Ausgabe 
29 (14.3.1869) 11
 
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Kleinmichel, Du siehst diese Linie?"

Ja, Sire!"

Es ist dies die Linie einer nmen Eisenbahn, welche ich in meinem Reicheanlegen will."

Sire, sie ist großartig!"

Du findest? Du übernimmst also die Ausführung meiner Befehle?"

Mit Entzücken, Sire, wenn es Ew. Majestät befiehlt. Aber die Mittel dttMittel! ..."

O, keine Sorge darum. Fordere so viel Geld, als Du brauchen wirst." Undindem er sich an die Ingenieure wendete:

Nun wohl, Ihr sehet, daß ich Eurer nicht bedarf. Ich werde meine Eisenbahnselbst bauen!"

Die Ausführung dieses Baues dauerte zehn Jahre. Man wich keinen Zoll vonder Linie, welche die Hand des Czaren gezogen hatte; man ließ Nowgorod, Twer undeine Menge anderer wichtiger und reicher Städte in der Entfernung von mehrerenMeilen bei Seite und führte die Bahn mitten durch Sümpfe, durch Wälder und uner-meßliche Steppen; 700 Kilometer kosteten Rußland 400,000,000 Franks, etwas mehrals eine halbe Million für den Kilometer, von welcher Summe der gehorsameKleinmichel natürlicher Weise seinen gnten Theil nahm. Nikolaus aber behielt das Recht,zu sagen,daß ihm Nichts unmöglich sei."

Einige Wochen nach der Einweihung dieser Bahn kam ein türkischer Botschafter inPetersburg an. Man zeigte ihm alle Sehenswürdigkeiten. Der Türke vcrläugnetc seineorientalische Würde durch kein Zeichen der Bewunderung oder des Erstaunens. Da fragteder Czar den Fürsten Menzikow:

Was könnte man ihm denn zeigen, um ihn in Erstaunen zu versetzen?"

Die Rechnungen des Generals Kleinmichel für die Nikolaus-Bahn," antworteteder Fürst lachend.

Einige Tage später entspann sich ein Streit zwischen Menzikow und Kleinmichel.Der General schlug eine Wette vor.

Mit Vergnügen," antwortete Menzikow,und zwar niag der Einsatz folgenderfein, wenn es Ew. Excellenz beliebt: Wer die Wette verliert, soll auf Kosten desGegners nach Moskau reisen, und zwar auf der Bahn, deren Lau Ew. Excellenz soeben vollendet haben."

Was soll dieser Scherz bedeuten?" frug der Kaiser.

Das ist sehr einfach, Sire. Die Bahn ist in der Weise angelegt, daß man fastsicher ist, daselbst das Genick zu brechen; wir setzen also bei dieser Wette unser Lebenaus's Spiel."

Der Czar lachte sehr, und Kleinmichel aber schlug die Wette aus. Nun ist erfreilich auf einem anderen Wege in's Jenseits hinübergefahren ot reczuiesoat in pacot

Das englische Oberhaus.

Wie cS im Beginn einer Session Regel ist, hat auch diesmal das Oberhaus dieamtliche Liste (roll) seiner Mitglieder veröffentlicht. Dieser zufolge beherbergt es gegen-wärtig 470 Peers, darunter die englischen Bischöfe (mit Ausnahme des neu erwählte»für Lincoln), die vier Repräsentativ - Prälaten Irlands , 28 irische und 15 schottischePeers. An der Spitze der Liste steht der Prinz von Wales, der in seiner Eigenschaftals Herzog v. Cornwall einen Sitz im Oberhaus hat; ihm zunächst sein Bruder, derHerzog v. Edinburgh , dann der Herzoz v. Cumberland (in einer Parenthese alsKönigvon Hannover" aufgeführt) und der Herzog v. Cambridge, Oberbefehlshaber der Armee.Auf diese folgen gemäß ihrem Rangvortritt der Erzbischof von CantcrburY, der Lord -