bey dem eintritt des 1743sie» Jahres.
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Unzufriedenheit nach bessern Zeiten? da doch unsere Tage durch Gottesweise Güte besser sind, als wir sie verdienen, und cS nur an unsliegt, daß wir dieselben nicht besser gebrauchen und uns zu Nutze ma-chen. Warum hoffen wir ohne genügsamen Grund? Warum lassenwir uns endlich nicht als vernünftige Menschen den heiligen WillenGottes, seine weise Einrichtung der Welt, seine weise Regierung derZeit in zufriedener Gelassenheit gefallen, und bedienen uns der Jahre,die uns die weise Vorsehung gönnet und die für uns allezeit die bestensind? So wie eS unsere GcmüthSruhc, die allgemeine Wohlfahrt undunsere Glückseligkeit erfordert. Kluge Christen, glückliche Seelen, diesich in die Zeit zu schicken wissen, unglückliche Thoren, welche ohneNoth klagen und ohne Grund hoffen! Sie, H. V-, haben nunmehrwiederum ein Jahr geendet, das dem vorigen gleich ist. Sie habendurch GotteS Gnade ein neues angefangen, bei dem ich schon im Vor-aus so viel Achnlichkcit mit dem vergangenen und zukünftigen erblicke,daß ich fast Bedenken trage, dasselbe ein neues Jahr zu nennen. DaSalte Jahr war voll von den ehrwürdigen Wundern der Weisheit,Macht und Güte GotteS, deren Sie und alle die Unsrigcn erfreuteZeugen sind, und das neue wird daran nicht leer seyn, wie wir sicherhoffen können. Die Kräfte der Natur sind auf den Wink der höchstenVorsehung im vergangenen Jahre geschäftig gewesen, alles reichlichhervorzubringen, was zur Erhaltung der Welt, unseres Wesens undWohlseyns dient. Und sie werden in dem gegenwärtigen, wenn esGott gefällt, nicht Muß- haben. DaS zwei und vierzigste Jahr die-ses Jahrhunderts hat uns übcrflüßigc Mittel angeboten, die hohenAbsichten unseres Schöpfers, weswegen wir leben und da sind, zu er-füllen. Und daS drei und vierzigste wird gegen uns Unwürdige ebenso freigebig seyn, wenn wir es erkennen wollen, und es an nichtsf.hlen lassen, was zu unserm und der ganzen menschlichen GesellschaftBesten dienet. Hatte das vorige Jahr seine Plagen, die uns derstarke Arm des Höchsten überwinden half, so wird auch daS jetzige zuunserer Prüfung seine Uebel haben. Doch getrost, wir sind in GotteSHand! Jetzt verehre ich die allerhöchste Majestät in tiefster Demuth,und danke ihr mit der rcinesten Regung meiner Seele für alles daSGute , daS sie die Welt und »nS hat genießen lassen, und welches sieuns fernerhin, wie mich mein Glaube versichert, erzeigen wird. Ichpreise nebst Ihnen die weise und mächtige Liebe des höchsten Regen-ten, die Zeit, und auch unsere Tage, die gegen unS stets neu ist, undniemals alt wird, mit vergnügtem und zufriedenem Herzen. Ichwünsche endlich mit der Redlichkeit und mit dem Eifer, der Christen