Ausgabe 
29 (25.4.1869) 17
 
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sagte liebevoll Pius IX. , nachdem er ihm seinen Segen gegeben,Sie find jetzt Priester«nd haben bereits mehrfach das Gluck gehabt, das heilige Meßopfer darzubringen." '

Ja, heiliger Vater."Und «o, mein Sohn, haben Sie Ihre erste Messe

gelesen?"Zu Sanct Pclcr in den Grotten des Vaticans."Sehr wohl ... :

Es muß Ihnen dies zu hoher Freude gereichen, ich wünsche Ihnen Glück. Was mich !anbelangt, ich las meine erste Messe im Tata Giovanni, mitten unterden armen Waisen." Bei diesen Worten sammelte sich der heilige Vater einige ?

Augenblicke, wie um in freundliche Erinnerungen sich zu Verliesen. Dann das Gesprächwieder aufnehmend, fragte er:Und wo, mein Sohn, haben Sie Ihre zweite Messegelesen?"Heiliger Vater, zu Santa Maria Maggiore ."O, ein herrlicherund frommer Gedanke! Santa Maria Maggiore , ein köstliches Hciligthum. Ich beglück-wünsche Sie nochmals, mein Sohn. WaS mich anbelangt, so las ich meine zweite heiligeMesse im Tata Giovanni! . . . Arme Kinder!" Der heilige Vater beugte bei den >

letzten Worten das Haupt und schwieg länger als vorher. Hierauf zum dritten Male >

an den jungen Priester sich wendend, fragte er ihn wieder:Und wo haben Sie Ihre I

dritte Messe gelesen?"Zu Sanct Johannes vom Lateran."Sehr gut, sehr s

gut, mein Sohn; ich bewundere die Frömmigkeit und die glückliche Wahl, die Ihr Herz i

getroffen. Sanct Johannes vom Lateran ist mit Sanct Peter und Santa Maggiore !

eines der erhabensten Gotteshäuser der katholischen Welt. Was mich anbelangt, so habe i

ich meine dritte Messe immer noch im Tata Giovanni gelesen, und dort," fügte der hei- i

lige Vater mit weicher Stimme hinzu,dort war es, wo ich meine vierte, meine fünfteund alle folgenden las. Mein Herz hatte wohl nach dem Glücke verlangt, das Sie

gekostet, aber konnte ich mich von meinen armen Kindern entfernen? War ich nicht ihr

Vater! Welche Freude gewährte es ihnen, mich am Altar in ihrer Mitte zu sehen!Welche Genugthuung war dies nicht für mich!" ^

Das Gift-Thal auf der Insel Java.

So unentbehrlich die Kohlensäure für das Pslanzenlcbcn ist, so ist sie doch ein Giftfür die Thiere, und eben deßhalb darf die Lust nur eine geringe Menge davon enthalten.Wäre ihr Gehalt bedeutend größer, als er ist, so könnte die Lust von den Thieren nichtohne Schaden für ihre Gesundheit eingeathmet werden. Andererseits aber würden diePflanzen aus der Luftmischnng nicht die hinreichende Menge von Kohlensaure aufsaugenkönnen, wenn nicht die Millionen Blatter, welche ein einziger Baum nach allen Rich-tungen in die Luft hinausstrcckt, sie in den Stand setzen würden, ihrem Bedürfnisse zugenügen, ohne den Thieren schädlich zu werden. So enthält ein einziges Blatt unseresKliedcrstrauchs gegen 400,000 Poren, welche zur Tageszeit fortwährend Kohlensäure»insaugcn, und an einer einzigen Eiche hat man schon Millionen Blätter gezählt!

Daö merkwürdigste Beispiel einer mit Kohlensäure überladenen Luft bietet dasberüchtigte Gift-Thal auf der Insel Java. Ein Reisender schildert dasselbe folgendermaßen:

Wir nahmen zwei Hunde und einiges Geflügel mit, um in dem giftigen ThalVersuche damit anzustellen. Am Fuße des Berges stiegen wir ab und klommen etwafünfhundert Schritte weit hinan, indem wir uns am Gestrüpp festhielten. WenigeSchritte von dem Thal entfernt empfanden wir einen starken, widrigen und erstickendenGeruch, der aber, als wir bis zum Rande vorgedrungen, verschwand. Das Thal ent-hält ungefähr lausend Schritt im Umfang, es ist länglich, und dreißig bis vierzig Fußtief. Der Boden ist ganz flach, besteht aus einem harten Sande, ohne Pflanzenwuchs,und ist mit einzelnen großen Flußkieseln bedeckt.

Uebcrall sah man Gerippe von Tigern, wilden Schweinen, Hirschen, Pfauen undVögeln aller Art. Es wurde nun berathschlagt, ob mir in das Thal hinabsteigen; aber,n der Stelle, wo wir uns befanden, war dies schwierig, da ein einziger falscher Schritt