Ausgabe 
28 (15.3.1868) 11
 
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Ludwig I. von Bayern.

Durch Bayerns Gau'n tönt dumpfes Grabgeläute;

Der alte König steigt in seine Gruft.

Er sah noch Deutschlands blut'gc, wilde Kluft,

Er, den des Friedens Glück so lang erfreute.

Sein Name, traun, wird nicht des Todes Beute:

Die Tempel ragend in des Himmelsluft,

Der Künste Gärten voller Glanz und DuftVerkünden spät noch seinen Ruhm wie heute.

O deutsches Volk, bespritzt mit Bruderblut!

Wohl magst du Ludwig eine Thräne weinen;

Sein Kömgsherz war dentschgesinnt und gut.

Auf, zähle deine Fürsten! Hast du keinen,

Den Gottes Geist gesalbt mit Königsmuth?

Wann wird der große Retter uns erscheinen?

Joseph Baicr.

König Ludwig von Bayern trat eines Tages Unerwartet in das Atelier Kaulbach's.Der Meister hielt in diesem Augenblick die Hand eines reizenden Mädchens, welches ihmals Modell diente, in seinen beiden Händen. - Als die Schöne den König sah, entzogsie ihre Hand rasch den Händen Kaulbach's.Ei, Meister," sprach der Königlächelnd,das ist doch das schönste Werk, das jemals aus Ähren Händen ge-kommen ist!"

(Treue Herzcnseinfalt.) Die ehemalige englische Schauspielerin Miß Mellon,nachhcrige Herzogin von St. AlbanS, erzählt in ihren sashionablen Gesellschaften gernfolgende rührende Geschichte aus ihrer Jugend: Als ich noch ein armes kleines Mädchenwar und für dreißig Schillinge die Woche sehr hart arbeiten mußte, ging ich währendder Feiertage nach Liverpool, um in einem neuen Schauspiele mitzuwirken. Ich stellteein Waiscnmädchen vor, das auf den äußersten Grad der Armuth reducirt war. Einherzloser Geschäftsmann verfolgt das arme Kind wegen einer für seine Verhältnisse be-deutenden Schuld und beharrt darauf, es in's Gefängniß zu setzen, wenn nicht Einer fürdasselbe Bürgschaft leiste. Das Mädchen erwidert:Tann bin ich ohne Hoffnung,denn ich habe keinen Freund in der Welt."Was, es will Niemand für Dich bür-gen, um Dich vom Gefängniß zu erretten?" ruft der strenge Gläubiger.Ich habeIhnen gesagt, daß ich keinen einzigen Freund auf Erden besitze," erwiderte ich. Dochkaum hatte ich in weinendem Tone diese Worte hervorgebracht, als ich einen Matrosenvon den hintersten Plätzen her über Bänke und Barrieren klettern, über das Orchesterund dip Rampe wegsetzen und auf der Bühne neben mir erscheinen sahÄa," riefdieser,Sie sollen wenigstens einen Freund haben, armes Mädchen, der bis zu jedemBetrage für Sie Bürge werden will." Und dabei sprach sich in seinem rauhen, sonn-verbrannten Gesicht die tiefste Bewegung aus.Sie aber," fügte er, gegen den hartenGläubiger gewendet, drohend hinzu,Sie werden meine Bürgschaft annehmen und dasarme Ding gehen lassen, oder ich breche Ihnen, wenn Sie hinauskommen, alle Knochenim Leibe entzwei." Man kann sich die Aufregung denken, welche diese Scene im ganzenHause hervorrief.

Frage: Was für ein Unterschied ist zwischen einem Eisbär und einem Nettig?Antwort: -uouui b-mzß asq dzzä mßnv ssi aygsiZ LZ(§

Druck, Berlaa und Redaktion deS literarischen Instituts von Dr. Nc. HutUer.