Ausgabe 
(18.9.1880) 23
 
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Chaldäer in stetem Hader, so daß es blos der kirchlichen Autorität des Darjawuschoder Darms gelang, die hochfahrenden Gemüther all dieser Sirdare in Einklang zubringen.

Einer solchen Dermisch-Colonie mit einem Dionys, ober Gott von Rysa (Neustadt)an der Spitze und die Völker zum Ackerbau erziehend, mag das älteste Troja seineEntstehung zu verdanken haben, wozu kommt, daß der Name Troja in der That eindruidischer oder wälscher ist, denn die Sprache dieser Druidenvölker hat sich in Wales 'in den Gebirgen des westlichen Englands bis heute erhalten. Dro ist Ring, ia, oderion Ort Troja also Ringwall, cpklopischer Rundbau, während nach derselben SpracheII-ion einen Ort bedeutet, in dem gearbeitet wird, eine Fabrik oder Handwerker-Niederlassung, entsprechend dem Namen der Teukrer oder Zeugschmiede. Daher dennauch die vielen Geräthe aus Erz, Silber und Gold, die den Appetit der Achaier reizten,und die vielen Spindeln, welche Schliemann noch fand. Voro.

Morgenandachl.

Wacht auf! Die Welt hat ausgeschlafen,

Die Morgensonne flammt empor,

Die ersten Lerchemvirbel trafenSchon jubelnd mein entzücktes Ohr.

Schon weicht der Nebel aus den Gründen,Nun glänzt der See, nun rauscht der Hain;Will Alles Licht und Tag verkünden

O süßes Licht, kehr' bei uns ein!

Du nimmst die Welt zum Eigenthume,

Du herrschest mild von Sonnenhöh'n,

In Deinem Glanz die kleinste BlumeBlüht wie ein Engelsantlitz schön.

Und Nacht und Sorge, Sünd und GrauenFliehen scheu vor Deinem Angesicht;

O selig, wer Dir furchtlos schauenIns Auge darf, Du reines Licht!

Im sanften Hauch der Morgenstunden,

In diesem Schimmer ätherklarWird tiefer Gottes Näh ' empfunden,

Sein Wort des Heils uns offenbar!

Die Seele schwingt sich in GebetenVoll Kindeslieb zu Gottes Thron,

Wie einst, als Edens Palmen wehtenUm's Haupt dem ersten Erdensohn.

Gib Deinen Segen nur zu eigen,

In stiller früher Morgenzeit!

Wie sich dem Licht die Blumen neigen,

Der Andacht sei mein Herz geweiht!

Eh' mich des Tags geschäftig LebenIn seinen Strudel reißt hinein,

Will ich mich früh zu Gott erheben t,

O süßes Licht, kehr bei uns ein!

Iulie Schuchardt.

Miseelleir.

(Ein Tausendkünstler vor Gericht.) Ein junges Mädchen in Paris ver-gnügt sich auf dem Valcone in etwas ungewöhnlicher Art, sie feuerwcrkcrt;Frösche,"Schläge" undSchwärmer" springen lustig aus ihrer Hand. Aber zu ebener Erdedesselben Hauses befindet sich ein Erfrischungsetablissement, dessen Gäste durch das Platzender kleinen Petarden verjagt werden. Darob Schelt- und Schimpfworte des ergrimmtenWirthes, und in Folge dessen nachstehende Scene vor dem Zuchtpolizeigerichte: Präs.:Sie sind angeklagt, Demoiselle B. beschimpft zu haben. Angekl.: Mit Petarden hatsie meine Gäste davongejagt. Präs.: Sie haben eine Limonadehütte? Angekl.:Ja, mein Herr, und als ich meine Waffeln von der heißen Platte nahm . . . Präs.:Sie sind also auch Waffelbäcker? Angekl.: Ja, mein Herr: also während ich meineWaffeln aushob, springt einFrosch" aus die Uhr meines Gastes, der nach der Zeitsieht, der läßt die Uhr fallen und schwört, sie müsse zerbrochen sein, was mich veranlaßt,nachzusehen, ob die Uhr wirklich Schaden genommen. Präs.: Sind sie denn ein Uhr-macher? Angekl.: Gelernter Uhrmacher. Nun, der Schaden war gering. Da bringtmir mein Weib mein Klapperhorn, damit ich meinen Gästen durch meine Kunst das Fort-gehen erschwere. Präs.: Sie sind also auch Musiker? Angekl: DaS will ich meinen.Nun, ich blase; bauz, fliegt einSchwärmer" einem Gaste auf den Rock. Der Gastflucht, ich aber besehe den Schaden und mache mich anheischig, mit einer Nadel die Sache!In zehn Minuten bestens hergestellt zu haben. Präs.: Was, sind Sie denn ein Schneider?