uns dann zum St. Michaelsmarkte nach Zolla führt, tragen wir ihm schau ein paar.Dublönchcn mehr ein."
Wer nicht glaubt,- daß Dominiks Kühe also dachten, der wird mir doch auch nichtbeweisen können, daß dies nicht die Logik der Thiere ist.
Die Sonne sing an, hübsch warm zu machen, als auf einmal Dominiks Kühe, vonBremsen gequält, sich aufmachten und in vollem Galopp dem Dorfe zueilten, aber beiLeibe nicht durch die Oeffnung, mittelst welcher sie in die Umzäunung hinein gekommenwaren, sondern sie suchten nach der entgegengesetzten Richtung am Wege abzuschneiden,und zertrampelten nun, was ihre Zähne vom Mais übrig gelassen hatten.
Wer mag auch Umwege gehen, wenn ihn Bremsen stechen!
Die Kühe sprangen, um aus dem eingezäunten Bezirk herauszukommen, gerade aufden der Kirche gegenüberliegenden Hag zu, und setzten, wie wenn es der Teufel so habenmüßte, just in dem Augenblick lustig hinüber, als die Leute aus der Kirche kamen.
Die Thiere mit gefüllten Bäuchen aus der Einzäunung hervorbrechen sehen, und anihren sicherlich abgeweideten und zertretenen Mais denken, das war für Aranna und CaS-carabias Sache eines Augenblicks.
Sich die Haare zerraufend, und Schlangen und Kröten herabfluchend, eilten sie hin,um sich von der vollkommenen Nichtigkeit ihrer Muthmaßung zu überzeugen, während derarme Dominik in einer Gemüthsverfassung zurückblieb, in welcher er alles Mögliche hätteüber sich ergehen lassen, und der Herr Bürgermeister eine kleine Rede darüber hielt, wieschädlich es für Alle und Jeden sei, wenn die regierenden Personen zu mild und nach-sichtig auftreten.
Waren Aranna und Cascarabias schon in Verzweiflung nach ihren Grundstücken ge-eilt, so kamen sie in noch größerer Verzweiflung zurück, denn Dominik war mit Allem,was er hatte, nicht so viel werth, als der Mais, den feine Kühe gefressen und ver-dorben hatten.
Nicht mit hundert Gulden, riefen sie aus, bezahlt uns Dominik den Schaden, denseine Kühe angerichtet haben. Gerechtigkeit, Herr Bürgermeister, Gerechtigkeit!
Wißt Ihr, antwortete der Vorgesetzte, was ich Euch jetzt für einen Spruch gebensollte? Ich sollte sagen, wie es im Liede heißt:
„Anders wolltet Jhr's nicht haben,
Freut Euch Eures Willens nun."
Aber das ist nur so meine Privatmeinung, dagegen die Meinung der Gerechtigkeitläuft darauf hinaus, daß Dominik schuldig ist, den von seinem Vieh angerichteten Schadenbis auf den letzten Heller zu vergüten.
Aber Herr Bürgermeister, erwiderte Dominik im größten Entsetzen, ich bin ja soarm, daß ich kaum eine Bahre aufbringe, um mich todt darauf hinzustrecken.
Wir werden Dir abpfändeiz, was Du hast, bis aufs Letzte.
Und wenn Ihr mich, mein Weib und meine Kinder und alles, was ich im Hausehabe, Pfändet, so werdet Ihr nicht die Hälfte von dem erlösen, was meine Kühe anSchaden verursacht haben sollen.
Wenn Deine Nachbarn an Dir Verlust leiden, so werden sie künftig den Mundnicht austhun für Leute, die eS nicht verdienen.
O ich armer Teufel! fing Dominik an zu weinen, wie wenn der Himmel über ihneinfallen wollte, wie wird es mir in diesem Unglück gehen! O daß auch Gott seinenJgnatio zu sich nehmen mußte, der mir sonst immer in meinen Verlegenheiten gehol-fen hat! O, wenn nur Jgnatio noch lebte!
Jgnatio lebt noch für die Armen! sagte Miguel, der vom Portal der Kirche ausmit angehört hatte, was vorging; dann trat er zu Dominik heran und sagte:
Bitte den Bürgermeister, daß er Sachverständige aufstelle, um den Schaden abzu-schätzen, den Deine Kühe angerichtet haben. Dann komm zu mir nach Hause und hole