Ausgabe 
(22.12.1880) 50
 
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In, Herr!" erwiderte der Kutscher, schon mit dem Pferde beschäftigt.

Der Fremde trat in das Gastzimmer und forderte zu essen und ein Zimmer nachvorn gelegen. Als der Wirth ihm darauf selbst ein schnell bereitetes Mahl brachte,stand der Fremde am Fenster und sah auf die Straße.

Dort drüben scheint, nach den großen Wagen im Hofe und den vielen Auflodernund Arbeitern zu urtheilen, kein unbedeutendes Kaufhaus zu sein!" bemerkte er, sich zumWirth umwendend.

Nein, es ist eins unserer ersten Häuser, Heideker und Heideker", erwiederte derWirth und stützte sich, mit breiter Miene über alles nur Gewünschte Auskunft zu geben,auf den Tisch.

Heideker?" meinte der Fremde und zog die buschigen Brauen zusammen.Ichhörte in meiner Jugend einmal eine Entführungsgeschichte, worin eine MademoiselleHeideker eine Rolle spielte."

Der Wirth spitzle geheimnißvoll den breiten Mund.

(Fortsetzung folgt.)

M i s e e l l e n.

Dr. Stickelberger, ein Arzt in Basel, wurde sehr häufig aus der Straße von einerFrau, der im Grunde gar nichts, nach Ihrer Meinung aber bald Dieß bald Jenes fehlte,angehalten und mußte dann ihr Lamento anhören. Dies fiel ihm äußerst lästig und ersann auf Mittel, sie zu verscheuchen. Da begegnete sie ihm auf der Brücke, wo stetsviele Menschen hin- und hergehen. Sie klagt eben wieder eine ganze Litanei und weißnicht fertig zu werden.Halten Sie einmal die Augen zu, sagte er. Die Frau thutes.Nun machen Sie den Mund auf." Dieß geschieht ebenfalls.Und nun streckenSie die Zunge heraus." Auch das thut die Frau. Jetzt schleicht sich Stickelberger leisefort und läßt die Frau stehen, zum großen Ergötzen der Vorübergehenden, bis sie selbstmerkt, wie arg sie gefoppt ist.

(Nur immer praktisch.)Was schenken Sie Ihrem Manne zum Geburts-tage?" fragte eine Frau die andere.Ach, wissen Sie, wieder ein Dutzend Hemden.Ich komme dabei immer am billigsten weg."Ja, wie so denn?"Ja, sehen Sie, ichlege ihm immer ein Dutzend von seinen Hemden frisch gewaschen und geplättet auf denTisch. Da denkt er dann, es sind nagelneue und dankt mir herzlich mit liebevollem Vor-warf, daß ich wieder so viel für ihn ausgegeben habe.."

(Vorstudien.)Aber, Herr Nachbar, was fällt Ihnen denn ein! Was thutdenn das Schwein hier? Sie wollen doch nicht ein Schlachthaus aus Ihrer Barbier-stube machen?"Warum nicht gar! Ich lass' nur meinen Lehrjungen an der Sau dasRasiren lernen!"

General zum Compagniekoch:Was gibt es heute für Menage?" Koch:Knödel,Excellenz!" General:Sind denn die Knödel für die Compagnie hinlänglich!" Koch:Nein rund, Excellenz."

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Auflösung der Original-Charade in Nr. 48:Flotte Lotte."

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Für die Redaction verantwortlich: Alphons Planer in Augsburg. Druck und Verlag deLiterarischen Instituts von vr. M. Huttler. 8