gibt ja die Eisel her in Gestein und rieselndem Felsgewässtr, um die sanftere, aber auchkokettere junge Schwester zu schmücken. Wir wollen an der gefälligen Anmuth derletzteren uns labend der mit nichts vergleichbaren rauheren Reize der Eisel nicht ver-gessen; vielmehr alsbald zu ihr zurückkehren. (Köl. Z.)
M i s - - l l e n.
Die reichsten Privatpersonen in den achtziger Jahren des vorigen Jahr-hunderts waren nach einer Notiz des „Hamburger Korresp." von 1783 folgende. Prinzv. Coudö hatte eine jährliche Rente von 1,250,000 Thlr., Graf Tscheremctev 1,050,000Fürst Lubomirski 670,000, Marquis v. Spinola 600,000, Fürst Radzivil 540,000, Herzogv. Mediua-Sidonia 480,000, Graf Czernifchew 450,000, Herzog von Orleans 420,000,Herzog von Bedford 380,000, Herzog von Northumberland 300,000, Herzog von De-vonshire 290,000, Herzog von Marlborough 290,000, Lord Spencer 220,000, GrafShelburne 180,000, Lord Fitzwilliam 180,000, Herzog von Manchester 160,000, GrafTemple 170,000, Herzog von Rutland 180,000, Herzog von Beaufort 150,000, HerrNigby, ehern. Kriegszahlmeister, 160,000 Thaler. Man sieht, in der ganzen Liste istnur ein einziger Name (Fürst Radzivil), der möglicherweise Deutschland angehört. Be-zeichnend ist auch, daß die damaligen Krösusse, mit nur einer einzigen Ausnahme, sämmtlichAngehörige der Aristokratie gewesen sind; heute würden sich in einem solchen Registerungleich mehr bürgerliche Namen finden. Das Wunderbarste aber ist, daß kein einzigervon orientalischem Klänge sich darunter befindet.
(Im Theater.) Kurz nach dem Einrücken eines österreichischen Jnfanterrie-Negi-mentcS in M. wurde „Gustav, der Maskenball" gegeben. Ein sich im Theater befindenderOffizier des eingerückten Regimentes schenkte der Vorstellung nur wenig Aufmerksamkeitund musterte die Logen. Als jedoch die Scene kam, in welcher die Verschworenen loosen,wer den König erschießen soll, blickte er mit der größten Spannung auf die Bühne, undals das Loos auf Ankarström fiel, sagte er voller Erstaunen zu seinem Nachbar: „Nein,hören Sie, was dieser Ankarström halt für ein Unglück hat, das können Sie gar nitglauben, der Mensch muß zum Königsmörder geboren sein; i hab' das'Stück in Wien ,in Frankfurt und jetzt hier g'sehn, und ihn hat halt jedesmal das Loos getroffen."
Ein hartherziger Wucherer wurde auf die Nachricht eines bedeutenden Verlustesvom Schlage gerührt. Auf die Mittheilung dieser Nachricht in einer Gesellschaft rief einGlied derselben aus: So gab's also doch noch Etwas in der Welt, was ihn rührenkonnte." -
(Empfindli ch.) „Jesses! Jetzt kaufen sich die Leute R u n dreisebilletS; ich könnedas net machen — ich wäret ganz damisch."
Original-Charade.
* Zerstört das Schicksal grausam unsere Pläne,Entzieht der Tod uns einen theuren Freund,
So weint das Auge manche stille Thräne;
Wir suhlen dann der Sylben zwei vereint.Der dritten Sylbe huldigen alle StändeIhr opscrn wir so manchen Augenblick,
Ost lohnet sie mit reicher Freudenspcnde,
Ost untergrabt sie auch des Menschen Glück.
Das Ganze tauscht, ergötzt und rührt das Herz.Weckt Mitgefühl, entwickelt sanften Schinerz.
Auslösung des Vuchstabenrebns in Nr. L5: „Amoretten."