, als einige schöne junge Damen in's Zimmertraten. Er wurde von ihrem Anblick so bezaubert, daß er Messer und Gabel hinlegteund nicht mehr aß. Als ihn eine der Damen fragte, warum er nicht mehr esse, gab erzur Antwort: „Ja, wenn man so schöne Damen sieht, da muß einem wohl der Appetitvergehen."
Ein Bauer hatte einen Hasen geschossen. Beim Nachhausegehen begegnete ihm seinGutsherr und frug ihn: „Was will er mit dem Hasen?" — Bauer: „Ich mit demHasen — Herr Graf? — entschuldigen, ich — ich wollt nur den Schulmeister fragen,ob alle so lange Ohren haben, wie der da."
(Hase und Häsin.) Ein Jäger beklagte sich, daß er immer nur Häsinen schieße,und sagte: „Ich möchte wohl ein Mittel kennen, um die Hasen von den Weibchen zuunterscheiden." — „Nichts ist leichter," antwortete ein Spaßvogel, „ist es ein Hase, soläuft er» ist es eine Häsin, so läuft sie."
Buchstabenrebus.