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Namens Aloys Sch . . - bekundete. Er setzte hinzu, er sei der Sohn armer Taglöh-urrsleutc aus dem bayerischen Walde und habe sich, auf Untcrrichtcrthcilen angewiesen,bis jetzt vergeblich um Schüler umgesehen. Der Herr äußerte im Verlaufe des
Gespräches, wobei er manche Nebcnfragc stellte zur Ergründung des Wissens des Musen-sohnes, warum er sich mit einem Bittgesuche nicht an den König gewandt habe? Alsnun darauf der angehende Theologe rasch erwiderte: „Er habe gehört, von dem Knicker »sei nichts zu bekommen!" gab ihm der Herr die Zusicherung, er solle sich nur mit einemBittgesuche an das königliche Cabinet wenden, das werde schon Erfolg haben, er seietwas bei Hofe und wolle dann schon mit Jemand für ihn reden. Der „Waldler"
folgte dem Rathe, wiewohl er sich nicht viel davon versprochen haben mochte; er wurde
nach einiger Zeit durch Anschlag zu dem Univcrsitäts - Sccretür Müller citirt, der ihmeine Rolle mit 100 Fl. pro erstes Semester als Unterstützung aus der Cabinetskafsegegen Quittung behändigte. Aloys war nicht wenig erfreut ob solchen Fundes und be-merkte gegen den Sccretär: „Also hat der Hoflakei, oder was er war, doch Wort ge-
halten;" erzählte auch auf Befragen dem Secrctär den ganzen Hergang. Der horchtenicht wenig auf, und kamen ihm etliche Zweifel; schließlich zählte der der katholischenGottesgclehrsamkeit Beflissene das Geld aus der versiegelten Rolle, und siehe, oben fan-den sich auf einem Zettelein die zwei Worte geschrieben: „Vorn Knicker." Die Geschichte
kam unter die gesammte Studentenschaft, Aloys erhielt seinen Spitznamen davon, alljähr-lich aber pro Semester 100 Fl. Unterstützung aus der Cabinetskafse bis zu seiner
Ausweihung. _
Des Gymnasiasten Kourad Bitzclmaier klassische Ucbcrsctznngsprobcnr
t. lautn kjus kuit Li'alia. (Ooru)
Seine.Tonte war eine Graste.
2. bulsiaiu „ustoruiu postum luuut.
Die Schulden der Majore büßen die Nachkommen.
3. kost llomuluin eexit ?i»ma kom^ilius. ^
Die römische Post lenkte Numa Pompilius .
4. bist inoilus j» rodus. f//anstDie Rebusse sind in der Mode.
5. Venil el inteavit cluliitati toolii >>arontis.
Gr kam und trat seinem verzweifelten Pater das Dach ein.
(Kindliche Logik.) „Karlchen, weißt Du nicht, daß, wenn ein Kind immergarstige Gesichter schneidet, der liebe Gott sie ihm einmal stehen läßt." — „Nicht wahr,Tante, wie Du klein warst, ist Dir auch einmal das Gesicht stehen geblieben."
Charade
(?lus zwei einsilbigen Wörtern.)
Wer das Erste stets zu sein,
Reich das Zweite zn besitzen.
Hat des Glückes sich zu sreu'n, ,
Kann und wird auch vielfach nützen. —
Sonderbar, daß allermeist .
Jener, so das Ganze heißt,
Nicht entfernt das Erste ist,
Noch vom Zweiten überfließt.
Auflösung der Charade in Nr. 10„Achselträgcr."
Drnck, Verlag und Redaktion deS literarischen Instituts von 0». M. Hnttler.