Ausgabe 
(13.10.1880) 30
 
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den Händen der Dulcignoten. Die einfache Ausrüstung der Schiffe, der niedrige Lohn,die billige Verpflegung haben ungemcin niedrige Transportpreise zur Folge, und somachen die Dulcignoten den dalmatinischen und süditalienischen Küstenfahrern einebemerkensiverthe Concurrenz. Der Hafen von Dulcigno ist nicht geräumig und so seicht,daß Schiffe von mehr als 200 Tonnen Gehalt nicht mit voller Sicherheit Anker werfenkönnen. Die Bora vermag durch einen schmalen Terraineinschnitt, der Sirroco von derSeeseite aus mit solcher Kraft aufzutreten, daß selbst Fischerboote in solchen Fällen lieberden nahen Hafen von Val di Noce oder die Bucht von Sän Giovanni di Medua nächstder Drinmündung als den Hafen von Dulcigno aufsuchen. Die Dulcignoten versichernzwar, daß ein Erdbeben ihren Hafen bedeutend verkleinert habe, aber alles in allemsind Stadt und Bezirk von Dulcigno kaum die Kohlen werth, welche die vereinigteFlotte bisher verbrannt, vielleicht nicht einmal die Tinte und das Papier werth, welchedie europäische Diplomatie seit zwei Jahren über die montenegrinische Frage verbrauchthat. (W. Presse.)

M i s - e L l e n.

(Jägerlatein.) Saßen an einem Tische jüngst einige Jägersleute zusammen,die ihre Hunde lobten, und immer schwerer wurde es, einander im Jägerlatein zu über-bieten. Doch einer, der die Ehre seinerBella" zu retten hat, weiß sich zu helfen.Meine Herren! Ich will Ihnen ein Beispiel erzählen, aus dem Sie ersehen werden,daß das Thier Menschenverstand hat, vielleicht sogar noch mehr als solchen.Bella"ist gewöhnt, wenn wir zu Hause essen, gleichzeitig ihren gefüllten Futternapf zu erhalten.Neulich wird sie aus irgend einem Grunde vergessen und erhält ihre gewohnte Portionnicht. Plötzlich eilt das Thier in den Garten und als es zurückkehrt, prüsentirt es mirzwischen den Zähnen ein Vergißmeinnicht!"

Ein ungarischer Offizier, der nur Stiefeln trug, die für beide Füße paßten undzum Abwechseln eingerichtet waren, ließ sich neue anfertigen. Der Schuster macht ihmein Paar modische Stiefel über 2 Leisten. Sie paßten am ersten Tage ganz vortrefflich.Der Ungar spazierte ganz bequem darin. Den folgenden Tag wechselte er nach seinerGewohnheit, und litt große Schmerzen. Einige Zeit darnach begegnete ihm der Schuh-macher und fragte ihn, wie er mit seiner Arbeit zufrieden sei. Sind halt verzweifelteStiefeln, versetzte der Ungar; alle Montag, Mittwoch und Freitag geht mer gut drin,aber Dienstag, Donnerstag und Samstag drückens ganz verzweifelt.

(Aufklärung.) Bauer:Du, was ist denn das, der elektrische Telegraph?" Wirth:Ganz einfach; man tupft an einem Ende und am andern schreibt es."Bauer:Ja, wie kommt das?" Wirth:Wenn man einen Hund hinten auf denSchweif tritt, so heult er vorn, nicht wahr? Nun, denke Dir, der Hund ist so lang,daß er von einer Stadt zur andern reicht, so hast Du's!" Bauer:Ja, jetzt versteh'ich's."

(Strauß und Lanner.) In Wien war van Acken mit seiner Menagerie. Einungarischer Edelmann, der zum erstenmal in Wien war, besah sich auch die Menagerie.Der erklärende Führer zeigte ihm den Vogel Strauß mit den Worten:Hier sehen Sieden großen Strauß."Na," sagte der Edelmann,das ist mir lieb, daß ich diesesViech einmal seh, nu zeigen's nur auch den Lanner, damit ich den auch kennen lerne."

Buchstaberirebus.

Für die Redaktion verantwortlich: AlpbonS Planer in Augsburg. - Druck und Verlag desLiterarischen Instituts von Ve. M. Hnttler.