Ausgabe 
28 (15.3.1868) 11
 
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Doch, khrcn wir auch hoch Sein groß' VermächtnisUnd so, wie Er's verdient hat und gewollt.

In Bruderliebe, fester Eintracht Gold,

Des theuren Herrschers rühmliches Gedächtniß?!

Ach blickt um euch und klagt euch reuig an.

Daß ihr nicht würd'gcr Seines Worts geworden;

Er schuf dem Volke eine Segensbahn

Ihr säet Zwietracht in der That in Worten;

Er wollte stets mit Seinem Volke FriedenUnd ihr Pflegt feindlich euch die Stirn' zu bieten,

Unwürdig euch zu schmähen aller Orten!

Schon Pocht Verrath an eures Hauses ThorUnd was in ihm Jahrhunderte gehalten,

Will blindlings er in Neues umgestalten.

Er schielt sogar zu eurem Thron emporUnd webt zum eig'nen Sterbkleid' sich den Flor.

Anstatt daß Ihr euch fest in Ein's gestaltet,

Seid ihr bemüht, euch frevelnd zu entzweien,

Statt daß ihr hoch der Eintracht Banner haltet,

Versucht ihr euch im Kampfe der ParteienUnd hoffet Segen, wenn die Feindschaft waltet.

Die Liebe stirbt, weil nie der Haß veraltet!

Blickt auf den Sarg der stillen KönigsgruftWo euer Max bei eurem Ludwig ruhtVerschließt das Ohr nicht, wenn Er zu euch ruft:

Bewahrt den Frieden als das höchste Gut!

Seid Brüder, selbst wenn sich die Meinung theiltVerschmäht den Unrath aller gift'gcn Reden,

In dieser Zeit ist Einigkeit von Nöthen,

Sie ist gar ernst und das Verhängniß eilt!"

O hört dieß' Wort, verschließt das Herz ihm nicht,

Geht, Hand in Hand, nur auf des Friedens WegenVersöhnt, vereint, dem schönen Ziel entgegen!

So zeigt ihr euch des besten Lohnes werth,

So haltet ihr Ihm, Der uns Allen theuer,

Dem König Max die würd'ge TodtenfcicrUnd Segen ruht auf eurem Heimathhcerd;

Im Bürgerglück beruht des Landes Kraft,

In ihm nur keimt des großen Zicl's GedeihenUnd Bürgcrunglück bringt die Leidenschaft.

O laßt zu Maxens Sarg den Schwur uns senden:

Wir steh'n zum Thron in aller Zeiten Lauf!"

Des Schicksals Gang halt zwar der Mensch mcht aufDoch kann er ihn, vereint, zum Bessern wenden!

B. Nödel.