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hast glückliches harmonisches Dasein, das ihm weit mehr Befriedigung bot, als er je rmStrudel der Welt und inmitten der rauschendsten und kostspieligsten Vergnügen gefundenund um das Glück seiner Ehe voll zu machen, schenkte ihm seine Gattin vier blühendeKinder.
Graf Brückenburg blieb »»vermählt und der treue Freund des Hauses.
Fünf Städte über einander.
In der deutschen Anthropologengesellschaft zu Berlin hielt am 5. August Dr.Schliemann einen Vortrag über seine Ausgrabungen in den Ruinen von Troja. Nacheinem uns vorliegenden kurzen Berichte sagte er im Wesentlichen Folgendes:
„In dem Schutthügel von Hissarlik, auf der Stelle, wo einst das alte Troja lag,befinden sich die Ruinen von fünf Städten übereinander. In der obersten Schichtefand Schliemann Idolen aus Marmor; in der zweiten, außer Idolen auch Vasen. Dannkam er in einer Tiefe von 30 Fuß an eine aus Ziegeln erbaute Stadt, die plötzlichzerstört worden sein muß, da er Gerippe von Menschen, zerbrochene Lanzen und zurück-gelassene Schätze fand. Das Haus des Königs Priamos wurde aus diesen Trümmernhcrausgegraben. Dasselbe mußte mehrere Stockwerke und über hundert Treppenstufenhaben. In diesen mit Asche bedeckten Räumen fand er einen Dolch aus Bronze undeinen anderen aus Silber, auch goldene Schmuckgegenstände und kupferne Gefäße, abervon Eisen keine Spur; dagegen eine Menge Streitäxte und Tausende von Spindeln.Das Bild der Pallas-Athene kehrte häufig wieder. Schliemann legte die Mauerndes Königshauses, den Thurm und die Reste der Stadtmauer bloß. Unter diesemTroja der Jliade fand er aber die Neste von noch zwei anderen Städten, auf weche ermittelst Schachten gerieth. In dieser vierten, beziehungsweise fünften Stadt erst.deckte er verschiedene Gebrauchsgegenstände, darunter solche, die aus Indien stammten."
Danach liegen also in dem Schutthügel von Hissarlik die Ruinen von fünf Städtenübereinander. Die oberste stammt offenbar aus den Zeiten der römischen Herrschaft,denn Strabon spricht noch vom „heutigen Jlium" und von einem nahe dabei liegendenDorfe der Jlier, wo das alte Jlium früher gestanden. (Buch XIII. 1.) Strabon lebte aber zur Zeit des Cäsar und Augustus. Von der zweiten Stadt, die nach derZeit des Priamos erbaut wurde, spricht derselbe Strabon an mehreren Stellen; sie feizuerst unter der Herrschaft der Lydier wieder hergestellt worden. Im peloponnesischenKriege wurde das damalige Troja den Mytilener von den Athenern entrissen, wieThukydides berichtet.
Ueber die dritte Stadt, von oben nach unten gerechnet, gibt die Homer 'sche Jliadegenügende Auskunft und gehen wir darum sofort zur viert-untersten über. Diese wurdedurch den griechischen Hercules oder Alkaios zu der Zeit zerstört, als Laomedon, desPriamos Vater, dort regierte. Ueber diese Zerstörung gibt Diodor von Sicilien (IV, 49)folgende Auskunft:
Als die Argonauten von Jolkos in Thessalien (nahe dem heutigen Volo) unterdem Pelasger Jason abfuhren, um auf Befehl des Pelias, des Oheims von Jason , dasgoldene Vließ in Kolchis zu holen, gesellte sich außer vielen streitlustigen Gesellen auchHerakles dem Zuge bei. Derselbe war von seinem älteren Bruder Eurystheus, demKönige von Tiryus, der damals den ganzen Peloponnes beherrschte, wegen seiner wildenStreiche aus dem Lande verwiesen worden und trieb sich gerade in den Vergwäldernvon Doris, südlich von Thessalien, mit einer Anzahl arkadischer Klcphten herum. DieArche oder Argo, auf welcher die Argonauten abfuhren, war, um dies hier gelegentlichzu bemerken, von Minäern erbaut worden, wie die Erzarbeiter Griechenlands damalsgenannt wurden (min ist Erzmine). Von diesen Minäern segelte eine Anzahl mit, uman dem Abenteuer theilzunehmen, gerieth aber mit den Pelasgern, die den Oberbefehlführten, in Streit und wurde von denselben auf der Insel Lemnos ausgesetzt,, von wo