So weit war der Herr Untersuchungs-Richter mit seinen Gedanken gekommen, alsdie Schloßuhr laut und vernehmlich die dritte Stunde des Nachmittags verkündete.
„Nach seinem Hause!" rief der Beamte sich erhebend. „Dort allein haben wir dieBeweise dcS Verbrechens zu suchen und werden sie finden — woran ich leider nichtmehr zweifle!"
Und er verließ das Zimmer. Wankenden Schrittes folgte ihm der arme Herr vonFreikamp, von seinem treuen Andres mitleidig gestützt und geführt.
(Fortsetzung folgt.)
Lagerlied der päpstlichen Zuaven ^)
Wem Christenblut durch die Adern sprüht,Von fremder Mackel reinUnd wem ein Herz für PiuS glüht,
Der stimme mit uns ein:
Aus freier Brust mit vollem Klang,
Uns gleichen Sinns gesellt.
Erheb' er frommen EhrensangDem Fricdens-Herrn der Welt!
O Gott, der Du vom HimmelsthrouStark waltest und gerecht.
Wir bitten Dich durch Deinen Sohn,Schirm' Unschuld, Treu ' und Recht!Uns bangt nicht, wenn die Kngcl droht.Uns schreck: nicht blanker Stahl,
Wir gehen freudig in den Tod;
Für Pius gilt die Wahl!
ES siege Wahrheit, Recht und Treu ',
Und fällt der letzte Mann;
Herrscht Vater Pius wieder frei,
Dieß Herz erst ruhen kann!
Für ihn verließen wir dich, Strand,Entrungen Meer und Fluth,
Für ihn, o süßes Hcimathland,Verspritzet unser Blut!
Wir schwören Treu, auf Pctri Grab,Dem großen Pins Treu',
Und Treu dem Fels, den Jesus gabZum Grunde dem Gebäu;
Um's Kreuzpanier kniet uns're Wehr,Gott schaut vom Himmel drein,
Und Kraft strömt Pius' Segen hehrDen Friesenherzen ein.
O Herr, Du Lenker aller Welt,
Leih unö auch Deine Hand,
Wenn's, guter Gott, Dir so gefällt,Für's liebe Vaterland!
Den thcu'rstcn Eid uns wahre doch.Und müssen fallen wir.
Laß, brich das Herz, uns rufen noch:Heil PiuS, Vater, Dir!
Da man sich in der letzten Zeit öfters auf Göthc's politische Meinungen berufenund dieselben besonders mit unseren gegenwärtigen Verhältnissen zusammengestellt hat, sowird es gewiß nicht ohne Interesse sein, auf eine Stelle hinzuweisen, wo man seineAnsichten über Fragen, die die Gegenwart lebhaft bewegen, im Zusammenhang ausge-drückt findet. Dieselbe steht in dem, im Jahre 1848 erschienen dritten Theil der Eckc»mann'schcn Gespräche mit Göthe , Seite 270 unter dem Datum: „Donnerstag, den28. Oktober 1828."
Eckcrmaun erzählt:
Wir sprachen sodann über die Einheit Deutschlands , und in welchem Sinne siemöglich und wünschenswcrth.
„Mir ist nicht bange," sagte Göthe, „daß Deutschland nicht Eins werde; unsereChausseen und künftigen Eisenbahnen werden schon das Ihrige thun. Vor allem abersei es Eins in Liebe unter einander! und immer sei es Eins gegen den auswärtige«