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(Man muß sich zu helfen wissen.) Nach Uebernahme des Commandoseines Infanterie-Regimentes des norddeutschen Bundeshecres durch einen Preußischen Obersthielt derselbe eine Jnspizirung über das ihm anvertraute Regiment ab. Der Obersthatte einen Zug als Schützen ausschwärmen lassen, und fragte nun den Führer desZuges, einen Seconde-Lieutenant, was er wohl anfangen würde, wenn er plötzlich vonfeindlicher Kavallerie bedroht würde. Der Lieutenant gab die Antwort, er würde durchden Hornisten das Signal zum Carrö-Foriuircn blasen lassen. „Was würden Sie aberthun, wenn Ihnen der Hornist weggeschossen ist?" fragte der Oberst weiter. Der Offizierstutzte. Der Oberst, die Verlegenheit des Lieutenants gewahrend, nahm dem neben ihmstehenden Hornisten das Horn aus der Hand und sagte: „Dann bläst man selbst,"und blies nun zur Verwunderung des ganzen Regiments mit großer Fertigkeit alleSignale vor.
(Wie das Skalpiren thut). William T h o mp s o n, ein Telegraphist an derPacific-Eisenbahnlinie, hat ein romantisches Abenteuer gehabt. Er ist von Indianern skalpirtworden und lebt noch, um es erzählen zu können. Er verlor seinen Skalp kurz vor derWegnahme des Zuges an Plum Creek Station, die neulich gemeldet wurde, und Folgendes istdie Geschichte, die er den staunenden Bürgern von Omaha, wo ersetzt ist, erzählt: „DienstagAbends ungefähr 9 Uhr verließ ich und fünf Andere Plum Creek Station, und fuhren wirdie Strecke hinauf auf einem Handkarren, um nachzusuchen, wo der Bruch im Telegraphensei. Als wir an der Bruchstelle ankamen, sahe» wir eine Menge Ziegel auf der Streckeaufgeschichtet, aber in demselben Moment sprangen ringsherum Indianer vom Gras auf undfeuerten auf uns. Wir feuerten zur Erwiderung zwei bis drei Schüsse ab, aber da wirsahen, daß die Indianer auf uns eindrangen, liefen wir fort. Eiu Indianer auf einemPonny suchte mich heraus und sprengte an zu mir. In einer Entfernung von 10 Fuß feuerteer auf mich, bei welcher Gelegenheit eine Kugel in meinen rechten Arm drang: da er michnoch laufen sah, drehte er sein Gewehr um und schlug mich mit dem Kolben nieder. Dannnahm er sein Messer heraus, stach mich in den Hals, wickelte das Haar um seinen Finger undbegann dann mit Sägen und Hacken meinen Skalp abzuziehen. Obgleich der Schmerz grauen-haft war, und ich Schwindel und Unwohlsein fühlte, so wußte ich doch recht gut, daß ichmich ruhig verhalten mußte. Nach ungefähr einer halben Stunde that er den letzten Schnittam linkenSchlaf, und da der Skalp noch ein wenig hing, so gab er einen Ruck. Dadachte ich, ich müßte mein Leben aushauchen. Ich kann es Ihnen nicht beschreiben. Ichfühlte gerade, als ob der ganze Kopf weg wäre. Darauf schwang sich der Indianer inden Sattel und galoppirte davon. Aber wie er wegging, ließ er meinen Skalp wenige Fußvon mir entfernt fallen, welchen ich nun glücklich erlangte und verbarg. Die Indianerwaren dicht in der Nachbarschaft, sonst hätte ich meine Flucht bewerkstelligen können. Währendich so dalag, konnte ich die Indianer umherlaufen, miteinander flüstern und dann kurzdarauf Hindernisse auf die Strecke legen boren. Nachdem ich so ungefähr anderthalbStunden dagelegen hatte, hörte ich das tiefe Rumpeln des Zuges, wie er dahcrgebraust kam,und ich wäre wohl im Stande gewesen, ein Zeichen zu geben, wenn ich es gewagt hätte."
Frage: Was ist ein Beamter, der auf einen Orden wartet?Antwort: -zpvauiizzZ, zuiD
Charade.
(Zweisilbig.)
Mein Erstes birgt der grüne Wald,Wenn froh dein Horn darin erschallt,So wünsch ich dir ein gutes ZweitesDoch würdest du bei Groß und KleinWohl unbeliebt als Ganzes sein.
Auflösung der Charade in Nro . 31:
Bettel-Sprüche.
Druck, »erlaa und Nedaltton bk» »tcrartschen Institut« von vr. M. Huttler.