heit ergriffen. Dadurch aufmerksam gemacht, gab der Commandant feiner Mannschaftden strengen Befehl, vom Untergang bis zum Aufgang der Sonne ihre Quartiere nichtmehr zu verlassen und lediglich dieser einfachen Maßregel schrieb er es zu, daß seineLeute von nun an von der Krankheit verschont blieben.
Diese Thatsache ist nach dem, was oben über das WcchselficbermiaSma gesagtwurde, jedenfalls sehr beachtcnswerth. Die Vermeidung der Nachtlust in Sumpfgegendenund bei herrschenden Epidemien auch an anderen Oertlichkeiten gehört gewiß auch zu denwichtigsten Vorbcugungsmitteln.
Es ist nicht unsere Absicht, durch die vorstehende Bemerkungen Jemand davorzurückzuschrecken, des Nachts im Schlafzimmer ein Fenster zu lüften; wir wollen vielmehrnur einen kleinen Beitrag zur Lösung der uns gestellten Frage geben, ob die Nachtluftder Gesundheit zuträglich ist oder nicht. Wir glauben übrigens, daß dabei Alles auf diespeciellen Verhältnisse ankommt, diese, sowie den eigenen Gesundheitszustand zu prüfen,ist Sache jedes Einzelnen. Es wäre gewiß eine Thorheit, wenn Jemand, dem dieNachtlust nicht bekommt, sich derselben fortgesetzt aussetzen wollte. In Sachen derGcsundheits- und Heilkunde ist es das schädlichste und gefährlichste Princip, Alles übereinen Leist schlagen zu wollen. Dies thun > eer nur zu gern gewisse Gelehrte, wenn siesich einmal in eine Idee verrannt haben. N- mals sollte man in solchen Dingen denalten Ausspruch vergessen: l^uocl mcclioma. aliis, aliis <?st uore veueuuw. (WaS denEinen Arznei, ist Anderen ein heftiger Giftstoff). sFundgr.s Lr. N.
M i s e e l l e ir.
Ein Dorfschulmcister, der seinen Schülern die Form der Erde genau anschaulichmachen wollte, bediente sich oftmals zur Erklärung seiner runden Tabaksdose, indem ersagte: „Seht, Kinder, so etwa wie meine Dose ist die Gestalt der Erdkugel!" Sonntagsaber schnupfte der Schulmeister aus einer viereckigen Dose, was die Kinder sehr wohlwußten. Als nun einst bei einem Examen der Schulmeister die Knaben nach der Formder Erdkugel fragte, antwortete einer: „In der Woche is sie rund, un Sundags viereckig."
(Der wahre Reichthum Kaliforniens ) besteht nicht so sehr in den edlenMetallen, an welchen selbes so ungemein reich ist, als in seinen landwirthschaftlichen Pro-dukten. Oregon ausgenommen ist Californien unter den am stillen Ocean liegenden, deram meisten geeignete Staat zur Weizencultur, zum Weinbau und zur Viehzucht. ImJahre 1879 überstieg die Weizenernte 40 Millionen Metzen und die Weinernte ergabmehrere Millionen Gallonen Wein. Californien zählt 800,000 Stück Rinder und etwa8 Millionen Schafe.
(Vorsicht.) „So, i bitt' Jhna, Herr Telegraf, thun's mir an mein Madl tele-grafiren, daß.die Muada so schlecht is; aber telegraphiren Sö's langsam, daß 's Madlnit so ara daschrickt."
Lrigittal-Ctzavade.
Das erste Glied hat Mancher sich verbrannt,
Der Mäßigung nut Freinmth nicht verband.
Das letzte Paar weckt oft der Andacht Regung,
Den Diener setzt es häufig in Bewegung,
Doch hemmt es auch der Füße freien Laus.
Ein leiser Laut, und Thor und Thür geht auf.
Das Ganze wird als Züchtigung vertheidigt;
Sonst aber ist es llnbild und beleidigt;
Die Folge war oft Rache, Blut und Tod,
Erheischte sie der Ehre streng Gebot.
Für die Redaktion verantwortlich: Alphons Planer in Augsburg . — Druck und Verlag desLiterarischen Instituts von Dr. M. Huttlcr.