Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
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bcy dem eintritt des 1743sten Jahres. 3

nick/ Herbst und Winter hindurch hervorzubringen pflegt. Ein Sitten-lehrer aber redet im verblümten Verstände, wenn er ein Jahr gut oderböse, gleich oder ungleich nennet. Er versteht dadurch die guten undbösen Zufälle, die guten und bösen Handlungen der Menschen, welchedie zwölf Monathe hindurch geschehen sind. Sie können leicht ermes-sen, H. V-, daß ich hier die Jahre als ein Naturkündigcr und Sitten-lchrer ansehe, wenn ich zu behaupten suche, daß eins dem anderngleich sey. Sie können auch leicht einsehen, daß in diesem Verständeein Jahr dem andern gleich sey, wenn es einerley Kräfte und Wirkun-gen, einerlei Zufälle, einerlei Handlungen, einerlei Absichten undMittel mit dem andern aufzuweiscn hat. Und, o! wie leicht wird mircS seyn, die Gleichheit der Jahre zu erweisen, da ich den deutlichenAuSspruch der gesunden Vernunft, das göttliche Zeugniß der heiligenSchrift, und den unverwcrflichcn Beifall der Erfahrung auf meinerSeite habe. Niemand läugnet, daß Gott der Schöpfer dieser Weltsey; niemand läugnet, daß Gott die Welt sehr gut erschaffen habe;niemand läugnet, daß sehr gut seyn, eben so viel heiße, als in seinerArt die größte Vollkommenheit besitzen. Hat aber die Welt in ihrerArt die größte Vollkommenheit, so werde ich ohne Bedenken sagen kön-nen, daß alles was in der Welt zugleich ist und auf einander folget,mit einander übereinstimmen müsse; und daß die Welt, so lange sienach des Schöpfers Willen Welt bleiben soll, keine Hauptvcräudcrungleiden könne. Denn hierin bestehet eben die wesentliche Vollkommen-heit eines Dinges. Geschiehet nun in der Welt keine Hauptvcrändc-ruug; stimmt in derselben alles mit einander übcrein: so ist nichtsleichter, als den Schluß zu machen, daß auch die Jahre in der Weltmit einander übereinstimmen, daß eins dem andern gleich seyn müsse.Eben so, wie man nur diejenige Uhr vollkommen zu nennen pflegt, inwelcher eine Minute, eine Stunde, ein Tag mit dem andern genauund richtig übereinstimmt. Dieser Beweis führet mich unvermerkt zueinem andern. Wir wissen und empfinden eS, daß Gott nicht allein derSchöpfer, sondern auch der Erhalter aller Dinge ist. ES erhält aberderselbe die Welt durch eine Menge gewisser Kräfte, welche er dersel-ben anerschaffcn hat. Alle diese Kräfte sind noch in eben der Mengeund Beschaffenheit vorhanden, als sie im Anfange der Welt gewesensind. Sie sind noch in eben der Menge da, sonst müßten sie sich ent-weder selbst vermindert haben, oder Gott müßte sie durch seine Allmachti» ihr voriges Nichts verwandelt haben. DaS erste ist nicht möglich,weil diese Kräfte nicht die Allmacht haben, die zu ihrer Zcrnichtungnöthig wäre. DaS andere aber ist nicht glaublich, weil man nicht den

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