Ausgabe 
28 (26.7.1868) 30
 
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26 . Juli 1868 ,

MrgsbWrger

Schuld oder Leid des Herzeus bringt plötzliches Entfärben,

Ein tödtlichcs Erschrecken wie Vorgefühl zu sterben.

Ein brüderlich Erbarmen muß ein solcher Mensch erwerben.

Johannes Schrott.

Znm allgemeinen Concil 186 S.N)

Herbei ihr Völker vom Erdenrund,

Herbei zum heiligen Throne;

Es soll euch werden aus heiligem MundEin Wort vom ewigen Sohne.

Und der es euch kündet, das ist ein GreisIm Hohcnpriestcr-Talarc;

Sein würdige? Haupt strahlt silberweiß,Ergraut im Dienst am Altare.

Um ihn sich schaaren zum heiligen KriegDie gesalbten Hirten der KircheAuf daß ihnen werde der Wahrheit Sieg,Und der Wolf die Herde nicht würge.

Des heiligen Geistes ewiges Wort,

Das ist ihr theueres Erbe,

Womit sie schützen denFelsenhort"

Und das Volk, daß es nimmer vcrd.rbc.

Sehet Pins dort der Kirche Haupt,

Das Christus nimmer verlassen,

Der verlassen nun hat, die ihn beraubt,Die Räuber sie müssen erblassen!

Sie haben gebrochen den heiligen Eid,

Als Christen und christliche Fürsten,

Sie wandeln nun auf der Straße breit,Nach der Tempel Schätze sie dürsten.

Dochgewogen, gctheilet, gezählet" sindDie Tage der Stolzen der Erde,

Und wie Balthasar jenem König so blindEin prophetisches Wort ihnen werde;

Das Gold ihres Thrones ist abgenutzt,

Und zerschlagen sind bald ihre Wappen;Dennder Fürst dieser Welt," der hat sie

geputzt

Mit Hammer und Kelle und Lappen.

Doch des Kreuzes himmlische Fürstcnzier,Sie wollen sie fürdcr nicht tragen;

Sie folgen dem apokalyptischen Thier,Sie wollen dem Glauben entsagen.

Hinaus aus dem Reiche, rufen sie laut.Umringt von höllischer Bande.

Hinweg mit derKirche, der himmlischen Braut!Sie rusen's im eigenen Lande.

Doch dieHirten der Völker" das sind sie

nicht mehr;

Es verhallet ihr königlich Rufen

Der Hirte der Völker ist C h r i st n s der Herr,Und die Er zu Hirten berufen.

Und die Völker, sie hören auf'S himmlische

Wort,

Wie cS kündet in heiliger WeiseDer Hohepriester in Vomn dortIn der Brüder geweihtem Kreise.

Und er spricht im hohen Gottesrath:Herbei ihr Völker der Erde!

Wir wollen sie schaffen die ewige ThatEin heiliges Volk er reich werde!

Die Fürsten , sie wollen die Wahrheit nicht.Nicht schützen die göttlichen Rechte,

Gewichen ist ihnen das himmlische Licht;Ihr Völker ihr seid keine Knechte!

Ihr Völker, die Freiheit, die biete Ich euchDie Freiheit von Laster und Lüge;

Die Freiheit der Bürger für's Himmelreich,Die das Gute führet zum Siege.

So kämpfet mit mir und seid mein VolkUnd Ich, Ich bin euer Hirte

Und Christus der ewige Gottessohn,

Er mache uns leicht seine Bürde!"

vr. Lconhard Schneider.

*) Zu welchem bekanntlich diesmal die Fürsten nicht eingeladen sind-