Ausgabe 
29 (10.1.1869) 2
 
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Nur ein Beispiel will ich aus meiner Erfahrung erzählen, das eine mir befreundeteFamilie betrifft. Es waren junge Leute und sie führten ein herziges Liebeleben mit-einander, wcßhalb ich stets bei ihnen einsprach, so oft mich auf meinen Reisen der Weg durchihren Wohnort führte. Man sah's ihnen an den Auge , au, wie gern sie sich hattenund wie sehr es in ihren Wünschen lag, einander zu Gefallen zu leben.

Ein munterer, bansbäckiger Knabe, der eben zu sprechen begann, als ich das vorletzteMal bei ihnen weilte, war ihre größte Freude und ihr höchstes Gut.

Das Geschäft ging gut, wenn auch keine großen Kapitalien darin steckten, denn derMann war fleißig und verstand seine Sache. Sa lebten sie recht glücklich und zufrieden.

Als ich das letzte Mal dort vorbeikam, ging die junge Frau in Trauer. ZhrGesicht sah bleich aus und als sie mich erblickte, traten Thränen in die hübschen, jetztso schwcrmüthig blinkenden Augen.

Schweigend winkte sie mir, einzutreten. Ich folgte. Sie führte mich hin zu demmir wohlbekannten Bilde, das die kleine drei zählende Familie in glücklichem Beisam-mensein darstellte, und gestand mir schluchzend, daß sie vor wenigen Wochen ihren Gattenins kalte Grab habe betten müssen. Eine Erkältung, die der rüstige Mann anfangswenig achtete, hatte ihn aufs Krankenlager geworfen und kaum nach einem Monate warrr dem hitzigen Ncrvensiebcr erlegen, aller aufopfernden Pflege der treuen Gattin un-geachtet.

Und als ich nun da" fuhr sie sanft weinend fortbei dem immer bösar-tigem Auftreten der Krankbcit meinen Kummer nicht mehr zu bergen vermochte, da faßtemein seliger Arthur wenige Tage vor seinem Ende in fieberfreier Stunde meine Handund sagte so innig weich, wie er ja sein konnte und wie er in ernsten Augenblicken stetszu, sprechen pflegte:Liebc Anna, weine nicht. Wohl wird das Scheiden mir schwervon Dir und unserm lieben Kleinen, aber ein Gedanke mildert den bittern Trcnnungs-schmerz, der Gedanke, nach besten jkrüften für Euch gesorgl zu haben. Ihr werdet nichtMangel leiden, und ich segne die Stunde, in welcher ich vor Jahresfrist zu dem Entschlüssekam, mein Leben mit einigen tausend Thalern zu versichern.

Ihr seid nun doch für das geringe, sehr geringe Prämienopfer vor Armuth undSorge gesichert."

Wenige Tage darauf war er eine Leiche! Mir aber ward das versicherte Kapitalausgezahlt.

Kanu damit auch der uns betroffene unaussprechliche Verlust nicht ersetzt werden,so bin ich dadurch doch der bittersten Noth überhoben und weiß, daß unser liebes Kind,welches außerdem mit mir im Elend hätte verkommen müssen, zu einem achtbaren Bürgererzogen werden kann.

Der Geist seines Vaters umwallet uns und seine liebende Fürsorge für uns erstrecktsich noch über das Grab hinaus!"

Ihr Gatte hatte ihr durch seine treue Vorsorge den besten Trost zurückgelassen.Don meiner herzlichen Theilnahme an ihrem bittern Geschick war sie überzeugt, was be-durfte es da noch der Worte Gepräng: ich nahm mit stummem Händcdruck von dertrauernden Wittwe Abschied.

Möchte dieses Geschichtlein, dergleichen die Vcrsicherungsmänner wohl noch mancheszu erzählen wissen werden, dazu beitragen, den Leser zur Lebensversicherung anzuregen,mit der er den Seinigcn so viel Leid und Sorge ersparen kann.

Wie mancher durchblättert bei der einem nahen Familienfeste die Zeitungen, nichtschlüssig der Waht des Geschenks, womit er die Gattin zu erfreuen gedenkt. Bald fesselthier, bald dort eine Verkaufsanzeige von Festgaben seinen Btick, ohne daß er sich zu cntscheiden vermag. Nun, lieber Freund, wie wär's, wenn Du Deiner Frau eine LebensVersicherungspolice zum Angebinde brächtest? Mischt sich dadurch auch der Gedanke a*den Tod in die Festfreude, dieselbe wird nur um so geläuterter werden und der Dan^