Ausgabe 
28 (21.6.1868) 25
 
Einzelbild herunterladen

197

Schrecken des Falls, wie vorn Ringen mit dem Waffer fast leblose Mädchen im Kahnund trieben die Kähne zu schneller Landung an der Wiesen-Almende; zu sich kommend,erzählte sie unö dort, was ihr begegnet war und lenkte unsern Weg nach dem Kaunstein,weil sie aus den Reden der Fremden entnommen, daß sie Dich dahin gelockt und einementsetzlichen langsamen Tode bestimmt habe . . . Mein reichlichster Dank soll ihr dafürwerden!"

Aber wo ist die kühne Magd?" fragte umherblickend der Prinz.Mich drängteS, sie zu kennen und ihr zu danken!" Alle folgten der Richtung seiner suchendenBlicke; auch Markulf, der zu sich gekommen, mit erglühenden Wangen zugehört und zuseinem Befremden nicht Placidas holdes Antlitz über sich erblickte, sondern die derbengehärteten Züge des Freibauern vom Eigelhofe.

Die Dirn' ist lange fort," sagte Eigel,wie der Felsen geöffnet ward, ist sie ihresWeges gegangen und gewiß zu ihrer Hcerde und Sennhütte zurückgekehrt ..."

So laßt uns eilen, ihr zu folgen," riefen Dietwalt und der Herzog,sie soll sichunserem Dank und ihrem Lohne nicht entziehen!" Schnell war der Zug gesammelt undgeordnet; begrüßt vom Zuruf der getreuen Waffenleute, vom Klirren der aneinandergeschlagenen Wehren schritten die Fürsten den wüsten Bergpfad hinab. BeklommenenGemüths folgte Markulf:Sie also war es, die mich gerettet," grollte er,aber sieist fort, eh' ich wußte, was sie für mich gethan sie verwirft meinen Dank, wie siemeine Liebe verschmäht!"

Der Wiederhall in der Seeschlacht wachte auf und trug den Jubelruf gebrochenund vervielfacht an den steilen Bergwänden dahin er dröhnte auch hinüber, wo dieSagereckerwand in den See abfüllt, zu der die riesige Wcttcrtanne, unter deren dichte,wie ein Zelt den Boden streifende Zweige Alboin und Amalaswintha sich geborgen hatten.Knirschend in ohnmächtiger Wuth hatte die Longvbardin gesehen, wie ihre Feindin, dieVcrrätherin ihres Thuns, in das Schiff aufgenommen wurde.Er triumphirt!" riefsie und streckte die beschwörenden Arme wie herausfordernd gegen Himmel.Kannst dudas sehen, du Himmel, und blauest fort und schwärzest dich nicht mit dem Gewölk deSDonners, seinen Blitz hernieder zu senden? Schaut Ihr das mit an, Ihr Berge, undschüttelt nicht die Fclsenhäupter, sie über ihn herab zu stürzen? Aber er soll nicht! Ichwill hinüber! Eh' sie zu ihm gelangen, will ich den alten Weg zurück und renne ihmden Dolch in's meineidige Herz! . . ."

(Fortsetzung folgt.)

Haifische in der Walfischhay.

Die Walvisch- oder Walfischbai liegt an der Westküste von Süd-Afrika, etwaunter 220 57 / sMichxr Breite und hat sich, wie die meisten Buchten jenes Theils vonAfrika , hauptsächlich dadurch gebildet, daß die vorherrschenden Südostwinde den lockernSand deS Binnenlands von den vorspringenden Landzungen hinweggefegt haben, bis erParallel der Küste Untiefen und Sandbänke gebildet hat und nun Lagunen und Buchtenumschließt, welche Fahrzeugen von mäßigem Umfang zu allen Jahreszeiten einen sichernAnkergrund zu bieten vermögen.

Verschiedene derartige Buchten und Lagunen sind nur von Schiffern bewohnt, welchevon Kaufleuten in der Kapstadt beschäftigt und durch die gelegentlich hier anlegendenSchiffe, welche den Ertrag ihrer Arbeit abholen, mit den erforderlichen Lebensbedürfnissenversehen werden. Andere solche Buchten dagegen dienen als Ausgangspunkte für Händlerund Reisende, welche sich in das Innere von Südwest-Afrika wagen wollen, und dieWalsischbai insbesondere ist der Hafen, von wo aus die Hauptstraße durch die Länderder Damaras und Namaquas nach der Ovambogegend und den Landstrichen am Ngami-Sre und Zambesi -Strom ausgeht.