Ausgabe 
28 (16.2.1868) 7
 
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wohner jener Küste sollen einander oft damit vergiften; namentlich die Weiber vonTehuantepee ihre Liebhaber, wenn ihnen diese Grund zur Eifersucht geben. Ich folgemeiner Quelle.Sie schaben die Knollen, werfen das Geschabsel in eine Taste mitMaster und geben diesem die nöthige Stärke. Tiefer Aufguß äußert seine WirkungMonate, selbst ein Jahr, nachdem er genommen wurde, je nach der Menge des Giftes,die er enthielt. Er verursacht Verrücktheit und langsamen oder plötzlichen Tod. Mansagt, der Bischof von Arigoyen-Oaxaca sei auf diese Art vergiftet worden, denn er verlorden Verstand und starb bald darauf." Ueber nähere Erkenntniß einer stattgehabten Ver-giftung wird nichts gesagt. Drei Gegengifte sind angeführt; Cordoncillo, Acrba de laCulebra und Coanenpili. Diese werden auch gegen Hundswuth, Schlangenbiß und einegroße Zahl anderer Krankheiten gerühmt. Ueber ihre Anwendung fehlen alle Angaben.Diese Andeutungen sind gewiß sehr allgemein gehalten. Die Wirkungsweise des Gifteswäre höchst merkwürdig, und ehe sichere Angaben vorliegen, ist wohl ein Zweifel erlaubt.Kann ich, wie man mir verspricht, Gift und Gegengift erhalten, so will ich Sorge tra-gen, daß Beides in die rechten Hände gelange, um einer gründlichen Prüfung unter-worfen zu werden "

(Der Hauslöwe.) Kürzlich fanden wir m einem alten Manuscript unter demTitelHistorischer Lustgarten Philippi Cammerarii" folgende Notiz, die als Anekdote zudem in der k. k. Hof- und Staatsdruckerei veröffentlichten Prachtwerke über die deutschenReichskleinodien des Canonicus Dr. Fr. Bock hier eine Stelle finden möge. Es heißtdaselbst wörtlich:Es ist noch heutigen Tages bekannt, daß Kaiser Maximilianus derAndere einen trefflichen Hauslöwen gehabt, der wie ein Hund mit sich spielen und um-gehen lasten, auch Niemand kein Leid thät, den man von Jugend auf am kaiserlichenHof erzogen, auch meistentheils mit Zugemüß und Brei und nicht mit Fleisch gcspeiset.Den hat der Kaiser so lieb gehabt, daß man ihn nach desselben tödtlichcn Abgang kaumvon dem Sarg desselben hat hinweg bringe» können. Ich weiß mich aber zu erinnern,daß die Gesandten unserer Stadt Nürnberg oft erzählt haben, daß man Kaiser Karl'sKrone, Mantel und andere Kleinodien, so lange Zeit hier in Verwahrung gehabt, nachRegensburg zu Kaiser Maximilians gebracht, damit sein Sohn Kaiser Rudolph gekröntworden und das gemeltc kaiserliche Kleinodien vor Ihrer kaiserlichen Majestät in seinemGemach aufgelegt wurden . . . ist der Löw neben dem Kaiser gestanden, umb die Krön,Scepter, Schwert, Reichsapfel und kaiserlichen Mantel herumgegangen und sich gleichsamverwundert. Da man sie aber wicdrum aufgehoben und verwahret, hat sich der Löwauf die Thruhe gelegt und dieselbe fleißig bewacht. Dergleichen zahmen Löwen hat Juand'Austria , Kaiser Karl's natürlicher Sohn, gehabt, welcher einen unsterblichen vietorirm,wider die Türken erhalten. Dieser Löw ist gemeiniglich als ein Trabant neben ihm ge-legen und gestanden."

(Amerikanische Zündhölzchen.) Als ein Beispiel deS Umfanges, in welchemdie Fabrikation eines scheinbar unbedeutenden Artikels in Amerika betrieben wird, kanndie Herstellung der Zündhölzchen dienen, wie sie zu Frankfort, im Staate New-Uork be-trieben wird. Einen Begriff von der Mäste der Streichhölzchen, die alljährlich dort er-zeugt wird, kann man sich einigermaßen aus der der Thatsache bilden, daß 700,000 FußFichtenholz zur Bereitung derselben, 400,000 Fuß Lindenholz für die Verpackungslisten,in denen man sie versendet, und 400 Fässer Schwefel, sowie 9600 Pfund Phosphorverbraucht werden. Zur Anfertigung der Büchsen braucht man jeden Tag 1900 Pfd.Pappendeckel und Papier, und die TagcSkosten der NegierungS - Stempelgcbühr betragen1440 Dollars. Die Zahl der Arbeiter beläuft sich auf 300, und die Zahl der täglichgefertigten Strcichholzbüchsen, die natürlich auch täglich gefüllt werden, auf 144,000.

Druck, «erlüg und Redaktion de» literarüchc» Institut» «o» »I. W. Huiiler,