Druckschrift 
11 (1839)
Entstehung
Seite
53
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lieber die Elpistiker.

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den veranlassende» Umstanden zu beurtheilen. <üonk. äntoo.lili. XII. p. 3Z0.

3) vs hätte aus ihrem Systeme selbst bewiesen werden können,nach welchem aber die Hoffnung jenes Lebens einen sehr zweideu-tigen Anblick erhält. Denn sie glaubten, daß die Seele von lan-ger Dauer, unsterblich aber darum nicht sey. S. I^ins. I. o.Sie werde mit der Welt untergehn, und ob sie schon nach dieserallgemeinen Verbrennung wieder hergestellt werden würde, so würdees dennoch geschehen, ohne sich ihres vorigen Zustandes zu erin-nern. Veniet ilerum <zui vos in lucem reponat «lies, «zuemmulli leeiisareot mli vlililos retluceret. 6->ist. 36. Welchellnsierblichkeil!

-j) Und wenn auch diese Hoffnung, nach dem stoischen System, sozweideutig nicht wäre, so würde sie doch schon als Hoffnung mitder Apathie der Stoiker streiten.

5) Ja ihr nachzuhangen, würde auch aus dem Grunde keinem stoi-schen Weisen geziemet haben, da sie doch immer noch keine apo-diktische Wahrheit ist, sondern nur eine Wahrscheinlichkeit, eineVermuthung, von welcher der stoische Weise seinen Beifall zurück-halten uuißtt. S. I^ipsii I>Iiinu6uot. p. 161.

lind aus diesem Gesichtspunkte muß die Ungewißheit betrachtetweide», mit welcher sich Scneca darüber ausdrückt. Er glaubteweder das eine, noch das andere, weil keines Gewißheit, beidesnur Vermuthung war. Aber er hält sich auf beides gefaßt. öSsey, daß die Seele untergeht, cS sey, daß sie fortdauert: und woer sich für das erste mehr, als für das andere erklärt, als Lpitt.

« 64., da ist er so wenig mit sich in Widerspruch, wie Bruckcrglaubt, oder spricht seine wahren Gesinnungen vor Angst über denannähenden Tod, wie Gataker mcynt, (>>. 108.) aufrichtiger; daßer alsdann nur klcinmülhigcr würde gesprochen haben, wen» eri» dem Tone jener Trostschriftcn geblieben wäre, und daß er ebenhier der Stoiker in seiner Größe ist, wen» er zeigt, daß er auchauf das ANcrschlimmstc, auf den gänzliche» Untergang, gefaßt sey.

Dieses mußten die (5pikurecr wissen, und konnten daher denStoikern aus diesem anscheinenden Widersprüche keinen Vorwurfmachen. Wie konnten sie, wie durften sie hicrnachst den Skepti-kern etwas Lächerliches anheften, welches auf die herrschende Reli-gion zurückgefallen wäre?

3. Wider Hcumaii» und Brnckcm zugleich.Leide nehmen ohne Grund an, daß die Hoffnung des künftigen