8 Abhandlung von den Pantomimen der Alten.
gebührt, der Geist des Höchsten wolle uns also regieren, daß wir unsGottes Willen allezeit gefallen lassen/ daß wir die beständige Mischungdes Guten und Bösen von seiner Hand also annehmen, daß wir da-bei weder übermüthig noch klcinmüthig werden, daß wir die Kräfteund Wirkungen der Welt also gebrauchen, daß wir sie nicht mißbrau-chen, daß wir die Mittel zu unsrer Seelenruhe und unsrer Glückselig-keit und der allgemeinen Wohlfahrt so anwenden, wie cS die Ehreunsers Herrn erfordert. Mir wünsche ich von Ihnen in diesem Jahregleiche Liebe, gleiches Gebet, gleiche Vorsorge, gleiche Treue undgleichen Beistand. Ich verspreche Ihnen dafür gleiche Dankbcstisscn-hcit, gleiche Ehrerbietung, gleichen Gehorsam, gleiche Begierde, Ih-nen gefällig zu werden, gleichen Eifer, Gott für Dero Wohlseyn an-zuflehn. So werden wir in der That erfahren, daß wir in den goldenenZeiten leben, daß ein Jahr dem andern gleich ist.
Abhandlung von den Pantomimen der Alten.*)
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Es werden wenige von mcineu Landes Leuten seyn, welche nicht jcjvdas Wort Pantomimen unjchlichcmal gehört und selbst sollten imMunde geführt haben, ohne vielleicht zu wissen was cS eigentlich be-deute. Und wer weiß ob Herr Nicolini selbst den wahre» Begriffdavon mag gcwnst haben, sonst wurde er uns wohl schwerlich seinestumuicn Poßcnspklc unter diesem Rahmen aufgedrungen haben. ?ochwas wird er sich darum viel bekümmern? Hat er doä, überall seine»Endzweck erlangt. Und er ist es werth, daß er ihn erlangt hat, da erauf eine so anlockende Art sich die Rcngicrigkcil und den lappischenGeschmack der jcjigen Zeiten jüinsbar zu machen gcwust hat. Tochmit seiner und aller derer Lrlaubniß, welche ihn bewundert haben,behaupte ich, daß seine kleinen Affen nichts weniger, als Pantomimensind. (5r d.„sf deßwegen eben nicht auf mich böse werden, denn ichstehe ihm dafür, daß er dieser Anmerkung halber gewiß keinen cin;i-gen Zuschauer weniger bekommen wird. Denn ich zweifsic sehr, obeiner von denen, die ihn so offt besucht haben und noch besuchenwerden, meine Abhandlung lesen wird. Nach dem Geschmacke dieser
°) In, zweiten Bande des Ibcalralischcn Nachlasses S. 22? gedruckt,-untcr dc» Brcelaucr Papieren crhallcn und danach berichtigt.