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^ (Eine Rechnung über Menschenfleisch.) Ein Correspondent des„Boston Travellcr" schreibt von Port Hudson, Louisiana, unter Anderem: „Man sagtuns, daß alle alten Pflanzer von Louisiana eine genaue Rechnung über alle frei gewor-denen Sklaven aufgemacht haben, damit sie solche sofort überreichen können, wenn dieRegierung kommt, die Sklaven zu bezahlen, was, wie sie glauben, eines schönen Tagesgeschehen wird. Wir haben eine solche Rechnung in richtiger Form, d. h. nach desPflanzers Idee, aufgemacht — gesehen, nnd da wahrscheinlich wenige unserer Leser einsolches Documcnt vor sich gehabt haben, so geben wir es hier in treuer Uebersetzung:
Die federalen Autoritäten schulden an Nathan Foeling:
Für die nachbenannten Sklaven, welche dem Unterzeichneten ungesetzlicher Weisegenommen nnd in Freiheit gesetzt sind, gegen das Recht ihres Eigenthümers und entge-gen dem bestehenden Urtheil aller christlichen Männer und Frauen:
Joseph, 55 Jahre alt, einäugig und ein wenig lahm; 1860 wurden
500 Dollar für ihn geboten, berechne den Behörden jedoch nur . 230 Doll.
Caleb, ungefähr 32 Jahre alt, etwas schwindsüchtig, aber nicht bedeutend 600 „
Sam, ein Junge von 23 Jahren, sehr lebhaft, wurde von einemPferde in den Rücken gestoßen, was ihn aber zur Feldarbeit nicht
unfähig macht. 900 „
Sarah, Dienerin im Hause, nett und aufgeweckt .... 500 „
Jmi, ein großer Junge, Gewicht 190 Pfund, 29 Jahre alt, arbeitet
ohne Aufseher .. 2200 „
Dinah, ein lOjährigcs Mädchen, sehr aufgeweckt und zutraulich . 400 „
Old Salomon, 74 Jahre alt, gut zum Kornausziehen und zum
Baumwolle-Aushülsen zu gebrauchen. 300 „
Betsey, Frau Caleb's, 30 Jahre alt, hat gesunde Zähne und flinke
Hände, ist gesund. 800 „
Betsey und John, ihre Kinder, 3 und 5 Jahre alt,'alle fett und rund
(100 Doll. pr. Stück). 200 „
Verna, ein kräftiges Hausmädchen, sehr niedlich und bescheiden, fastweiß, von guter Gemüthsart, eine lirst-olass-Hand als Haus-
Mädchen in eines Gentlemans - Familie. 1800 „
Obiges ist eine richtige Rechnung, die Preise niedriger als der wirkliche Werthmeiner Sklaven, die mir von den federalen Behörden genommen sind, und für welcheich Zahlung verlange. Nathan Foeling."
Miseellen.
Unter der Ueberschrift: „Alljährlich sich wiederholende Aussprüchc eines AltenburgerBauers, auch anderswo zu hören," bringt die Oder-Zeitung Folgendes: „Die Witterigitz und is se gor nicht gut — gor nischt nütze, 'S regnet zur unrechten Zeit, 's is 'netruckne Nässe und och so sehre dörre; 's werd e traurig Johr; 's wächst so viel Hunger-Kraut. — 's Korn wächst zu sehre uf cmol, un was übertrieben is, togt nicht; 's lerntnicht schütten; schiene stieht's, das is wohr, aber 's gibt nischt, mit en Worte. Qäckensin och sehre viel drinne. — Un de Kärschen, die sin alle derfroren, un was do hie unda noch druf hängt, das Gutt derbarm, das frästen dc Sperlige un de Stobre. Wcnn'snicht regnt, wer'n se wohl süße, aber kleene bleib'» se, un 's fällt och so viel ab; derBoom hat kenne Nahrung. Wcnn's regnt, wer'n se wühl grüß, aber nich süße, sekrieg'n kenn Geschmock. — De Sperlige un de Stohre sitzen den ganzen Tog d'ruf —schießen dorf mer nich d'ruf, un 's Geklapper wer'n die Luder gewohnt. — Klee gutsteht er, wie c Wold, grüß un o viel, olles, olles — ober füttern thut er nich; 's Vieh