Ueber das Hcldenbuch.
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§- 2,
Es muß noch eine andre alte Sammlung von Heldenliedern unlcrdiesem Titel cxisiiren; denn Röhlcr in der Untersuchung vom Thcucr-dank sagt: ^liam colleeüonem Iioroieairun e-mtiooum, a prioriprorsils <Zivorkam, vulzo tamou ixnoralam, ex bivliollieca 1'ua ia-strueliMma noliis olitulit I). (-««lolrellus Inomalias ^reliisler IXo-riwu., allllo 1477 »l>5lzuv loci meotiono excukam.
tz. 3.
Morhof, Kohler, Frisch, Wachter, Gottsched, welche dieses unsersHcldeubuches gedenken, machen uns alle so verwirrte und undeutlicheBegriffe davon, daß sie sich schwerlich die Mühe können genommenhaben, es ganz zu lesen.
§. 4.
Ver Herausgeber hat es in vier Theile getheilet, deren Ucbcr-schriftcn diese sind:
Erster Theil sagt von Kcvscr Ottnitten und dem kleinen Konig Elbe -rich, wie sie mit grosser Gefahr über Meer in der Hcvdcnschast cimKonig seine Tochter abgcwuimcn (und wie er Sie ihm zu einem Ehe-liche» Gemahl vermahclc» liesse.)
Ander Theil meldet von Herr Hugdictcrichen mid seinem Sohn Wolff-dictcrichcn, wie die umb der Gerechtigkeit willen, offl den trostlosen Leu-te» haben hulff mit ihren trefflichen Thaten gethan, neben ander» kühne»Helden, so ilmc» i» nölhc» bcvgcstandcn scvn.
Dritt Theil zeigt a», vom Rosengarten zu Worms, der durch Crinihil-le», König Gibichs Tochter ward gcpstantzt, dardnrch nachnials der»icbrcr theil Helden und Rvscn z» abgang kommen/ unnd erschlage»sind worden.
Zm vierdtcn Theil wird gcniclt, von dem kleinen König Laun», demGczwcrgc, wie er seinen Rosengarten mit so grosser niamibcir und mitZaubcrcv umbgiengc, biß er zuletzt von den Helden bezwungen warb undihr Gaukelmann seyn musit, (Mit sampt andern kurtzwciligc» Historien,Im andern Theile dieses Hcldciibuchs verfaßt, welches auch in sei» so»-dcrlichc beschreibimac» »»dcrschicdlich ist geordnet worden.)§. 6.
Allein der Herausgeber ist ein höchst unwissender Mann gewesen.Er hat drey Gedichte, die alle drey völlig von einander unterschiedensind, und allem Ansehen nach anch drey untcrschicdne Verfasser haben,in eins jusammcngcworfcn. ?ic ersten zwey Theile machen einbesondres Gedicht ans, der dritte ein besondres, und der viertedesgleichen.