Ausgabe 
28 (16.2.1868) 7
 
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lebend zurück; mein armes Kind wäre somit auf der gefährlichen Reise ganz Fremdenüberlasten."

Gönnen Sie sich doch vorerst einige Erholung," mahnte der Pfarrer,und w^nnSie den Knaben bis zum Augenblick Ihrer Einschiffung noch bei sich behalten wollen,so bin ich mit Freuden crbötig, ihn von der Hafenstadt abzuholen."

O danke," sagte Luch gerührt!Welches Opfer in Ihrem Alter!"

Sie müssen mir aber auch versprechen, sich zu pflegen."

Ich hoffe, nicht mehr lange zum Leben verurtheilt zu sein. Ach, Sie misten nicht,welche Trauer in meinem Herzen wohnt!"

Aber es bleibt Ihnen doch die Befriedigung, die man bei jeder edlen großmüthi-gen That empfindet."

Nein, mein Herr, zum Ucbermaaß meines Jammers muß ich noch errathen überden Beweggrund der Handlung, die Sie edel und großmüthig nennen." Nach einigemZögern fügte sie bei:Glauben Sie, Fräulein d'Apremont hätte an meiner Stelleeben so gehandelt."

Ich glaube ja, Pauline ist edel und gut. Auch sie hat ja viel zu verzeihen."

Doch nicht so viel, wie ich."

Herr Beauprö verabschiedete sich und wiederholte noch sein Versprechen bezüglich deskleinen Georgs.

Am andern Morgen fuhr eine Post-Chaise aus demWeißen Hirsch", FrauGoulard und die ganze Dienerschaft begleiteten sie unter vielen Danksagungen, denn dieFreigebigkeit der fremden Dame hatte alle Erwartungen übertreffen. Die Nachbarslcutesteckten die Köpfe aus den Fenstern und kaum war der Wagen um die Ecke, so ging esan ein Fragen:Nun, Frau Goulard, die fremde Dame reist fort, wie steht es mitIhrer Prophezeiung?"Frau Goulard hat geträumt."Es wird eben so eineAventuriere gewesen sein."

Was, eine Aventuriere!" rief Frau Goulard,sie zahlte wie eine Prinzessin.Zudem wäre in diesem Fall der Herr Pfarrer so oft zu ihr gekommen? Noch gesternwar er zwei Stunden da."

Vielleicht hat sie eine gewichtige Sünde zu beichten gehabt."

Die Vericourts werden sie gut bezahlt haben, damit sie schweigt."

Unsinn!" rief die Wirthin,läßt sich eine so ungeheuer reiche Frau zahlen?Ihre Dienerin erzählte mir, sie hätte in ihrem Lande ein prächtiges Besitzthum und vier-hundert Schwarze."

Mir scheint," sagte ein Witzbold,sie gebe diese Schwarzen alle gerne für EinenWeißen."

Dieser Einfall erregte allgemeines Lachen und die Unterhaltung ging in diesem Tonnoch eine Zeit lang fort. Acht Tage lieferte das Ereigniß Stoff zu Vermuthungen,dann mußte man wohl davon ablassen.

(Fortsetzung folgt.)

Die Hörmaschine.

Eine wahr? Begebenheit.

Ein Bauernsohn von Longhrea in Irland , mit Namen Casey, war vor mehrerenJahren die Geißel der Dubliner Poststraße. Er verdankte seine Ausbildung dem famo-sen Wcglagerer Foeney, und das Beispiel seines Meisters befolgend, nahm er so manchemLandedclmann die Börse ab, bevor dieser nochwas ist das?" herausbringen konnte.

In einer schönen, mondhellen Nacht, als Casey und seine Genossen auf die Land-kutsche von Galway warteten, sahen sie einen ansehnlichen Familienwagen des Wegeskommen.