Ausgabe 
(22.9.1880) 24
 
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Lösung füllen, und mittelst einer anderen feinen Röhre steht er einerseits mit einemKondensator und andererseits mit dem Stiefel der Pumpe oberhalb des PistonS inVerbindung. ' -7^- '

Der Kessel ist flach, um den Sonnenstrahlen die größtmöglichste Oberfläche dar-zubieten, und um sein Wärmeaufsaugungsvermögen.M- erhöhen, ist er schwarz gefärbtund unter ein Glasdach gestellt.

Sobald die Sonne darauf scheint, entweicht das Ammoniak äuS der Lösung, esdringt in den Stiefel ober dem Piston hinein, drückt diesen hinunter, stößt vor sich dasunter ihm vorhandene Wasser hinaus, und hebt folglich dasselbe bis zum oberen Behälter.

Die chemische Pumpe muß so construirt sein, daß sowohl der Behälter als derKessel und der Pumpenstiefel eine solche Größe haben, daß der Kessel währendder ganzen Zeit arbeiten kann als die Sonnenstrahlen am wärmsten scheinen. Sobalddie Ladung von Ammoniak, welche in dem Kessel enthalten war, verbraucht ist,oder das ganze in dem Pumpenstiefel enthaltene Wasser ausgestoßen wurde, muß manden Kessel abkühlen, damit die Wiedereinsaugung des Gases, die Entstehung eines leerenRaumes an dessen Stelle, und folglich das Aufsteigen des aufzupumpenden Wassers inden Stiefel vor sich gehe. Zu diesem Zwecke braucht man nur das Verschwinden derSonne vom Horizonte oder die Kühle der Nacht abzuwarten. Es ist aber viel bester,um den Erfolg zu beschleunigen, auf die obere Seite des Kessels ein wenig frischesWasser durch einen Syphon zu leiten, der automatisch zu spritzen anfängt, sobald dasWasser des oberen Behälters eine bestimmte Höhe erreicht hat, und aufhört, sobald dasLetztere ein wenig heruntergesunken ist.

Es ist leicht begreiflich, daß man eine verschiedene Anzahl von Apparaten zugleichin Thätigkeit wird setzen können, um ein größeres Resultat zu erzielen. ' Ebenso leichtwird man einsehen, daß man die Sonne durch jede andere Wärmequelle ersetzen kann.Der Erfinder zeigt seinen Freunden eine chemische Pumpe, welche von einer einfachenPetroleumlampe in Thätigkeit gesetzt wurde. Die Lampe wurde durch eine automatischeBewegung des Apparates dem Kessel-untergeschoben, oder von-demselben entfernt.

Nun entsteht die Frage: Ist diese chemische Pumpe in her That eine hydraulischeMaschine, welche eine Zukunft hat/ eine Maschine, welche zu hydraulischen Zwecken wirdim Großen verwendet werden können? . . . Wir zweifeln gar nicht daran, denn erstensmuß sie sehr billig zu stehen kommen, und zweitens kostet ihre in Thätigkeitsetzung garnichts in Ländern, wo die Sonne sehr warm und lange am Himmel scheint.

Selbst in dem Falle, daß man sie durch eine künstliche Wärmequelle in Thätigkeit erhalten müßte, beweisen die Berechnungen, die wir oben angeführt haben, daß die Be-triebskosten derselben kaum zu vergleichen wären mit denen einer Dampfpumpe. Wirmüssen noch besonders betonen, daß die wässerige Ammoniaklösung sehr billig im Handelvorkommt, und daß der einmal vollgefüllte Kessel ohne weitere Nachfüllung jahrelangfunctioniren kann.

Man könnte aber glauben, daß mit der chemischen Pumpe die Arbeit noch nichtcontinuirlich sein kann, das heißt, daß, wenn man Wasser zu pumpen angefangen hat,man diese Arbeit jedesmal und während der ganzen Zeit unterbrechen muß, als derKessel auskühlt. Dies wäre ein großer Fehler. Die Sache verhält sich aber nicht so.Denn man braucht nur zwei Pumpen neben einander aufzustellen und mit denselbenabwechselnd auszupumpen, d. h., während ein Kessel auskühlt, den anderen durch dieselbeWärmequelle zu heizen, lind die Arbeit wird ununterbrochen vor sich gehen.

In der Ueberzeugung also,- daß die chemische Pumpe von Foucault vor jedemanderen Pumpensysteme den Vorzug verdient, und hauptsächlich in der Landwirthschaft,wo man heutzutage leider nur durch die Verringerung der Produktionskosten im Standeist, seine Steuer aufzubringen, bald eine große Rolle spielen wird, haben wir keinenAnstand genommen, sie hiemit bekannt zu machen. Auch thun wir dies um so liebes