Ausgabe 
(18.9.1880) 23
 
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sie später nach Sparta geriethen und dort von den Bewohnern des Landes wegen ihrerKunstfertigkeit gerne aufgenommen wurden. Aber auch hier entstanden Zerwürfnisse undwanderten diese Minäer dann nach Elis aus, wo sie in derTriphylia" genanntenGegend am unteren Alpheus (der griechischen Albais oder Elbe ) Fabriken anlegten, umWaffen aus Erz zu verfertigen und solche dann durch Jaoner oder Kaufleute (Jonier)weiter verhandeln zu lassen.

Doch zurück zu den Argonauten. Diese landeten, nachdem sie einen schweren Sturmüberstanden, an der trojischen Küste, beim Cap Sigeion, wo den Meerungeheuern dieOpfer gebracht wurden (sio, seio ist Opfer, Folter, sekiren). Sie fanden dort dieHesyone gefesselt am Ufer, wo sie einem Haifisch oder anderem Seethier zum Fraßgeopfert werden sollte; Hercules befreite dieselbe, erschlug das Seethier und erhielt alsLohn dafür selbige Hesyone sammt zwölf Pferden. Da er diese jedoch nicht nach Kolchis mitnehmen konnte, so gab er sie sammt der Hesyone dem Laomedon in Verwahrung, biser zurückkäme. Dies geschah denn auch, nachdem das Vließ (ein vergoldetes Widderfell)in Colchis erbeutet war, aber nun wollte Laomedon weder die Hesyone noch die Pferdeherausgeben, warf sogar die Boten des Hercules in das Gefängniß, nämlich dessenBruder Jphiklos und den Telamon von Aegyna, den Vater des Ajax und Oheim desAchilleus .

Priamos , ein Sohn des Laomedon, war aber mit diesem Verfahren nicht einver-standen und brachte den Gefangenen heimlich Schwerter, mit Hilfe deren sie die Wachenüberwältigten und sich befreiten. Nun rüstete sich Herakles zum Sturm, übertrug demOikles den Schutz der Schiffe und zog gegen die Beste. Mittlerweile machte aberLaomedon einen Ausfall und griff die Schiffe an; Herakles hatte nämlich zu dem Zweckeeine Flottille von sechs Schiffen aus Jolkos herbeigerufen. Oikles siel gegen Laomedon,die Schiffe konnten aber noch zeitig vom Ufer abstoßen. Als nun Laomedon zur Stadtzurückkehren wollte, gerieth er der Schaar des Herkules in die Hände und blieb imKampfe. Darauf wurden die Mauern von Jlion erstürmt; Telamon war der Erste, derin die Stadt drang, er erhielt dafür die Hesyone zugetheilt. Schließlich wurde Priamos wegen feines freundlichen Verhaltens gegen die Heraklidcn zum Könige eingesetzt, derdann die Stadt von Neuem herstellte und die Ringmauern stärker befestigte.

Was nun endlich die fünfte Stadt auf dem Boden von Hisfarlik betrifft, inwelcher indische Gebrauchsgegenstände gefunden wurden, so deutet dies auf eine Ein-wanderung von Indus her. Einen Fingerzeig für das Volk, welches diese urältesteindische Stadt am Hellespont gegründet haben mag, gibt die Sage von Dionys oderBacchus, der, auf einen: Elephanten reitend, aus Indien nach dem Oxus , von da nachPhrygien in Kleinasien und endlich über den Hellespont auch nach Thrazien kam, überallAckerbau und Weinkultur einführend, und die Hirten, Fischer- und Jägsrvölker in seß-hafte Landbebaucr umwandelnd. Damit im Zusammenhange stehen die von den persischenHistoriographen, als Firdusi, gelieferten Notizen über die Niederlassung indischer Der-wische in Baktrien und anderen Strichen Vorderasiens. Diese Derwische, welche der-zeit nur eine Secte bilden, entsprangen einem eigenen Volke druidischen oder drawi-dischen Stammes, das am Oxus in Verbindung mit arischen Völkern das erste Groß-reich der Jamuden stiftete, dessen Reste sich bis heute in den Jamudsn am Ostuserdes südlichen Theiles des kaspischen Meeres erhielten. In diesem Meere liegen auchnoch am alten Ausflusse des Oxus die Derwisch-Inseln. Die Griechen nanntensie Derbiker, die Perser Darjawusch, woraus später griechisch Dareios oder Darmswurde. Darms Hystaspes war ein solcher Derwisch, von den Großen des persischenReiches aus Valkh herbeigeholt, um Ordnung in das Reich zu bringen, als dieselbennach dem Tode dcS Kambyscs, des Sohnes des Kyros , sich über die Einsetzung seinesNachfolgers nicht verständigen konnten. Denn in Susa, der Hauptstadt des von Kyros gestifteten Großreiches, lagen die verschiedenen Stämme, namentlich die Gawiden aushem Elborus, denen Kyros angehört hatte (Zurr bedeutet Schmied), die Säten und die