Bemerkungen über Burke's philosophische Unter-suchungen über den Ursprung unserer Begriffe vomErhabenen und Schönen.
Was Erhaben und Schön heißt.
Alle angenehmen Begriffe sind undeutliche Vorstellungen einerVollkommenheit,
Die Vollkommenheit ist die Einheit im Mannigfaltigen,
Bey der unendlichen Vorstellung der Einheit im Mannigfaltigen,ist entweder der Begriff der Einheit/ oder der Begriff der Mannigfal-tigkeit der klarste.
Die undeutliche Vorstellung einer Vollkommenheit, in welcher derBegriff der Einheit der klarste ist, nennen wir schön.
Die undeutliche Vorstellung einer Vollkommenheit, in welcher derBegriff der Mannigfaltigkeit der klarste ist, nennen wir erhaben.
Daher heißt in dem ganzen Umfange der schönen Wissenschaftenund Künste nichts schon, was sich nicht auf einmal übersehen läßt,nnd nichts erhaben, was sich auf einmal aus einem Gesichtspunkteganz betrachten läßt.
Unfroh.
Man weiß die eigentliche philosophische Bedeutung des Wortesfrol), nach welcher cS die angenehme Empfindung, die durch die Auf-hocung der Unlust erregt wird, bedeutet. Welch Wort nun aber drücktdie unangenehme Empfindung aus, welche durch die Aufhörung einerLust erregt wird? Ohne Zweifel unfroh. Und so haben cS auchwirklich unsere Alten gebraucht. Z. E- der Graf v. Ailchbcrg, infolgender Apostrophe an den Winter.
Ilez? wililer llin gexvalt
1uot. uns slier lulre leid
Du verueruest uus «ier uluomeii «eliiu
Du velwest ßruenen wall!
Vnä dariuo ule liuiten lireit
Du gesweigest un» 6ü vogelliu
Des Iiiu ieti unlr» — u»ell so mue siu weicleo ist
°) Lessmgs Lebe» li, S. 233.