werd krank darnach, un 'S gibt keene Milch; se fräffen sich den Wannst vull, aber weiteris nicht. — Kartoffel, da schießt ju olles in's Kraut — 's wird wenig oder gor nischtwer'n mit de Kartoffeln dos Äohr. — Gorken, für die is de Witterig gut, de Gorkenverlangen Feichtigkeit un Wärme — aber 's Ungeziefer un de Schnäcken un do is ochso c schwarzer Käfer un de Wärme — nee, mit de Gorken is olle Jahre waS! Kurz,is c traurig's Johr, hinten und vurne!"
(Eine Nase als Erbin.) Ein reicher Particulier hat jüngst in London dasZeitliche gesegnet und sein großes, mehrere Millionen betragendes Vermögen, der MißB. . . vermacht. Die Gcrichtspersonen stellten sich der Dame vor, um die Empfangs-- Bescheinigung des Legats zu erwirken; doch zu ihrem großen Erstaunen erklärte sie, denErblasser nicht zu kennen. Doch, fügt sie nach einiger Ueberlcgung hinzu, führen Siemich zu ihm hin. Bei der Leiche angekommen, wird deren Antlitz aufgedeckt und MißB... stößt einen Schrei der höchsten Ueberraschung aus. Ich kenne ihn, sagt sie, das istder Herr, der mich drei Jahre hindurch mit seinen Gunstbezeigungen verfolgt und selbstVerse auf meine Nase gemacht hat. Im Hyde-Park und Covcnt-Garden war er immervor mir in Betrachtungen versunken. Bei der Eröffnung der Papiere des Verstorbenenfand man wirklich mehrere Episteln zu Ehren der hübschen Nase, und mehr als fünfzigEntwürfe derselben als Profil oder sn laos. Das Testament übrigens schloß mit fol-genden Worten: „Ich bitte Miß B . . ., die Uebermachnng meine« ganzen Vermögensanzunehmen, zu gering noch gegen die unaussprechlichen Gefühle, die mir während dreierJahre die Betrachtung ihrer Person, namentlich ihrer wundervollen Nase »erschafft hat!"Miß B. . . hat angenommen.
Ein Opfer der Wissenschaft. (Französische Gcrichtsscene.) Der Präsident:Was ist Ihre Beschäftigung? — Der Angeklagte (nach einem Schluchzen): Opfer derWissenschaft! — Was? — Opfer der Wissenschaft, ich wiederhole das; seit mehrerenJahren war ich hinterher, die relative Stärke der verschiedenen Alkohol-Flüssigkeiten cnd-giltig festzustellen. Die Entdeckung ist mir schließlich gelungen: der stärkste ist derAbsynth. Ich habe vyn zwei bis zwölf Litres Wein getrunken, keine Wirkung; dannhabe ich es mit einem Schoppen Branntwein versucht, wieder keine Wirkung; spätergriff ich zu acht Kannen Bier, abermals wirkungslos; endlich setzte ich noch ein kleinesGlas Absynth auf, — und jetzt hatte ich den Finger auf dem rechten Loche: DasProblem war gelöst!
W
Warum ist wohl die Lerche so frohUnd tirilirt und jubelt so?
Warum?
Sie saugt des Himmels Acthcr einUnd trinkt den funkelnden Sonnenwein,D'rum kann, d'rum kann ihr Herz auchfröhlich sein.
a r u m?
Die Blume, warum mit lachendem DuftWiegt sie ihr Köpfchen in der Luft?Warum?
Ihr Kelch wird ja von Thau nie leer,
Ihr Köpfchen ist »on Wein so schwer,D'rum wiegt sie's, wiegt sie's lachend hinund her.
Und ich mit trauerndem GemüthWarum sing' ich solch' frohlockend Lied?
Warum?
Mir gaben's Lerchen und Blumen ein,
. Daß man des Harmes kann beim Wein
Vergessen und jubelnd singen und fröhlich sein.
Druck, Verlag und Redaction des Literarifchcn Instituts von llr. M. Huttter.